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Plan B nach Paintsil-Absage: Spielmann nicht erste Wahl

Ziemlich dünne Personaldecke auf den Außenbahnen

Joseph Paintsil wechselt nach Genk. Der 1. FC Köln hat das Wettbieten um den 20-jährigen Linksaußen von Ferencvaros Budapest verloren. Damit müssen sich die Geissböcke nach einem anderen Nachfolger für Leonardo Bittencourt umsehen. Oder gehen die FC-Bosse gar Risiko?

Köln – Er sollte der Bittencourt-Nachfolger werden, doch am Ende konnte sich KRC Genk über die Zusage des schnellen Linksaußen aus Ghana freuen. Joseph Paintsil reiht sich damit in die Liste der vielen Spieler ein, die beim FC in den letzten Jahren auf der Liste als potentielle neue Flügelspieler gestanden hatten, aber doch nicht kamen.

Dünne Personaldecke auf den Außen

Zur Erinnerung: In der letzten Saison waren es unter anderem Maxwel Cornet, Martin Braithwaite und Ihlas Bebou gewesen, die hätten kommen sollen und dann doch absagten. Anderthalb Jahre lang suchte Ex-Manager Jörg Schmadtke neue Flügelspieler und fand doch niemanden außer Christian Clemens. Später erklärte er, dass dieses Versäumnis einer der größten Fehler auf dem Transfermarkt in seiner Zeit beim FC gewesen sei.

Es sollte sich bewahrheiten. Bis heute lahmt der FC auf den Flügeln gewaltig und stieg auch deshalb in die Zweite Liga ab. Marcel Risse sucht nach seinen schweren Knieverletzungen noch immer diverse Prozent bis zu seiner alten Form. Der erwähnte Clemens soll von Markus Anfang in der Zweiten Liga wieder hingebogen werden, Zweifel sind zumindest angebracht. Tim Handwerker wurde im vergangenen Sommer eigentlich nur für die U21 verpflichtet. Zusammen mit Chris Führich bildet das Nachwuchs-Duo nun aber aktuell die einzige Besetzung vorne links. Eine ziemlich dünne Personaldecke auf den Außen, zumal unter Berücksichtigung der Ansprüche und finanziellen Möglichkeiten der Geissböcke in Liga zwei.

Schaub nach links? Was dagegen spricht

Dann wäre da allerdings noch Louis Schaub. Der Neuzugang aus Österreich ist ein Linksfuß, der in den letzten Jahren vornehmlich in einem 4-2-3-1 die rechte Außenposition inne hatte. Schaub zählt zu jenen Spielern, die gerne mit dem „falschen Fuß“ von ihrer eigentlich schwächeren Seite in die Mitte ziehen, dort entweder selbst abschließen oder den finalen Pass zum Torabschluss ihres Mitspielers spielen. Arjen Robben lässt grüßen.

Eigentlich könnte Schaub diese Rolle künftig auch beim FC spielen. Nun aber äußerten sich die FC-Bosse nach der Paintsil-Absage derlei, dass Schaub dank seines linken Fußes auch auf links spielen könne und deshalb eine Neuverpflichtung auf dem linken Flügel nicht zwingend nötig sei. Aus Österreich ist allerdings konträr dazu zu hören, dass Schaub alles andere als ein Flankenläufer für die linke Seite ist. Hohe Hereingaben aus vollem Lauf mit links ins Zentrum auf kopfballstarke Mittelstürmer gehören demnach nicht zu Schaubs Stärken. Simon Terodde und Co. wären für solche Zuspiele zwar dankbare Abnehmer. Doch gerade diese Qualität bringt Schaub offenbar vornehmlich nicht mit. Vielmehr wäre der Österreicher in einem von Markus Anfang bevorzugten 4-1-4-1-System prädestiniert für die Rolle auf der rechten Halbposition neben einem Außenbahnspieler wie Risse. Als linker Flügelläufer hingegen, so scheint es, wäre er verschenkt.

18 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Es ist in Ordnung, wenn sich die Medien und wir Fans uns Gedanken machen, wo im FC-Kader wichtige Positionen noch nicht oder nicht gut genug besetzt sind. Heute Morgen z. B. bringt nicht nur der Geissblog dieses Thema, sondern in gleicher Weise auch der Express.

    Dass der FC allerdings deshalb abgestiegen ist, weil wir in der vergangenen Saison nicht den richtigen rechten Außenverteidiger hatten und auch die offensiven Außenspieler nicht gut genug waren: Ich weiß nicht. Trotz dieser richtigerweise benannten Schwachstellen lagen die Probleme der Mannschaft doch tiefer. Die Probleme sind doch hier von uns Kommentatoren immer wieder aufgezählt und besprochen worden.

