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So lief die Rückkehr des Peter Stöger nach Müngersdorf

Pfiffe der Fans zur Begrüßung, warme Worte hinterher und doch der Wunsch, das Thema zu den Akten zu legen: Peter Stöger hat mit Borussia Dortmund den 1. FC Köln mit 3:2 besiegt. Das ist die Quintessenz der Rückkehr des Österreichers nach Müngersdorf. 

Köln – Es waren nur wenige Augenblicke gespielt, da zeigte Peter Stöger, auf welcher Seite er inzwischen steht. Jonas Hector sollte einen Einwurf an der Mittellinie ausführen. Der Österreicher hielt den Ball in den Händen. Doch statt das Leder seinem ehemaligen Spieler und Vize-Kapitän zuzuwerfen, rollte der BVB-Coach den Ball am Nationalspieler vorbei. Nein, mit auch nur dem geringsten Entgegenkommen hatten die Kölner an diesem Abend nicht zu rechnen.

Der Unterschied zu Jürgen Klopp

Stögers Rückkehr nach Köln – es war keine Rückkehr des Geliebten. Deutlich vernehmliche Pfiffe der Fans zur Begrüßung, nachdem Stadionsprecher Michael Trippel den Namen des Trainers von Borussia Dortmund verlesen hatte. In den Katakomben dagegen herzliche Begrüßungen durch die Mitarbeiter des FC, auch die Kölner Spieler begrüßten ihren ehemaligen Coach, mit dem sie über Jahre große Erfolge gefeiert hatten. Mit FC-Coach Stefan Ruthenbeck gab es eher eine kühle Begegnung. Stöger hielt seine Emotionen zurück.

Jürgen Klopp sagte einst, als er den BVB verließt: „Es ist nicht wichtig, was die Leute über dich denken, wenn du kommst. Es ist wichtig, was die Leute von dir denken, wenn du gehst.“ Er hatte sich sicher sein können, frenetisch wieder begrüßt zu werden, als er ein Jahr später als Trainer des FC Liverpool ins Westfalenstadion zurückkehrte. Doch die Begleiterscheinungen in den vergangenen zwei Monaten seit Stögers Abschied aus Köln waren nicht mehr dazu gemacht, den Rekordtrainer der Kölner mit großem Applaus in Empfang zu nehmen.

Ich bin froh, dass das Spiel vorbei ist

Er dürfte es geahnt haben. „Es war schwierig“, sagte Stöger nach der Partie. „Ich habe versucht, mich auf das Spiel zu konzentrieren. Ich komme immer wieder gerne hierher, aber es war nicht so einfach. Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich bin froh, dass das Spiel vorbei ist.“ Mit den FC-Spielern hatte er außer einer kurzen Begrüßung keinen Kontakt. Während sein Assistent Manfred Schmid hinterher noch einen längeren Austausch mit den ehemaligen Kickern suchte, blieb Stöger bewusst auf Distanz. „Ich glaube, das hätte nicht gepasst.“

Auch für die Kölner Profis war es eine ungewohnte Situation. Das gestand Timo Horn hinterher. „Auf dem Platz konzentriert man sich aufs Spiel. Aber natürlich war es ein besonderes Spiel. Ich hätte heute deutlich lieber gewonnen“, ließ der Torhüter wissen, der dreimal hinter sich greifen musste. „Es ist viel passiert in dieser Saison und es ist schon kurios, dass fast das gesamte Trainerteam heute auf der anderen Bank saß.“ Schließlich sprach Horn wohl nicht nur Stöger, sondern auch vielen anderen aus dem Herzen: „Wir haben Peter Stöger viel zu verdanken. Jetzt ist er in Dortmund unter Vertrag. Deswegen beenden wir dieses Thema jetzt auch besser.“

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