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Acht Jahre 2. Liga: So schlug sich der Effzeh im Unterhaus

Die 2000er: Köln wird zur Fahrstuhlmannschaft

Der 1. FC Köln ist zum sechsten Mal in seiner 70-Jährigen Klubgeschichte abgestiegen. In der kommenden Spielzeit tritt der Effzeh somit zum neunten Mal in der Zweiten Liga an. In den meisten Spielzeiten waren die Domstädter klarer Favorit, doch nicht immer konnten sie ihren Erwartungen gerecht werden. Ein Rückblick in die Geschichtsbücher.

Köln – Genau 20 Jahre nach dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte muss der Effzeh erneut den Gang in die Zweitklassigkeit antreten – allerdings bereits zum sechsten Mal. Keine Mannschaft ist in den letzten 20 Jahren häufiger abgestiegen als der dreimalige Deutsche Meister. Obwohl die Kölner in der Saison 1997/98 noch im Halbfinale des UI-Cups standen, ging es für die Mannschaft in dieser Spielzeit erstmals in die Zweite Liga.

Großer Umbruch in erster Zweitligasaison

Mit Bernd Schuster stand in der Saison 1998/99 ein ehemaliger Effzeh-Profi an der Seitenlinie. Zudem verließen 16 Spieler den Klub, neun neue Akteure, unter anderem Casten Cullmann und Dirk Lottner, stießen in dieser Spielzeit zu den Geißböcken. Mit nur vier Punkten aus den ersten sechs Spielen erwischten die Kölner einen katastrophalen Start in der bis dato unbekannten Liga. Am Ende landete die Mannschaft auf dem zehnten Tabellenplatz. Dieses Ergebnis ist bis heute die schlechteste Endplatzierung der Vereinsgeschichte. Erst in der darauffolgenden Saison 1999/2000 akklimatisierte sich der Effzeh im Unterhaus und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Ewald Lienen übernahm die Geißböcke und führte sie zurück in das „Gelobte Land“, wie die Wise Guys in ihrer Heldensage auf Ewald Lienen später singen sollten. Als Meister der 2. Liga kehrten die Kölner schließlich souverän in die Bundesliga zurück.

Der Effzeh steckt im Fahrstuhl fest

Nach dem Aufstieg veränderte sich die Mannschaft personell kaum. Als eingespieltes Team waren die Kölner nie in Abstiegsgefahr. Erst im Jahr darauf wurden folgeschwere Entscheidungen getroffen: Mit Marco Reich und Lilian Laslandes verpflichteten die Geißböcke zwei teure Spieler, die die Erwartungen nie erfüllen konnten. Vom ersten Spieltag an steckten die Kölner wieder im Abstiegskampf, Ewald Lienen wurde entlassen und auch Friedhelm Funkel konnte den Abstieg nicht mehr verhindern. Funkel schaffte es allerdings den Geißböcken im Jahr 2002/03 neues Leben einzuhauchen. Schon am 30. Spieltag machten die Geißböcke die Rückkehr in die Bundesliga perfekt, mussten jedoch die Zweitliga-Meisterschaft noch an den SC Freiburg abgeben. Mit 18 Treffern hatte Matthias Scherz den größten Anteil am FC-Aufstieg, lediglich der Mainzer und spätere Kölner Andrej Voronin erzielte in dieser Saison mehr Tore (20).

Die Erfolgsgeschichte von Friedhelm Funkel und seiner Mannschaft sollte jedoch nur wenige Monate nach dem Aufstieg ein jähes Ende finden. Nach zehn Spieltagen wurde der Trainer entlassen. Doch auch Jos Luhukay und später Marcel Koller konnten das Ruder nicht mehr herumreißen. Am Ende stand mit nur 23 Punkten die bis dato schlechteste FC-Saison fest. Auswärts konnten die Geißböcke gar keinen Sieg erringen. So mussten die Domstädter nach nur einem Jahr den dritten Abstieg hinnehmen. Mit Wolfgang Overath als neuem Präsidenten und Huub Stevens als Trainer gingen die Kölner in ihre vierte Zweitligasaison. Zwar verließen einige Leistungsträger nach dem Abstieg den Verein, doch mit Lukas Podolski war bereits in der Saison zuvor ein neuer Star und Publikumsliebling gefunden. Mit 24 Treffern schoss die heutige Vereinsikone den Effzeh fast im Alleingang wieder in die Bundesliga und zur Zweitligameisterschaft. Aus privaten Gründen verließ Aufstiegstrainer Stevens den Verein nach nur einem Jahr wieder und Uwe Rapolder übernahm den Klub. Mit Patrick Helmes wurde zudem ein weiterer späterer Nationalspieler verpflichtet. Doch erneut verlief die Bundesliga-Rückkehr ernüchternd. Nur zwölf Punkte holten die Kölner in der Hinrunde und Rapolder musste wieder gehen. Auch der sportliche Geschäftsführer Andreas Rettig stellte sein Amt zur Verfügung. Für ihn übernahm Michael Meier, welcher Hanspeter Latour als neuen Trainer installierte. Zwar spielte dieser mit dem Effzeh eine anständige Rückrunde, der vierte Abstieg der Vereinsgeschichte konnte allerdings nicht mehr verhindert werden. Trotzdem durfte Latour die Mission Wiederaufstieg angehen.

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