Nach dem Tor-Drama: „Die schlimmste Entscheidung für Fußballer“

Die schlimmste Entscheidung für Fußballer

Der 1. FC Köln muss sich gegen Hannover 96 mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden begnügen. In einem intensiven Spiel rannte der Effzeh erst in den letzten 20 Minuten an. In der Nachspielzeit erzielte Claudio Pizarro das vermeintliche Siegtor. Doch zu Recht wurde der Treffer durch den Videobeweis zurückgenommen.

Köln – Das Thema „Videobeweis“ blieb nach Abpfiff des Spiels das große Thema bei Spielern und Verantwortlichen des 1. FC Köln. Nicht die Entscheidung über die Abseitsstellung von Marcel Risse wurde angezweifelt, sondern über die Art und Weise, wann der Videoassist in Spiele eingreift. Und wann eben nicht. Die Stimmen zum Spiel.

Drei Abseitsentscheidungen gegen uns waren falsch

Marco Höger: „Das tut natürlich weh. Das ist ja nicht das erste Mal, dass wir den Videobeweis um die Ohren bekommen haben. Zumal auch zwei, drei Abseitsentscheidungen gegen uns falsch waren. Aber wir wollen ja alle den Videobeweis, deswegen müssen wir das so hinnehmen. Für uns ist das bitter. Ein Punkt gegen Hannover ist natürlich zu wenig in unserer Lage. Dass die anderen Mannschaften irgendwann anfangen zu punkten, war auch auch klar. Mit dem einen Punkt können wir nur schwer leben. Insbesondere durch die Pointe am Ende.“

Dominique Heintz: „Dass ist die schlimmste Entscheidung für Fußballer, wenn du für fünf Minuten an der Eckfahne jubelst, den Ball schon zum Anstoß mitnimmst und dann kommt der Funk aus Köln und das Tor wird aberkannt. Das tut natürlich weh, das wären wichtige drei Punkte für uns gewesen. Klar ist die Entscheidung richtig gewesen. Aber wenn du da unten stehst, läuft eben alles gegen dich. Wir haben das heute ordentlich gemacht und darauf müssen wir weiter aufbauen.“

Sinnbildlich für die ganze Saison

Timo Horn: „Du sprintest über den ganzen Platz und denkst du hast in der letzten Sekunde das Siegtor gemacht. Und dann wird das Tor zurückgenommen. Für die Fans und das ganze Umfeld ist das einfach eine brutal schwere Saison. Wir werden aber weiter alles geben. Aber das Spiel heute steht irgendwie sinnbildlich für die ganze Saison. Ich glaube bis zum 1:0 haben wir es ganz gut gemacht. Danach hat man aber schon die Verunsicherung gemerkt. Wir hatten plötzlich was zu verlieren. Danach sind mir die Bälle um die Ohren geflogen. Wir haben uns zurückgezogen. Das war ein bisschen unerklärlich. Das ist auch das, was wir uns ankreiden müssen. Im Abstiegskampf muss man nicht immer schön spielen. Heute hätte das auch mal reichen können. Aber das ist einfach unfassbar. Da habe ich keine Worte mehr für.“

7 Kommentare
  1. Paul Paul says:

    Der „Traumtänzer“-FC muss sich einmal von seinen Träumen befreien, z.B., dass Jojic ein verkanntes Genie, Zoller ein guter Stürmer oder Sörensen ein akzeptabler Rechtsverteidiger ist. Sie haben alle kein Bundesliga-Niveau, und es ist ärgerlich, dass diese Erkenntnis den Verantwortlichen irgendwie nicht gelingt.

