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Peinliche Pleite: Hoffenheim zerlegt desolaten Effzeh

Der 1. FC Köln hat das Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 0:6 (0:1) verloren. Von Beginn an waren die Gastgeber die klar bessere Mannschaft. Insbesondere Serge Gnabry spielte groß auf. Kölns Hintermannschaft bekam Hoffenheims Offensive nie in den Griff. Offensiv präsentierte sich der Effzeh einfallslos. Am Ende zerfiel der Effzeh in seine Einzelteile.

Aus Sinsheim berichten Marc Merten und Jonas Klee

Nach dem Derbysieg gegen Bayer Leverkusen war die Hoffnung auf den Klassenerhalt bei den Domstädtern endgültig zurückgekehrt. Mit 20 Punkten auf dem Konto zog der 1. FC Köln nicht nur am Hamburger SV auf Rang 17 vorbei. Auch der Rückstand auf den Relegationsplatz war auf fünf Zähler geschrumpft. Am 28. Spieltag hatte der 1. FC Köln die Chance mit einem Sieg weiter an Boden gut zu machen. Doch bei den heimstarken Hoffenheimern stand dem Effzeh ein schwieriges Auswärtsspiel bevor. Zumal Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann mit drei Angreifern durchaus offensiv auftrat.

Ausgangslage

Stefan Ruthenbeck äußerte sich vor der Partie kämpferisch: „Wir müssen weiter Siege einfahren. Wir sind in der Pflicht, zu punkten“, hatte der FC-Trainer verkündet. Im Vergleich zum Sieg gegen Leverkusen nahm er keine Änderungen vor und vertraute auf das gleiche Personal. Der unter der Woche angeschlagene Leo Bittencourt meldete sich fit für das Spiel und stand in der Startelf. Ebenso wie Dominic Maroh. Nach seiner starken Leistung gegen Leverkusen sollte der Routinier in der Defensive erneut für Stabilität sorgen.

Moment des Spiels

Es lief die 23. Minute. Serge Gnabry, der auffälligste Spieler der Partie, setzte aus rund 25 Metern zu einem Sololauf an, versetzte erst Höger, ließ dann Maroh stehen und schloss trocken unter die Latte zum 1:0 ab (23.). Es war ein überragender Treffer, der sinnbildlich für die Leistungen beider Mannschaft stand. Die Hoffenheimer waren von Beginn an in allen Bereichen überlegen und sprühten vor Spielfreude. Köln präsentierte sich hingegen defensiv löchrig, mit vielen leichten Ballverlusten und im Angriff ohne Durchlagskraft.

Die wichtigsten Szenen

Die Gastgeber agierten sehr druckvoll und kreierten bereits nach 20 Sekunden über Serge Gnabry und Andrej Kramaric eine erste gefährliche Aktion. Den ersten Torschuss der Partie gab ebenfalls Gnabry ab (5.) und zwang FC-Keeper Timo Horn zu einer Parade. Kurz darauf hatte die TSG die dritte gute Möglichkeit. Mark Uths scharfe Hereingabe verpasste Gnabry am langen Pfosten knapp (8.). Nach diesem Schema ging es munter weiter. Hoffenheim war die klar spielbestimmende Mannschaft und erspielte sich immer wieder gute Gelegenheiten. Der Effzeh hingegen war angesichts des druckvollen Gegners völlig verunsichert und kam kaum ins Spiel. Die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck konnte von Glück reden, dass sie nicht früh in Rückstand gegangen war. So brauchte es eine Standardsituation für Kölns erste Chance: Nach einer Ecke von Marcel Risse köpfte Marco Höger nur knapp über das Hoffenheimer Tor (18.). In der 23. Minute erzielte Hoffenheim durch Serge Gnabry die überfällige Führung. Zwei Minuten später traf Hübner zum 2:0, aufgrund einer Abseitsstellung zählte der Treffer jedoch nicht (25.). Kurz daruf rettete Horn erneut gegen den überragenden Gnabry (29.). Dominique Heintz vergab nach einer Ecke noch eine gute Chance, Baumann parierte jedoch stark (37.).

