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Czichos ist da: Viel Vertrauen in das neue Defensiv-Duo

Als der 1. FC Köln am Donnerstag die Verpflichtung von Rafael Czichos vermeldete, war dies längst nur noch die Bestätigung dessen, was eh schon alle wussten. Der 28-Jährige galt als Wunschspieler des neuen Trainers Markus Anfang. Wie wichtig – und umworben – der Innenverteidiger den Kölner ist, zeigt auch die Vertragslaufzeit.

Köln – Czichos kommt von Holstein Kiel, wo er Kapitän unter Markus Anfang war, 31 Zweitliga-Spiele und zwei Relegationsduelle absolviert hat und seinem Übungsleiter nun zum FC folgt. Czichos gehörte zusammen mit Lasse Sobiech vom FC St. Pauli zu den beiden besten Innenverteidigern der abgelaufenen Zweitliga-Saison. In der nächsten Spielzeit sollen sie gemeinsam beim FC die Schotten dicht machen.

Sportchef Armin Veh war es wichtig, Spieler zu verpflichten, die die Zweite Liga kennen. Czichos und Sobiech gehören dazu, insbesondere letzterer. Beide gelten als ausgesprochen robust, zweikampf- und vor allem kopfballstark. Sie sollen hinten alles wegräumen und im Kölner Spielaufbau die erste Station übernehmen. Czichos weiß bereits, was sein Trainer von ihm erwarten wird. Darüber hinaus kennen beide Spieler die Liga bestens. Es gibt also keinen Zweifel daran, dass das Verteidiger-Duo, so es denn zusammen harmonieren wird, das Potential zu einem herausragenden Zweitliga-Pärchen in der Defensive hat.

Sobiech hat deutlich mehr Erfahrung

Was bei beiden Spielern jedoch auf den ersten Blick verwundert, ist die Vertragslaufzeit. Der 28-jährige Czichos und der 27-jährige Sobiech unterschrieben jeweils Vier-Jahres-Verträge bis 2022. Schon bei der Vorstellung des Ex-Paulianers ließ die Laufzeit aufhorchen, jedoch verfügt der ehemalige U21-Nationalspieler über drei Jahre Bundesliga-Erfahrung und stand überdies in 131 Zweitliga-Partien auf dem Rasen. Sobiech hat seinen Qualitäten also bereits über Jahre an höheren Stellen nachgewiesen.

Für Czichos hingegen bedeutete die zurückliegende Saison die erste Spielzeit in Liga zwei. Bei seinen vorherigen Klubs aus Erfurt und Kiel erlebte er vor 2017 nur die Dritte Liga. Dort gehörte er über Jahre zu den Leistungsträgern seiner Teams. Den Sprung in Liga zwei schaffte er aber erst durch den Aufstieg der Kieler. Dass er sich sofort auch im Unterhaus etablierte, spricht für die Qualität und den Lernwillen des Innenverteidigers. Doch dass Czichos auch die Qualität für die Bundesliga hat – und dahin will der FC bekanntlich umgehend zurückkehren – muss dieser erst nachweisen.

Die Vier-Jahres-Verträge sind für beide Spieler insbesondere unter Berücksichtigung ihres Alters ein klarer Vertrauensvorschuss. Die Qualitäten für die Zweite Liga haben sie nachgewiesen. Doch Sportchef Armin Veh ist überzeugt, dass beide Spieler auch in der Bundesliga bestehen könnten. Bei Czichos war der Vertrag wohl aber auch ein Entgegenkommen aufgrund der Konkurrenzsituation. Wie der Spieler dem kicker bestätigte, hatte auch der Hamburger SV um den Innenverteidiger geworben. Doch am Ende machte der FC das Rennen.

9 Kommentare
  1. Paul says:

    Ich bin der Meinung, dass Veh die erste Liga zu schnell abgeschenkt hat, indem er sich früh auf Markus Anfang als neuem Trainer festgelegt hat, auch wenn es im Winter realistisch war, aber er hat ein klares Konzept für den Wiederaufstieg. Es stellt sich nur die Frage, wie es weitergeht, wenn der Plan gelingt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir so nicht aus dem Fahrstuhl herauskommen, weil die neue Mannschaft auf Spieler aufbaut, die in der Bundesliga keinen Durchbruch geschafft haben und schon ziemlich alt sind. Veh hätte mehr um Heintz kämpfen müssen.

  2. Juergen Lex says:

    Heintz ist weg. Gut so. AV sollte sehen das Mere bleibt ,er ist wichtiger als Heintz. Dazu der Junge aus Nigeria und gut ist es. Wenn man aufsteigt wird es sowieso wieder Veränderungen geben. Ein Schritt nach dem anderen.

  3. Klaus-Uwe Saiko says:

    Wenn die beiden neuen IV Sobiech und Czichos es schaffen alles hinten dicht zu machen, so daß Timo Horn während des Spielbetriebes den Autogrammwünschen nachkommen kann, denke ich das alles richtig gemacht wurde.

    Warten wir doch einfach mal ab, wie sich die Neuen unter Trainer Anfang in der 2. Liga so machen bzw. entwickeln und urteilen nicht schon jetzt, daß sie in der 1. Liga nicht bestehen könnten. Eine Neubewertung des Spielerkaders sollte doch erst zum Ende der kommenden Zweitligasaison erfolgen.

    • Hans-Jörg Fischer says:

      Seh ich genauso und by the way: Auch ein Dominique Heintz kam damals aus der 2. Liga und hat sich auf Anhieb in der Bundesliga etabliert. Also sehe ich erstmal keinen Grund, warum das mit dem Duo Czichos/Sobiech nicht auch klappen sollte.

  4. Horst Simon says:

    Endlich haben wir 2 robuste, zweikampf-und kopfballstarke IV.
    Heintz war die letzte Saison nicht gut. Nicht ohne Grund ist er in Freiburg gelandet.
    Sörensen spielte schon länger schlecht. Mere hat m.E. auch nicht überzeugend gespielt.
    Wurde schon mal überlaufen oder war zu weit vom Gegner weg. War allerdings noch
    einer der besseren Spieler.
    M.E. werden wir auch noch einen Linksverteidiger brauchen, denn J.H. will ja unbedingt weg.
    Aber das wird A.V. schon wissen.
    Freue mich schon auf die ersten Testspiele.

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