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Die Personalie Uth zeigt die Tragweite des FC-Absturzes


Wenn der 1. FC Köln am Samstagnachmittag bei der TSG 1899 Hoffenheim antritt, wird Mark Uth wohl zunächst nur auf der Bank sitzen. Das Spiel gegen seinen Ex-Klub hätte für den 26-Jährigen in der Rückrunde 2017/18 etwas Besonderes werden können. Doch statt nach Köln wechselt Uth im kommenden Sommer nach Gelsenkirchen.

Köln/Sinzheim – Die Worte dürften einigen FC-Fans weh getan haben. Mark Uth erklärte seinen ablösefreien Wechsel im kommenden Sommer von Hoffenheim zum FC Schalke 04. „Schalke ist ein sehr großer Verein mit viel Perspektive. Schalke will da oben stehen, auch in den nächsten Jahren“, sagte Uth vor zwei Tagen im kicker.

„Auch mal zu einem größeren Verein mit so einer Fankultur zu wechseln, war reizvoll. Es war schon immer ein Traum, regelmäßig vor 60.000 Zuschauern zu spielen.“ Seine Erklärung für den Wechsel schloss er mit einer lokalen Note. „Natürlich war auch die Nähe zu Köln, zur Familie und meinen Freunden ein Anreiz.“

Zehn Saisontore, die Köln gut gebraucht hätte

Eigentlich hätte Mark Uth diese oder ähnliche Worte gerne schon im vergangenen Sommer geäußert. Nach seinem Wechsel zurück zum 1. FC Köln. Ex-Manager Jörg Schmadtke wollte den Angreifer bekanntlich unbedingt verpflichten und hätte zehn Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Es wäre gut investiertes Geld gewesen, wie sich in der folgenden Saison zeigte. Köln litt in der Hinserie offensiv unter einem riesigen Vakuum. Uth dagegen schoss für die TSG zehn Tore in bislang 25 Spielen und zeigte, warum Hoffenheim ihn nicht hatte gehen lassen wollen.

Beim Effzeh hatte man im Sommer noch spekuliert, Uth dann eben ein Jahr später nach Köln zu holen. Dann ablösefrei, aber noch immer genauso wertvoll für die Geissböcke. So der Plan. Dem Vernehmen nach soll Uth den FC-Verantwortlichen sogar seine mündliche Zusage gegeben haben. Dann aber folgte der Absturz des Effzeh, der tiefe Fall des Europa-League-Teilnehmers. Es folgte die schlechteste Hinserie in der Vereinsgeschichte, im Winter schien der Abstieg in die Zweite Liga unabwendbar.

Zu einem größeren Verein mit so einer Fankultur zu wechseln, war reizvoll

Uth entschied sich Hoffenheim trotzdem zu verlassen und in Richtung Heimat zurückzukehren. Nur nicht nach Köln, sondern ein paar Kilometer weiter nach Gelsenkirchen. Statt 50.000 Zuschauer im RheinEnergieStadion wird er künftig 60.000 Zuschauer auf Schalke erleben. Statt rot-weiße Traditionsfarben werden es blau-weiße sein. Statt sich mit Köln oben festzusetzen, wird Uth dies mit Schalke versuchen.

Die Personalie des 26-Jährigen zeigt die Tragweite, die der Absturz der Geissböcke mit sich gebracht hat. Spieler des Kalibers Uth wären im vergangenen Sommer bereit gewesen nach Köln zu wechseln, hätten an dem weiteren Erfolg des Effzeh mitwirken und partizipieren wollen. Der FC schien in der Lage, in eine neue Dimension vorzustoßen. Die Realität an Ostern 2018 sieht bekanntlich gänzlich anders aus.

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