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Letztes Bundesliga-Heimspiel: Das war gut, das war schlecht

Der 1. FC Köln konnte seinen Fans zum Abschied im letzten Heimspiel keinen Sieg schenken. Gegen den FC Bayern München setzte es eine 1:3 (1:0)-Niederlage. Dennoch machten die Geißböcke vor allem im ersten Durchgang ein gutes Spiel und scheiterten wie so häufig in dieser Saison an der eigenen Chancenverwertung. In der zweiten Halbzeit sorgten die Münchener dann für klare Verhältnisse. 

Köln – Nach dem feststehenden Abstieg stehen die Zeichen in Köln auf Neuanfang. Schon zwei Spieltage vor dem Saisonende starten die Kölner die Mission Wiederaufstieg. Und dafür brachte Stefan Ruthenbeck gegen die Bayern gleich vier neue Spieler in der Startaufstellung. „Ich werde schon nach hören, ob es etwas bezogen auf die Zukunft gibt, das wichtig ist“, hatte der Trainer vor der Partie bereits Gespräche über die Aufstellung mit Armin Veh angekündigt. Mit Jannes Horn, Vincent Koziello, Christian Clemens und Simon Zoller brachte er dann auch im Vergleich zum Freiburg-Spiel vier frische Kräfte, die möglicherweise auch in der kommenden Saison mit dem Geißbock auf der Brust auflaufen werden. Spieler wie Yuya Osako, die den Verein mit aller Voraussicht nach verlassen werden, kamen daher gegen die Bayern nicht zum Einsatz.

Das war gut

Der Effzeh spielte nach dem besiegelten Abstieg gegen die Münchener völlig befreit auf. In der gesamten ersten Halbzeit machten die Geißböcke dem Rekordmeister das Leben mehr als nur schwer. Zwar hatten die Bayern gewohnt mehr Ballbesitz, doch man merkte dem FCB das Champions-League-Spiel unter der Woche deutlich an. Die Kölner wirkten spritziger, spielfreudiger und in den entscheidenden Situationen einen Tick wacher. So auch in der 30. Minute, als Christian Clemens den Ball auf rechten Seite eroberte und gedankenschnell in die Mitte passte, wo Simon Zoller Niklas Süle bedrängte, und dieser die Kugel ins eigene Netz abfälschte. Diese war nur eine von vielen Szenen, in denen der Effzeh im ersten Durchgang wacher und williger war, das Spiel für sich zu entscheiden. Während die Bayern in den meisten Spielen ein Chancenplus verzeichnen können, hatten in den ersten 45 Minuten die Kölner nicht nur die besseren, sondern auch mehr Torgelegenheiten. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spielgemacht. Wir hatten auch lange Ballbesitzphasen. Wir hätten sogar höher führen müssen“, war auch Stefan Ruthenbeck nach der Partie mehr als zufrieden mit de ersten Durchgang seiner Mannschaft.

So einfach wollte sich der neue und alte Deutsche Meister jedoch nicht geschlagen geben und kam motivierter als noch in Durchgang eins aus der Kabine. Dabei brauchte es im Endeffekt nur zwei starke Minuten, in denen der FCB die Kölner Abwehr aushebelte und das Spiel zu seinen Gunsten entschied. Anders als in Hoffenheim fielen die Kölner jedoch nicht auseinander. Es wäre ein leichtes gewesen, aufzugeben und sich seinem Schicksal hinzugeben. Doch selbst nach dem 1:3 kämpfte der Effzeh weiter um seine Würde und hatte sogar noch mehrere Gelegenheiten, noch einmal zum Anschluss zu kommen. Es wurde deutlich: Diese Mannschaft wollte sich mit Anstand von seinen Fans aus der Bundesliga verabschieden. Und das wurde von den Anhängern honoriert: Minutenlang feierten sie ihre Mannschaft nach Spielende und schmetterten einmal mehr „En unsrem Veedel“. Die Mannschaft stand geschlossen vor der Südkurve und lauschte seinen Fans andächtig. “So eine positiv-emotionale Stimmung nach dem Abstieg ist einmalig. Wir sind als Mannschaft dafür sehr dankbar”, gab Marcel Risse nach dem Spiel Einblick in die Gedanken und Gefühle der Spieler.

Das war schlecht

Man mag es kaum glauben, doch der Effzeh hätte in der ersten Halbzeit durchaus höher gegen den Deutschen Meister führen können. Simon Terodde (3.,9.), Simon Zoller (11.) sowie Marcel Risse (22.) vergaben beste Chancen. Auch im zweiten Durchgang ließen Claudio Pizarro und Jhon Cordoba gute Möglichkeiten aus. Wieder einmal scheiterte der Effzeh also an seiner Chancenverwertung und musste am Ende nach eigener Führung erneut eine Niederlage wegstecken. Schon zum achten Mal in dieser Saison holten die Kölner nach eigener Führung keinen Sieg.

Zwar wurde der DFB-Pokalfinalist im zweiten Durchgang wesentlich aktiver und spielbestimmender, trotzdem zog sich der Effzeh in der zweiten Hälfte zu weit zurück. Die Gastgeber waren zu weit von ihren Gegenspielern entfernt und gingen nicht mehr so konsequent in die Zweikämpfe wie noch in Hälfte eins. „In der zweiten Halbzeit waren die Bayern dann übermächtig und haben sehr viel Druck gemacht. Diesem Druck konnten wir nicht stand halten“, resümierte der Trainer. Folgerichtig fielen die drei Treffer der Bayern. Vor allem beim 3:1 agierten die Kölner lediglich als Statisten beim München Torerfolg. James konnte den Ball völlig unbedrängt in den Strafraum flanken, wo Tolisso völlig alleingelassen wurde und zum dritten Tor einköpfen konnte.

So geht es weiter

Am letzten Spieltag reisen die Kölner zum VfL Wolfsburg. Auch hier wird der Effzeh im Sinne des Wettbewerbes noch einmal alles reinwerfen müssen. Denn der VfL steckt nach wie vor mitten im Abstiegskampf. Bei einem Sieg des Effzeh droht den Wölfen sogar zusammen mit den Kölnern der direkte Abstieg. Verlieren die Geißböcke in der Autostadt, geht der Hamburger SV mit in die zweite Liga und Wolfsburg muss sich aller Voraussicht nach durch die Relegation retten.

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