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Virtuelle Bandenwerbung: FC muss auf Mehreinnahmen warten

Die kommende Saison bringt für die Bundesligisten eine millionenschwere Neuerung. Dank einer neuen Technologie kann bei Live-Übertragungen ins Ausland die Bandenwerbung virtuell überblendet und für internationale Märkte personalisiert werden. Der 1. FC Köln muss auf diese Mehreinnahmen aber noch warten.

Köln/Frankfurt – Die Deutsche Fußball Liga hat den Weg freigemacht. Ab der Saison 2018/19 können Bundesligisten bei TV-Spielen im Ausland die neue Technologie virtueller Bandenwerbung nutzen. Eine Neuerung, die laut Experten eine Steigerung der Werbeeinnahmen von sieben Prozent bringen könnte – von der der 1. FC Köln aber noch nicht wird profitieren können.

Effzeh muss sich nach Abstieg gedulden

Der Grund: der Abstieg. „Uns als Zweitligist betrifft dies in der kommenden Saison nicht“, sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle dem GEISSBLOG.KOELN. Noch nicht – denn bekanntlich will der FC nach dem Abstieg in der kommenden Saison sofort wieder aufstiegen. Daher wird man sich bei den Geissböcken in den kommenden Monaten trotzdem mit dem Thema beschäftigen, um bei einer Rückkehr ins Oberhaus im Bereich der Auslandsvermarktung deutlich mehr verdienen zu können als bislang. Wie viel genau, darüber will Wehrle aber noch nicht spekulieren. „Es ist für uns aktuell nicht seriös absehbar, um welche Summen es gehen könnte, da wir bislang keine Gespräche in dieser Richtung geführt haben.“

Klar ist jedoch: Die neue Technologie öffnet weitere Vermarktungs- und Einnahmemöglichkeiten. Bei virtueller Werbung werden Werbebotschaften auf den Banden im Stadion für das TV-Bild mit anderen Botschaften überblendet. Weder für die Zuschauer im Stadion noch für das TV-Publikum in Deutschland ändert sich dadurch etwas. Sehr wohl aber in den ausländischen Märkten, denn dort bekommen die Zuschauer andere, auf sie zugeschnittene Werbung zu sehen. So können Klubs weitere Sponsoren gewinnen in internationalen Märkten, die bis dato nicht zu erschließen waren. Mehr Werbeflächen, mehr Sponsoren, mehr Geld für die Klubs, so die Rechnung hinter der neuen Technologie.

Wird die finanzielle Kluft noch größer?

Möglich macht dies eine Infrarot-Technologie in den LED-Bandensystemen in den Stadien. Diese sendet für das menschliche Auge unsichtbares Infrarotlicht, das wiederum von den Kameras erfasst werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, die Daten der Banden so zu steuern, dass sie digital am TV-Bild umgewandelt und mit anderen Werbebotschaften versehen werden können.

Die Bundesliga folgt damit einem Trend, der in der vergangenen Saison erstmals in der Premier League eingesetzt wurde. Der dortige Marktführer, das Unternehmen Supponor, soll auch in Deutschland die Aufträge übernehmen. Dahinter steckt eine Partnerschaft mit dem Sportrechte-Vermarkter Lagardère Sports. Bislang sind allerdings erst der FC Bayern München und Borussia Dortmund technologisch in der Lage, die neue Vermarktungsmöglichkeit zu nutzen. Allerdings sind es auch diese beiden Klubs, die die TV-Quoten der Bundesliga im Ausland mit Abstand dominieren. Die finanzielle Kluft zwischen den Klubs könnte sich mit dieser Technologie also noch weiter vergrößern. Auch deswegen will der 1. FC Köln für den Fall des sofortigen Wiederaufstiegs ab der Saison 2019/20 für diese Technologie bereit sein. Denn der Effzeh war in den letzten Jahren im Vergleich zu sportlich erfolgreicheren Mannschaften überproportional interessanter bei TV-Übertragungen im Ausland. Die Geissböcke könnten auf diesem Wege also finanziell im nationalen Vergleich aufholen.

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