  2. Andreas Bartelmes says:

    Das gesamte Spiel ist stellvertretend für die gesamte Saison. Leider besitzen wir keine Spielkultur, obwohl es so einfach sein könnte. Die Abwehr wirkt wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen. Sie lassen sich mit ein paar Pässen ausspielen, sind unaufmerksam, stehen zu weit vom Gegenspieler weg und sind teilweise zu langsam (Sörensen). Im Mittelfeld ist keiner, der das Spiel lenken kann. Das ewige Talent Jojic ist ein Totalausfall – er hat uns gestern mind. 15 min gekostet. Die Abspielfehler mußten erst wieder zeitraubend zurückerobert werden. Öczan spielt ebenso viele Fehlpässe – setzt aber zumindest nach. Einzig unser Neuzgugang verspricht eine frische, fußballerische Qualität und forderte laufend den Ball. Er hätte von Anfang an gebracht werden müssen. Osako – bis auf sein Tor – auch enttäuschende Leistung – er versemmelte auch mehrere Pässe. Weil wir kein gepflegtes Mittelfeldspiel besitzen, wir der Ball in den ersten 75 min schräg nach vorne gespielt, in der Hoffnung, dass unser Stürmer den Ball irgendwie verarbeiten kann. Und er steht dann alleine gegen 2-3 Verteidiger. Sorry, aber so wir spielen, spielt ein Absteiger. Es erschreckt mich, dass wir keine Spielkultur auf den Platz bringen. Die Anfangseuphorie mit dem Hau-Ruck-Fussball von Ruthenbeck ist bereits verpufft. Wie kann der Trainer eine 3-er Innenverteidigung aufbringen und das Mittelfeld – was sowieso schon nicht gut ist – weiter schwächen. Der Sörensen ist so langsam, der gehört max. auf die Bank. Maroh sollte neben Heinz spielen. Risse ist hinten verloren, wir brauchen ihn als Flügelspieler. Erst in den letzen 15 min – mit der Einwechslung von Koziello – gelang mehr Ballbesitz. Ach so, das nicht gegebene Tor war der unrühmliche Höhepunkt des Spiel. Kostics Treffen in Leipzig wird gegeben, obwohl er im Abseits stand. Bei uns wird er abgepfiffen. Das ist ungerecht, keine klare Entscheidungen der Video Schiris. Wir sollten den ganzen Kram abschaffen und einzig die Torlinientechnik behalten. Solange das unterschiedlich bewertet wird, dann leben wir besser mit den Fehlentscheidungen von Schiedsrichter. Beim Tor hat kein 96er Spieler, kein Linien- und kein Schiedsrichter etwas reklamiert. Der Linienrichter in der 2.HZ war sowieso ein Witz. Für mich sind wir gestern abgestiegen. Nach dem Spiel war ich im „Sale Verkauf“ in einem Zelt vorm Stadion. Das war typisch für unsere Situation – Ausverkauf bzw. Endzeitstimmung.

  3. Horst Simon says:

    Seit der Hinrunde hat sich kaum etwas verändert. Außer Terodde haben wir keine
    weiteren torgefährlichen Spieler. Mindestens die Hälfte der Mannschaft hat kein
    Bundesliga-Niveau. Mit diesen Spielern werden wir nicht wieder aufsteigen.
    Koziella kann zwar gute Pässe spielen. Aber er wird wohl kaum einen Zweikampf
    gewinnen. Wir brauchen endlich einmal große , körperlich robuste Spieler, welche kopfballstark , zweikampfstark und mit dem Ball umgehen können.
    Die Scouts sollten sich auch mal auf dem Balkan umsehen.

  4. Michael H says:

    Hätten wir mal Sane bekommen. Der ist nicht nur eine Bank, sondern hat auch Manieren.

    Ansonsten ist es doch klar, dass nach den letzten Spielen die Verunsicherung wieder zugenommen hat. Leider ist für solch eine Situation der Kader nicht zusammengestellt. Das trainieren taktischer Finesse kann man vom Trainerteam auch nicht erwarten, da uns Schönspielerei nicht weiterbringt und unseren (durchaus bundesligatauglichen) technisch starken Spielern wie Jojic und Osako das Selbstvertrauen fehlt. Von daher führt kein Weg daran vorbei, durch Fitness, Willen und Einsatz Punkte zu holen. Idealerweise kombiniert mit Toren durch Standards.

    Koziello mag gute Ansätze mitbringen. Ich verstehe aber, warum er noch nicht von Anfang an gebracht wird. Er ist einfach nicht robust genug – zumindest noch nicht – und muss sich an die Härte gewöhnen. Er ist damit auch sicherlich in den letzten 30 Minuten wertvoller als in den ersten 30 Minuten. Je müder seine Gegner, desto mehr kann er seine Stärken einbringen.

