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Der Startschuss für den Schlussspurt

Startschuss für den Schlussspurt

Wie schnell sich die Stimmung beim 1. FC Köln ändern kann, hat man in der vergangenen Woche einmal mehr beobachten können. Die Spieler sorgten mit einem Derbysieg zum richtigen Zeitpunkt für ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf und ließen die Pleiten gegen Stuttgart und Bremen vergessen. Hat die Länderspielpause nun geholfen, den Fokus zu behalten?

Köln – Nach der Bremen-Pleite flogen Trinkflaschen auf dem Trainingsplatz. Nach dem Leverkusen-Sieg glauben beim Effzeh wieder alle an den Klassenerhalt. So eng liegen Freud und Leid am Geißbockheim in diesen Wochen beieinander. Das Momentum ist plötzlich wieder auf Seiten der Geissböcke. Am Samstag geht es nach Hoffenheim. Haben die Kölner aus den letzten Monaten gelernt?

Vor Euphorie strotzen dürfen wir nicht

Leonardo Bittencourt sagte unmittelbar nach dem 2:0 im Derby, dass die Länderspielpause dem Effzeh helfen könnte. „Vor Euphorie strotzen dürfen wir nicht, das hat uns immer wieder den Stecker gezogen. Vielleicht ist es gut, dass jetzt Länderspielpause ist. Wir haben in den letzten Wochen immer sofort wieder verloren, weil so viel Euphorie im Raum war. Von daher können wir vielleicht jetzt mal den Kopf frei bekommen, das tut uns allen bestimmt gut.“

Am Montag um 15 Uhr ruft Stefan Ruthenbeck seine Mannschaft nach einem freien Wochenende erstmals wieder zusammen. Bereits am Donnerstagabend hatte es einen Teamabend in Düsseldorf gegeben. Anschließend nutzten einige Spieler die Auszeit als Chance, den Kopf frei zu bekommen. Marco Höger flog mit seiner Freundin Jana nach Rom, Ruthenbeck selbst verabschiedete sich mit seiner Familie in ein Wellnesshotel. Vor dem Schlussspurt tankten die Geissböcke noch einmal Kraft – auch mental.

Effzeh muss am Wochenende vorlegen

Der Druck wird in den kommenden Spielen nicht nachlassen. Am Samstag in Hoffenheim müssen die Kölner erstmals seit Wochen wieder vorlegen, spielen ebenso wie der HSV (in Stuttgart) am Samstagnachmittag. Wolfsburg (in Berlin) kann am Samstagabend nachlegen, während Mainz (gegen Gladbach) erst am Sonntag ran muss. Der Effzeh könnte mit einem Erfolgserlebnis bei der TSG weiteren Druck auf die Konkurrenten aufbauen – oder müsste im Umkehrschluss hoffen und bangen, dass die anderen Mannschaften patzen.

Eine veränderte Situation also, auf die sich der FC in den kommenden Tagen einstellen muss. In jedem Fall war die Länderspielpause die letzte Unterbrechung vor dem Saisonende. Sieben Wochen gibt es ab sofort im regulären Rhythmus die Bundesliga – sechs von sieben Partien der Spieltage 28 bis 34 absolviert der FC samstags.

5 Kommentare
  1. OlliW says:

    Ab Samstag Nachmittag wird es noch mal richtig spannend. Jetzt beginnen die „wirklichen“ Endspiele. Fast so was wie Playoffs nach unten. Man kann überhaupt keine Prognosen abgeben, die sich nicht durch Hoffnung speisen oder Statistiken bemühen, die nach dem „Müsste-doch-eigentlich“-Muster verfahren. Demnach „müsste“ der FC das packen. Demnach „müsste“ der HSV bereits weg sein und sowohl Mainz auch WOB weniger Punkte einfahren als der FC.

    Der FC hat das „Momentum“. Sie zeigen von allen da unten die beste Mannschaftsleistung, den größeren Spielwillen, tatsächlichen Abstiegskampfgeist. Keiner der Spieler will wirklich weg, sondern lieber auch zukünftig erstklassig in Köln spielen. Das kann ein entscheidendes Pfund sein.

    Die Restprogramme sind relativ ausgeglichen, finde ich. Wegen oben Gesagtem mag man das Gefühl haben, der FC sei ein wenig im Vorteil. Allerdings wird das durch die immer noch 5 Punkte Rückstand arg relativiert. Eigentlich sind es gefühlt sechs. Denn das Torverhältnis ist nach wie vor mies und es ist kaum davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen deutliche Siege in Reihe das ausgleichen werden. Es nutzt nix: Es braucht noch ein paar Siege!

