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Heinz Hornig: Der FC-Altstar, der Ruthenbeck trainierte

Beim FV Bad Honnef trafen sich ihre Wege. Heinz Hornig, der Deutsche Meister und Pokalsieger des 1. FC Köln, und Stefan Ruthenbeck, der heutige Chefcoach der Geissböcke. Der Altstar des FC trainierte einst den heute 45-Jährigen und lobt ihn für seine Arbeit als Feuerwehrmann.

Köln – Bad Honnef, Rheinbrohl, Mayen. Nein, die Spielerkarriere des Stefan Ruthenbeck liest sich nicht wie die eines Hochbegabten. Dem gebürtigen Kölner war schon früh klar, dass er im Fußball eher als Trainer denn als Spieler Erfolge haben könnte. Das sah auch einer seiner eigenen Trainer so.

Kein überragender Fußballer, aber sehr engagiert

„Stefan Ruthenbeck war kein überragender Fußballer, aber sehr engagiert“, sag Heinz Hornig über seinen ehemaligen Schützling. Hornig gehörte einst zur ersten Meistermannschaft des 1. FC Köln in der Bundesliga, lief in 176 Spielen für die Geissböcke auf und verpasste mit der deutschen Nationalmannschaft 1966 nur hauchdünn den WM-Titel. Einer der Großen des FC, ein gebürtiger Gelsenkirchener zwar, der auch mit dem FC Schalke 04 Meister wurde. Aber seit vielen Jahrzehnten den Geissböcken eng verbunden.

Hornig und Ruthenbeck lernten sich beim FV Bad Honnef kennen, als der heutige FC-Coach aus Oberaußem wechselte. Hornig übernahm zu dieser Zeit den Trainerposten des FV und erinnert sich noch heute an den mäßig begabten, aber fleißigen Ruthenbeck. „Er war rechter Verteidiger, ich habe viel individuell mit ihm trainiert. Er hat mir letztens noch mal gesagt: ‚Ich musste bei dir tausend Flanken schlagen und dachte, ich spiele sowieso nicht.‘ Aber er hat bei mir gespielt, weil er sehr diszipliniert war.“

Er macht einen überragende Eindruck

Diese Disziplin erkennt Hornig bis heute in Ruthenbecks Arbeit. Die Trainerkarriere sei absehbar gewesen, auch der stetige, mühsame, aber energische Aufstieg über Mayen, Wirges, Ahlen und Fürth zum FC passt zum 45-Jährigen. Kein Glamour-Weg, kein kometenhafter Aufstieg zum gefragten Youngster unter den Trainern wie Domenico Tedesco oder Julian Nagelsmann. Ruthenbeck ging immer in seiner Karriere den steinigeren, rustikaleren Weg.

Hornig ist bis heute beeindruckt vom Willen des FC-Coaches. „Er macht einen überragende Eindruck“, befindet der inzwischen 80-Jährige. „Ich finde es mutig, wie er die Mannschaft aufstellt.“ Dafür, dass Ruthenbeck als Feuerwehrmann in einer fast aussichtslosen Situation einspringen musste. Dafür, dass Hornig in der Mannschaft „zu wenig Klasse“ sieht, als dass ein Trainer in der jetzigen Situation übermäßig viel herausholen könnte. Dafür, dass das aktuell Trainerteam ausbaden muss, was die vorher Verantwortlichen angerichtet haben. „Ich finde deshalb, er soll sich nicht hinstellen wie nach dem Frankfurt-Spiel und sagen, es wäre seine Schuld. Das darf er nicht machen.“ Vielleicht hat Ruthenbeck nach dem Spiel gegen Hannover dazu auch überhaupt keinen Grund.

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