    PS: Pizarro kann man auch mal etwas früher bringen. Er mag ja nicht mehr der Schnellste sein, aber er hat ausreichend Erfahrung und den Charakter, den man braucht, um auch in schwierigen Zeiten Leistung zu bringen (und ich hoffe inständig, dass er diese auch für eine Halbzeit jede Woche bringen kann).

  5. Detlef Lodenkämper says:

    Wichtig ist, dass wir uns von dem Videobeweis-Theater nicht den Blick aufs große Ganze vernebeln lassen, das ja oben schon gut beschrieben wurde. Ich denke mal, Armin Veh ist erfahren genug, jetzt für die 2. Liga zu planen und frühzeitig interne Gespräche mit einem Trainer zu führen, der taktisch auf der Höhe der Zeit ist. Ich persönlich halte viel von Jens Keller, er hat meistens gute Arbeit abgeliefert, wurde aber mehrmals aus Gründen entlassen, die möglicherweise nicht im sportlichen Bereich liegen. Dann in aller Ruhe schauen, wer von den guten Spielern motiviert genug ist, mit runterzugehen und in Aue, Sandhausen und Paderborn eine Strafrunde zu laufen. Dann sollte uns nach einem Jahr das Comeback gelingen.

  6. C W says:

    Was man bei all dem Gejammer um die Uneinheitlickeit der Entscheidung und die beiden (zu unrecht abgepfiffenen) Abseitsentscheidungen zuvor nicht außer acht lassen darf, es war Abseits. Da kann es ob mit oder ohne Hilfslinie keine zwei Meinungen geben. Risse startet die in solchen Situationen immer wieder auftretende halbe Sekunde zu früh und damit ist das Tor nicht gültig.

    Klar tut das weh. Klar ist das bei Hamburg anders gepfiffen worden. Aber klar sollte auch sein das wenn die Situation so auf der anderen Seite gelaufen und Harnik das Ding gemacht hätte jeder von uns den Abseitspfiff und das Zurücknehmen der Entscheidung gefordert hätte.

    Klar ist auch das das nichts an den grundlegenden Problemen des FC, der Mannschaft und Ruthenbeck ändert. Die Abwehr verfällt nach Toren oder auch so mal zwischendurch immer wieder in einen Schlafzustand. Sörensen ist bleibt und wird kein Außenverteidiger mehr und ja wir haben Spieler die nicht die Form, Leistung und Konstanz finden die sie laut Medien und Trainern eigentlich haben sollten. Genau daran knabbert jetzt auch Ruthenbeck und versucht sich ähnlich wie Stöger Anfang der Saison an unterschiedlichen Formationen mit unterschiedlichen Spielern von denen immer wieder einer oder mehr abtauchen. Langer Rede kurzer Sinn, bei uns kriegen nicht einmal 11 Spieler 90 Minuten 100% Leistung auf den Platz.

    Ich denke solange es rein rechnerisch noch möglich ist sollte man noch nicht offen für die zweite Liga planen, aber so langsam sollte intern auch klar sein hier hilft nur noch ein Wunder. Selbst mit Siegen gegen Bremen, Stuttgart, Mainz, Freiburg und Wolfsburg, also allem was man noch einigermaßen als „direkte“ Konkurrenz bezeichnen kann, brauchen wir für die geforderten 30+X noch mindesten einen Punkt besser einen Sieg. Und gegen die 5 muss man auch erstmal alle gewinnen… Heißt auch hier in kurz. Planen für die zweite Liga und wenns doch klappt gut, wenn nicht, gucken wer bereit ist die Ehrenrunde mit zu drehen und vor allem wem man es zu traut dabei auch noch zu helfen.

  7. Alf Krispin says:

    Größter Fehler des FC war meiner Meinung nach, dass man einen Schmadkte als Spielereinkäufer ausgesucht hat. Als Tormann hatte er selber nie oder nur als Beobachter erlebt worauf es beim Spielaufbau wirklich ankommt. Wen man dazu braucht, einem zu kreierendem Spielsystem die richtigen Spieler zuzuführen muss man auch selber einmal erlebt und gefühlt haben. Er hat Spieler zu wenig nach Spielsystemen ausgesucht sondern hauptsächlich nach Preisschildern(siehe Sane). Heute sieht man wohin das geführt hat und vermutlich kann kein Trainerteam mit dem derzeitigen Spielermaterial das so einfach alles wieder ausbügeln!

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