    Ich bin sicher, dass unsere Mannschaft auch in der jetzigen Zusammenstellung den Wiederaufstieg schaffen wird – vorausgesetzt dass Markus Anfang es gelingt, mit einer vorgelebten Begeisterung, mit viel Qualität und mit harter Hand den Jungs aus dem alten Kader wieder Leben einzuhauchen und die neuen mit geschickter Hand möglichst schnell zu integrieren.

    Natürlich wäre es trotzdem gut, die Mannschaft noch weiter zu verstärken, ganz klar. Aus einem „Wettbieten“, wie Marc Merten es oben genannt hat, sollte sich der FC allerdings heraushalten. Wenn Berater ihre Schützlinge quer durch ganz Europa zum Kauf feilbieten – so hört es sich ja im Fall Paintsil an – dann ist der betreffende Spieler vielleicht auch nicht der richtige für den FC, gerade wenn es sich um Spieler aus dem Ausland handelt, zu denen (noch) kein wirklicher persönlicher Kontakt besteht.

    Übrigens: Zu den beim FC immer wieder gescheiterten Versuchen, junge Spieler, die aus dem Auslang nach Köln kommen, beim FC erfolgreich zu integrieren, steht aktuell ein sehr interessanter Artikel beim effzeh.com ein:

    https://effzeh.com/zum-einstieg-ungeeignet-der-1-fc-koeln-und-junge-talente-von-ausserhalb/

    Mit anderen Worten: Ich könnte mir vorstellen, dass Transfers von deutschen oder ausländischen Spielern dann erfolgversprechender sind, wenn der FC diese Spieler schon länger beobachtet hat und es auch schon wiederholt persönliche Kontakte zu ihnen und ihren Beratern gegeben hat. Dann wissen beide Seiten eher, was sie voneinander erwarten können. Schnellschüsse im Rahmen eines „Wettbietens“ dürften wahrscheinlich eher in die Hose gehen, um es mal so zu sagen.

    Am Rande: In unserem Forum wurde zuletzt einigen von uns sinngemäß gesagt, Jörg Schmadtke hätte im Sommer 2017 die enorm überhöhten Ablösen zwangsweise zahlen müssen, da die abgebenden Vereine ja gewusst hätten, dass der FC Geld habe. Oder anders gesagt: Hätte Schmadte die 30 bis 40 Millionen Euro für die Sommertransfers 2017 nicht ausgegeben, hätte der FC gar keine neuen Spieler bekommen.

    Vielleicht ist da ja etwas dran.
    Nur im Augenblick ist es ja gar nicht so extrem anders. Ich lese immer wieder – beispielsweise wiederholt im Fachblatt Kicker – dass der FC finanziell trotz Abstieg gut dasteht und auch, was Transfers angeht, absolut handlungsfähig ist. Das heißt: (Auf einem niedrigeren Niveau als 2017) Der FC hat Geld! Und es ist bekannt, dass der FC die Mannschaft unbedingt umbauen muss, um den Wiederaufstieg zu schaffen. Und trotzdem: Die von Armin Veh abgewickelten Transfers von Terodde/Koziello bis zuletzt Czichos lesen sich, finanziell gesehen, wie ein Sparbrötchen!

  2. Paul says:

    Da hat unser geliebter Loser-Verein mal wieder gezeigt,was er kann! Hoch gepokert und – verloren (… wie immer). Wir wurden von dem internationalen Traditionsverein KRC Genk (…schon mal gehört?) ausgestochen! Kann schon mal passieren, man muss halt sparen, wenn man für einen anderen tollen Stürmer schon 17 Millionen bezahlt hat!

    Jetzt will man die Löcher offensichtlich mit dem vorhandenen Personal stopfen, weil der Kader breit aufgestellt ist (… schon mal gehört?). Es kommt, wie es zu befürchten war: die guten Spieler gehen weg, die schlechten bleiben!

    Der Kader ist gut genug, um die nächste Runde im Aufzug zu fahren!!! Hauptsache, wir haben Spaß dabei!

    • Michael H says:

      Dass sich Paintsil in Henk heimischer als in Deutschland fühlen wird, ist doch klar. Es dürfte auch sehr viel einfacher für ihn sein, sich dort zurechtzufinden.

      Und wie oben schon geschrieben – wir haben in den letzten Jahren kein wirklich glückliches Händchen mit Spielern gehabt, die im jungen Alter aus Kulturen kamen, die wenig mit der deutschen gemein haben. Da hilft die Kölner Art auch nicht wirklich – auch wenn das natürlich lokal anders gesehen wird.

      Von daher: lieber wen bekommen, der keine Wundertüte darstellt. Notfalls auch erst im Winter.

