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Veh: „Ich hätte die Spieler auch für die 1. Liga gewollt“

Armin Veh könnte gelingen, was er selbst für nur sehr schwierig gehalten hatte: die Kaderplanungen bis zum Trainingsauftakt des 1. FC Köln am 25. Juni abzuschließen. Es fehlt nur noch ein offensiver Linksaußen. Nun erklärte er, dass er alle Neuzugänge auch für die Bundesliga verpflichtet hätte.

Köln – Der 1. FC Köln ist mit seinen Transferplanungen überraschend weit. „Das ist vielleicht der einzige Vorteil des lange absehbaren Abstiegs“, sagte Veh nun der Bild. „Wir wussten relativ früh, dass die Abstiegs-Wahrscheinlichkeit hoch ist und konnten uns deshalb früh um die Zweitliga-Planung und Gespräche mit Neuzugängen kümmern.“

Neuzugänge nicht nur für Liga zwei

Gleichzeitig musste der FC zweigleisig planen, suchte sich aber offenbar Spieler als Transferziele aus, die der Klub auch im Falle des Klassenerhalts anvisiert hätte. Simon Terodde und Vincent Koziello im Winter waren dafür bereits die ersten Anzeichen, Spieler wie Louis Schaub, Niklas Hauptmann und Lasse Sobiech sollen ebenso in diese Kategorie gehören. „Die ersten Gespräche mit möglichen Neuzugängen begannen im Februar, März“, sagte Veh und erklärte: „Wobei ich diese Spieler auch für die 1. Liga gewollt hätte.“

An diesen Worten werden sich Veh und die Neuzugänge messen lassen müssen. Denn der Effzeh hat den sofortigen Wiederaufstieg zum einzig denkbaren Saisonziel für 2018/19 auserkoren. Kein Wunder, verfügen die Geissböcke schließlich zusammen mit dem Hamburger SV über das mit Abstand größte Budget. Veh betonte deshalb auch, dass der FC nur Spieler verpflichtet habe, die auch über die kommende Saison hinaus – und damit aus Sicht der Geissböcke künftig wieder in der Bundesliga – bestehen und Leistungsträger sein könnten. „Weil ich von Spielern wie Schaub, Hauptmann, Sobiech, Czichos und unseren rechten Verteidigern Bader und Schmitz überzeugt bin“, sagte Veh. „Ich sehe bei allen eine gute Zukunft. Und trotzdem werden sie uns schon kurzfristig dabei helfen, unser Ziel zu erreichen.“

Czichos ist fix: sechs Neue, neun Abgänge

Bemerkenswert: Obwohl Rafael Czichos noch nicht offiziell vorgestellt wurde, zählte Veh den Innenverteidiger bereits mit dem neuen Kader. Doch der Kieler weilte am Mittwoch bereits am Geißbockheim und dürfte dort seinen Wechsel finalisiert haben. Damit haben die Geissböcke in diesem Sommer bislang sechs externe Neuzugänge verzeichnen können. Der neue Linksaußen ist die letzte offene Planstelle. Es sei denn, weitere Spieler würden den FC verlassen. Bislang stehen neun Abgänge fest. Die Übersicht über alle Transfers findet Ihr hier.

8 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Der Geissblog bringt hier Aussagen, die Armin Veh in einem längeren „Bild“-Interview machte, das heute veröffentlicht wurde:

    https://www.bild.de/sport/fussball/1-fc-koeln/veh-sportboss-interview-koeln-55925738.bild.html

    Interessant fand ich in diesem Interview auch, dass Armin Veh zum wiederholten Male sagte, er sei vom Abstieg des FC ausgegangen, als er nach Köln kam und habe schon damals auf dieser Basis mit der Planung für die neue Saison begonnen. Für uns als Fans, die wir uns Klassenerhalt sehr gewünscht haben, sicherlich eine fragwürdige Einstellung – auf den ersten Blick. Aus der Sicht eines Sport-Geschäftsführers mag es sich aber so darstellen, dass es einfacher ist, eine nicht mehr zukunftsfähige Mannschaft in der 2. Liga neu aufzubauen, als in der 1. Liga mit all den verbliebenen „Fußkranken“, die eigentlich nicht mehr richtig mitziehen oder sich nach anderem umschauen.

    Interessant auch, dass sich Armin Veh und Markus Anfang noch gar nicht kannten, als Veh beim FC anfing. Das spricht ja nicht dagegen, dass Veh in dieser Sache das letzte Wort hatte. Nur mal aus Interesse: Wie ist Markus Anfang denn überhaupt beim FC ins Gespräch gekommen?