Die zweite Halbzeit lief gerade einmal zwei Minuten, da musste Timo Horn zum zweiten Mal an diesem Tag hinter sich greifen. Nach einem Kölner Einwurf verlor Koziello den Ball im Mittelfeld. Gnabry lief rund 30 Meter vor dem Tor unbedrängt durch die FC-Defensive und schloss aus 20 Metern ins linke untere Eck ab. Erneut ließen in die Kölner Abwehrspieler gewähren. Nur wenige Minute später legte die TSG nach. Vogt passte Maroh in die Füße. Weil aber Heintz ihm den Ball abgrätschte, konnte Maroh ihn nicht kontrollieren. Rupp ging dazwischen, Uth konnte alleine aufs Tor zulaufen und locker einschieben (56.). Doch es kam noch dicker. Erst blockte Uth einen Koziello-Befreiungsschlag ab, setzte sich dann gegen den Franzosen durch und Rupp schob schließlich völlig frei zum 0:4 ein (61.). Wenig später drückte Uth eine Flanke von Nico Schulz über die Linie zum 0:5 (65.). Trotz der deutlichen Führung spielte Hoffenheim munter weiter und machte wenige Minuten später das halbe Dutzend voll. Mark Uth bereitete über Kölns löchrige linke Seite vor und spielte den Ball in den Rückraum. Zuber musste nur noch einschieben (72.).

Fazit

Zum Freuen: Zumindest hat der HSV nicht gewonnen.

Zum Ärgern: Vor allem defensiv war das ein katastrophaler Auftritt der Kölner.

Mann des Tages: Kein FC-Spieler stach aus der desolaten Mannschaftsleistung heraus.

Aufstellung

Horn – Meré, Maroh , Heintz, Hector (69. Sörensen) – Risse, Höger, Koziello, Bittencourt (57. Pizarro) – Osako (57. Cordoba), Zoller

Tore

0:1 Gnabry (23.)
0:2 Gnabry (47.)
0:3 Uth (56.)
0:4 Rupp (61.)
0:5 Uth (65.)
0:6 Zuber (72.)

12 Kommentare
  1. Franz-Josef Pesch says:

    Das nennt man „Arbeitsverweigerung“ ohne wenn und aber.
    Wenn die Manschaft samt Trainer noch einen Arsch in der Hose haben, ersetzten sie den treuesten Fans die mit nach Hoffenheim gefahren sind die Eintrittskarten. Es ist einfach eine Sauerei was die Mannschaft dort gezeigt hat. Ich hab es schon einmal gesagt,
    Kondition, technisches Vermögen der Mannschaft und taktisches
    Spiel ist mehr als mangelhaft !!

  2. Paul Paul says:

    Eine desolate Leistung. Ruthenbeck hätte nach 10 Minuten umstellen müssen, um die Defensive zu verstärken. Wir sind den Hoffenheimer in das offene Messer gelaufen. Schon zur Halbzeit hätten wir viel höher zurückliegen müssen. Technik, Taktik, Zweikampfverhalten, Spielintelligenz – alles erbärmlich. VORSTAND RAUS!!!

  3. Detlef Lodenkämper says:

    Lasst uns einfach morgen abend in aller Ruhe auf die Tabelle schauen. Wenn es dann auf Mainz und/oder Wolfsburg immer noch fünf Zähler Abstand sind, besteht weiterhin Hoffnung. Jetzt wieder alles in Bausch und Bogen zu verdammen, macht keinen Sinn. Frohe Ostern :-)

  4. Horst Simon says:

    Das war 1. Liga gegen 3. Liga. Erschreckend auch, wie laufschwach und zweikampfschwach
    unsere Mannschaft war. Kein Kampf! Immer wieder wurde zurück gespielt.
    Gegen solche Mannschaften sieht auch unser Leichtgewicht Koziello ganz schlecht aus.
    Es fehlen Typen bei uns. Ein Umbruch muß erfolgen. Eckbälle bringen nach wie vor nichts.
    Unverständlich ist, warum Terodde nicht gespielt hat.
    Offensichtlich hat das Spiel gegen Leverkusen die Sinne vernebelt.
    Leverkusen hat von Anfang an sehr schwach gespielt und zudem mit 10 Spielern.