    • Flizzy says:

      Ohne jegliches Hintergrundwissen und bevor das letzte Wort gesprochen wurde, jault Private Paula wieder seine Klagelieder über seinen „geliebten“ Loser Verein in die Weltgeschichte.
      Wie man es auch schon in den Pressekonferenzen mit erlebt hat, Veh lässt sich nicht gerne verarschen. Und das ist gut so. Paintsil wäre schon ein sehr interessanter Neuzugang gewesen, aber nicht um jeden Preis.
      Immerhin bleiben uns der schlechte Timo Horn und der grottenschlechte Jonas Hector erhalten. Und da ein dauerverletzter Bittencourt ja kaum zu ersetzen ist, plädiere ich mal direkt für einen Abstieg in Liga 3 a la Kaiserslautern. Handwerker und Führich sind zudem absolut talentfrei…armer 1. LoserClub Tasmania Köln…

  3. Hans-Peter Neuse says:

    Ob wir noch Aussen brauchen, hängt doch weitestgehend von den Wünschen von Anfang ab und dem System was er spielen will.
    Sinnvoll wäre sicher eine Verstärkung für Links vorne. Aber absolut nötig? Nur um eine Position zu besetzen?
    Ich weiss nicht…..da ist doch abwarten gefragt. Warten auf den Beginn des Trainings bei uns und vor allem auf die frühe Schließung des Transferfensters der Inselaffen. Da könnt für uns was rausspringen. Ein Talent von dort, für 2 Jahre geliehen, das hätte was.

  4. Anti Raute says:

    Der Bericht vergisst, dass wir nun in der 2. Liga spielen und vergleicht das mit der Situation aus der letzten Saison, wo wir noch in der 1. Liga waren. Das kann man nicht vergleichen, warum sollte man Handwerker nicht auf LOM ausprobieren. Nicht zu vergessen, die 2. Liga fängt bereits Ende Juli an, also bis zum schließen des Transferfensters bis 31.8. ist dann noch genügend Zeit. Ich halte nichts davon, einen Spieler zu verpflichten, nur um eine Position zu besetzen, damit sie besetzt ist und völlig außer Acht zu lassen, ob uns dieser Spieler auch besser macht als ein Spieler, den wir bereits im Kader haben.

    Der Effzeh sollte unseren jungen Talenten endlich Spielzeit geben und nicht nur immer ein paar Minuten pro Spiel. Wie soll sich denn sonst ein Talent entwickeln bei uns? Andere Vereine machen das genauso, wenn sie nicht gerade Bayern München oder BVB heißen. Wir können es uns auch leisten, junge Spieler spielen zu lassen, denn an Qualität fehlt es der Mannschaft keineswegs, der Effzeh hat mit Horn, Hector, Koziello, Schaub und Terodde mindestens 5 Spieler, um die uns jeder andere Zweitligist beneidet. Dazu noch einen Hauptmann, Risse, Guirassy usw.

    Man muss auch mal den Mut haben junge Spieler über eine längere Zeit spielen zu lassen und nicht nach dem ersten Fehler wieder zu verbannen, ich hoffe doch sehr, dass Anfang das besser macht als Stöger.

  5. NICK says:

    Also ich bin auf jeden Fall froh, dass der Paintsil nicht kommt. Sind wir mal ehrlich – die bulgarische oder war es Ungarn haben maximal 3.Liga-Niveau. Was wurde hier ein Hype um einen Spieler gemacht der dort 10 Tore und 7 Vorlagen hinbekommen hat und dann noch rumzockt als wäre er Messi…Spieler mit ähnlicher Ausbeute gibts auch vor der Haustüre für 300.000 und die sprechen sogar direkt Deutsch und integrieren sich schnell…

  6. Alf Krispin says:

    Weiß nicht, wer hier der echte Zocker ist? Paintsil hat eben seinen Preis, den der FC oberschlau probierte zu drücken und zufolge natürlich das Management lächelnd abwinkte. Es gab bekanntlich auch gute Angebote wie man sehen konnte und das zählt. Bei Paintsil ist es halt nicht so wie bei Schaub, der froh ist, irgendwie, irgendwann in die deutsche Bundesliga zu kommen, auch wenn es nur die zweite ist, der aber an die Torquote eines Paintsil nicht heran kommt.

    • J B says:

      „oberschlau probierte zu drücken“. Bitte erstmal recherchieren bevor man so ne Behauptung rauslässt. Ich wüsste nicht das Thema Youth Paintsil mit einem Preisschild versehen hat, davon war auf jeden Fall nichts zu lesen.
      Was jedoch zu lesen war ist dass Genk vor dem FC ein Angebot abgegeben hat das als nicht ausreichend bewertet wurde (da weiß ich noch nicht mal von wem, Berater oder Verein). Nach dem Angebot des FCs hat Genk sein Angebot nochmal nachgebessert und den Zuschlag erhalten.
      Laut transfermarkt.de zahlt Genk jetzt 2 Millionen. Wenn der FC der Meinung ist dass er nicht mehr als 2 Millionen wert ist, ist das vollkommen ok. Dieser Meinung scheinen gerüchtehalber auch weitere Interessenten wie Bremen, Basel, Anderlecht und Austria Wien gewesen zu sein.

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