    • Klio says:

      Die Bemerkung von Veh, dass er Anfang im Dezember noch gar nicht kannte, bezieht sich wohl auf die persönliche Bekanntschaft, da er in der Folge z.B. von der Empathie zwischen ihm und Anfang spricht. Beruflich bedingt wird Veh auf jeden Fall gewusst haben, wer Markus Anfang ist. Wenn er davon ausgegangen ist, dass der FC höchstwahrscheinlich in die 2. Liga absteigt, muss er die 2. Liga auch intensiv beobachtet haben.

      Schwierig zu sagen, ob Vehs Einschätzung, dass der Abstieg wahrscheinlich nicht mehr zu verhindern ist, dazu beigetragen hat, dass der FC es nicht geschafft hat. Das wäre der Fall gewesen, wenn man wüsste, dass Veh auf notwendige und realisierbare Transfers in der Winterpause verzichtet hätte. Hätte es z.B. etwas gebracht, einen Rechtsverteidiger zu holen? Aber immer eingerechnet: Welcher Spieler, der uns wirklich hätte helfen können, wäre denn in der Winterpause zu einem Verein gekommen, der mit 6 Punkten nach 17 Spielen abgeschlagen am Tabellenende liegt? Welcher Trainer hätte in dieser Situation kommen wollen? Labbadia hat ja z.B. abgesagt, weil er seinen Ruf nicht ruinieren wollte.

      Dass Veh bei der Planung für die nächste Saison vor allem die 2. Liga im Blick hatte, hat die Mannschaft ja nicht daran gehindert, das „Wunder“ irgendwie noch wahr zu machen. Die Mannschaft war wahrscheinlich durch die Masse von Negativergebnissen doch zu demoralisiert, um es wirklich reißen zu können. Gerade die Rückschläge nach guten Leistungen (Freiburg, Stuttgart) sprechen Bände.

  2. OlliW says:

    Ich bin bisher – warum auch immer – davon ausgegangen, dass Veh den Anfang ins Spiel gebracht hat und schon gerne zur Rückrunde geholt hätte. Dann muss es ja einer vom Vorstand gewesen sein? Keine Ahnung…

    Sehr viele, ja so gut wie alle sind ja schon Ende der Hinrunde vom FC Abstieg ausgegangen. Das mag so wirken wie die Flinte zu früh ins Korn geworfen zu haben. Als es dann gute Spiele gab und rechnerisch bis zum 30 Spieltag noch drin war, drin zu bleiben, blieb uns immer die Hoffnung. Aber es war schon zu viel innerlich kaputt in der Mannschaft. Jetzt wird sich dieser Weitblick aber wohl hoffentlich auszahlen.

    Und wenn dieser Kader tatsächlich den direkten Wiederaufstieg schafft, dann gibt es ja auch erst mal keinen Grund, nächsten Sommer einen erneuten Umbruch zu machen. Ein paar werden kommen und gehen, klar. Aber wenn es gelingt, reden wir ja von einer erfolgreichen Mannschaft.

    • Rolf Moersch says:

      Ja, bevor ich den Neuzugängen, der Mannschaft die Tauglichkeit für die erste Liga abspreche, steht eine erfolgreiche Saison mit der Rückkehr in die erste Liga. Ist das Gefälle von der ersten zur zweiten Liga tatsächlich so groß, dass eine erfolgreiche Zweitliga Mannschaft in der ersten Liga nicht bestehen kann ? Ich denke nein und finde, dass AV einen guten Job gemacht hat und glaube, dass sich das in der kommenden Saison bewahrheiten wird. Ich hoffe, dass für die linke Außenbahn noch eine gute Verstärkung kommt, dann sollte das Ziel Wiederaufstieg zu erreichen sein.
      Ich glaube die Kaderplanungen sind für Jonas Hector und Timo Horn eine Entscheidungshilfe zum Verbleib in Köln gewesen sein.

      • OlliW says:

        Genau. Man hat ja an H96 und dem VfB gesehen, dass man nach dem Aufstieg sehr locker drin bleiben kann. Und der FC beweist das ja recht regelmäßig ;-)
        Es wird auch spannend in Liga 1, ich traue Düsseldorf und / oder dem FCN zu, dass sie drin bleiben und die Probleme bei ganz anderen auftreten. Vielleicht Freiburg, Mainz, Augsburg… und auch hoffentlich noch mal WOB. :-)

        • Anti Raute says:

          Eigentlich wäre es an der Zeit,dass Hertha und die Eintracht mal wieder dran wären, am Abstieg zu kratzen. Auch Werder sollte sich nicht zu sicher sein, dazu die oben genannten, aber Düsseldorf und der Club brauchen schon einen Super Start sonst wird es eng mit dem Klassenerhalt, weil die Qualität (noch) fehlt.

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