  5. udo schmidt says:

    Die Niederlage in dieser Höhe geht zu großen Teilen auf das Konto des Trainerteams bzw. SR.
    Wie kann man gegen eine Mannschaft,die das Gegenpressing nach Ballverlusten so perfekt spielt wie Hoffenheim immer noch versuchen,sich ausschließlich spielerisch zu befreien?
    Wie kann man Zoller aufstellen (statt Terodde) und ihn dann vorwiegend hoch anspielen lassen?
    Warum steht man nicht zu Beginn erstmal defensiv kompakt,macht das Mittelfeld zu und gibt den schnellen Hoffenheimer Spielern erst gar nicht die Chance ins Tempo zu kommen?
    Das war völlig unangebrachter Hurra-Fußball wo man schon nach 10 Minuten sehen konnte was passieren würde.Statt umzustellen läßt man die Hoffenheimer gewähren und bedankt sich in der Halbzeit dafür.daß sie NUR 1 Tor geschossen haben.
    Bin gespannt auf die Interviews und die Meinung von SR.

  6. OlliW says:

    Hoffenheim lud einen Sparringspartner zum Trainingsspiel nach Sinzheim!

    Ich hab ja alles erwartet, auch ein gutes Gefühl gehabt. Aber das? Verlieren war drin. Hoffenheim bedeutend stärker als zuletzt, das kann auch passieren. FC wieder etwas schwächer – auch das. Ein dreckiger Sieg, von mir aus unverdient, war drin. Ein umkämpftes Unentschieden auch. Aber das? Die höchste Niederlage seit über 50 Jahren?! Hätte ich nie gedacht! Wäre Köln schon öfter zuvor so aufgetreten, wäre das Gerde und dei Hoffnung auf das Wunder lange kein Thema mehr. Hätte Hoffenheim schon öfter so gespielt, würde über Schalke, Leverkusen und Leipziog keiner mehr reden! Also – da trafen zwei Extreme aufeinander.

  7. Uli Scherber says:

    Absolute Bankrotterklärung. Ganz erbärmlich…überheblich, ohne Kampfgeist. Vielleicht sind die Herren zu sehr gelobt worden.
    Heute nehme ich den Trainer mit ins Boot… hätte spätestens nach 20 Minuten umstellen müssen.
    Wieso wurde Terrode nicht spätestens in der Halbzeit für Zoller eingewechselt???
    Für so eine Leistung hätten die Herren zu Fuß nach Hause gehen sollen!

  8. hennesarmin says:

    Erinnerte etwas an das frühere 0:4 dort, keinerlei Zugriff im Mittelfeld, die wichtigen Zweikämpfe alle verloren, der Witz war eigentlich, dass es zur Halbzeit nur 0:1 stand. Man hatte eigentlich dadurch noch alle Möglichkeiten, statt dessen wirkten unsere Spieler in Halbzeit 2 noch unkonzentrierter und körperlich irgendwie platt. Kann mich nicht erinnern, dass ich mal vor Abpfiff aus dem Stadion ging, heute war es so weit.

  9. Franz-Josef Pesch says:

    Das ist schon richtig, die Mannschaft steht auf dem Platz und nicht der Vorstand. Aber auch der Trainer muss sich fragen, ob einige Entscheidungen bezüglich Taktik und Aufstellung manchmal nicht etwas merkwürdig sind.

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