    Unschön ist das Bayern-Spiel am vorletzten Spieltag. Denn, wenn man bei allen anderen Begegnungen realistisch was mitnehmen kann, fällt es mir sehr, sehr schwer, auch nur auf ein Unentschieden zu hoffen. Deshalb glaube ich, dass sich alles am letzten Spieltag gegen Wolfsburg entscheidet.

  2. OlliW says:

    Schalke ist in meinen Augen ein ziemlicher „Scheinriese“. Nur aufgrund der Inkonstanz und Schwächen von Dortmund, Leverkusen, RB und auch Gladbach da oben. Die müssen im Sommer arg was tun und den verhaltenen „Lucky-Punch-Effizienz-Verwaltungsfußball“ angehen, sonst fliegen die in der Vorrunde achtkantig aus der CL, sobald da zwei halbwegs offensiv eingestellte, spielstarke Teams dabei sind.

    Und das Schalke-Spiel hat Wolfsburg in der Art verloren, wie der FC die halbe Hinrunde: Unglücklich, mit viel Pech, aber auch Unvermögen trotz Augenhöhe. Exakt das gleiche Muster wie der FC in der Hinrunde gegen Mainz, Stuttgart, Frankfurt.
    Und, dass Hamburg Schalke daheim schlägt ist absolut drin. Wäre ja nicht das erste Mal. Dasselbe gilt für den FC.

    Für das „Wunder“ wäre es ideal, wenn der Effzeh jetzt gar nicht mehr verlieren würde. Und das ist auch machbar. Hieße dann aber auch zB. ein schäbiges 0:0 gegen die Bayern zu schaffen oder so.

    Aber eben: Wer weiß…? ;-)

  3. Klio says:

    Bisher waren doch alle Rechenversuche, welche Mannschaft in den nächsten Spielen wie viel Punkte holt, Makulatur. Wenn man allein an das Programm der letzten fünf Spieltage des FC denkt: Hannover, Leipzig, Stuttgart, Bremen, Leverkusen. Mit zwei Siegen hätte man durchaus rechnen können. Aber dass die Siege gegen Leipzig und Leverkusen eingefahren werden? Ich denke manchmal, das restliche Programm für den FC kann auf dem Papier gar nicht schwer genug sein. Wenn wir gegen die Bayern antreten, sind die schon längst Meister und gedanklich hoffentlich voll in der Champions League (wenn alles nach deren Plan läuft, haben die drei Tage vorher das CL-Halbfinal-Rückspiel gehabt, und wenn sie rausgeflogen sind, können sie sich hoffentlich für ein solches Pillepalle wie Bundesligaspiele erst recht nicht mehr motivieren). Die Spiele gegen Mainz und Wolfsburg sind wahrscheinlich die schwersten des Restprogramms.

    Der HSV scheint sich ja wieder teils zusammenzureißen können. Ganz darf man den sicher nicht abschreiben. Ob sich Mainz, wenn es hart auf hart kommt, nochmal berappelt? Aber letztlich kann man auch mit desolater Leistung noch Punkte holen (entsprechend hat der FC in der Hinrunde bei teilweise recht guter Leistung keine Punkte geholt). Wolfsburg sollte eigentlich die Qualität haben, sich zu retten.

    Ich habe mich entschieden, so weit wie möglich zweckpessimistisch zu sein (um die Leiden nicht noch zu vergrößern). Ich versuche, vom Schlimmsten auszugehen (Abstieg), und lasse mich, was die Platzierung nach dem letzten Spieltag betrifft, nur noch positiv überraschen. Das ist besser für Herz und Gemüt. Hoffen und Bangen während der Spiele schlimm genug.

  4. Karl Heinz Lenz says:

    Es ist menschlich, wenn wir uns Gedanken über die kommenden sieben Spiele machen. Und über nächsten sieben Spiele vom HSV, von Mainz und von Wolfsburg. Wir als Fans dürfen das auch.

    Die Mannschaft ist sicher besser beraten, sich ganz auf ihre Spielvorbereitung gegen Hoffenheim zu konzentrieren. Und wenn das Spiel vorbei ist, dann sollte sie nur das Mainz-Spiel im Kopf haben usw. usf., bis zum letzten Spiel gegen Wolfsburg. Alles andere zieht wahrscheinlich nur Konzentration und Energie ab.

    Wie wir es bisher erlebt haben, scheint Stefan Ruthenbeck und sein Trainerteam, und auch Armin Veh, die Mannschaft genau in diesem Sinne zu führen. Ich würde sagen: Einfach so weitermachen!

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