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Konkurrenzkampf: Enge Duelle in der Innenverteidigung

Am Mittwoch dürfen die Profis des 1. FC Köln regenerieren. Der erste freie Tag in der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison steht an, ehe es am Donnerstag mit zwei Einheiten um 10 und 15 Uhr am Geißbockheim weitergeht. Dann schreitet auch der Konkurrenzkampf fort, der in Bad Gögging erste Konturen bekommen hat.

Köln – Seit Tag eins lässt Markus Anfang in taktischen Trainingseinheiten seine neue Spielidee einstudieren. Die elf Positionen auf dem Feld sind mindestens doppelt besetzt. Nach den Einheiten im Trainingslager in Niederbayern lässt sich erahnen, wer gegen wen um einen Platz in der Startelf kämpft. Der GEISSBLOG.KOELN stellt die Positionen in den nächsten Tagen einzeln vor und nennt die Kandidaten.

Tor: Klare Hierarchie und williger Nachwuchs

Auf keiner Position ist die Hierarchie so klar wie im Tor. Timo Horn hat durch sein Bekenntnis zum Effzeh jede Frage nach einer möglichen neuen Nummer eins vom Tisch gewischt. Der Keeper geht als einer der Hoffnungsträger in die neue Saison und will zum zweiten Mal ein Garant für den Aufstieg in die Bundesliga sein. Torwarttrainer Andreas Menger will in den nächsten Wochen noch gezielter an Horns Schwächen arbeiten, insbesondere im Spielaufbau (Abstöße und Abwürfe), der im System von Markus Anfang eine wichtige Rolle spielen sollen.

Hinter Horn geht Thomas Kessler einmal mehr als Nummer zwei in die Saison. Der Vertrag des Routiniers läuft am Ende der Saison im Sommer 2019 aus. Aktuell bringt der FC zwei Talente hinter ihm in Stellung: Brady Scott und Jan-Christoph Bartels sollen um die Position der Nummer drei kämpfen. Perspektivisch planen die Geissböcke mit einem der beiden 19-Jährigen als Nummer zwei – aber ohne Zeithorizont. Denn der hängt auch von Kessler selbst ab. In dieser Spielzeit, so viel ist sicher, werden beide Youngster erst einmal Profi-Erfahrung im Training sammeln.

Innenverteidigung: Sind die Neuzugänge gesetzt?

In der Innenverteidigung streiten sich fünf Kandidaten um zwei Posten: die Neuzugänge Rafael Czichos und Lasse Sobiech, die beiden etablierten, aber abwanderungswilligen Jorge Meré und Frederik Sörensen sowie Youngster Yann Aurel Bisseck. Schon jetzt scheint klar: Czichos ist auf der linken Innenverteidiger-Position erst einmal gesetzt. Der Neuzugang aus Kiel kennt als einziger Spieler im Kader die Spielidee von Markus Anfang, weiß genau, was der Trainer fordert, hat die Aufgaben verinnerlicht und deutete in Bad Gögging an, dass er über die nötige Qualität verfügt, diese Rolle auch als Stammkraft beim FC auszufüllen.

Hinter Czichos durften sich bislang Sörensen und Bisseck abwechseln. Der Däne bringt eigentlich alles mit, um Czichos ernsthafte Konkurrenz zu machen. Doch das schwache letzte Jahr hängt dem 26-Jährigen noch in den Kleidern und scheint alle guten Leistungen aus den Vorjahren verdrängt zu haben. Auch gegen Eichstätt blieb Sörensen nicht fehlerfrei, zudem gab er in der vergangenen Woche erfrischend offen zu, dass er eigentlich gerne weiter in einer ersten Liga in Europa spielen möchte (mehr dazu hier). Angebote gab es noch keine, aber umsehen wird er sich trotzdem weiterhin. Gut möglich, dass er bleibt – gut möglich aber auch, dass er für Bisseck Platz machen wird. Intern schätzt man den 17-Jährigen hoch ein. Er gilt als Rohdiamant, den Anfang schleifen soll. Sollte Sörensen gehen, wäre Bisseck die erste Alternative zu Czichos.

Auf der rechten Innenverteidiger-Position tobt dagegen bereits das erste eng umkämpfte Duell des Sommers: Meré gegen Sobiech. Der Spanier soll beim FC eigentlich verlängert, ringt aber auch noch mit sich, ob er wirklich bleiben will. Körperlich kam er mit Rückstand aus der Sommerpause, musste in Bad Gögging eine Zusatzschicht im Wald einlegen. Doch Meré gilt als charakterlich einwandfreier Profi, der eine Situation bereit ist anzunehmen. Diese Situation ist der Kampf gegen Sobiech um die Position neben Czichos. Sobiech hinterließ in den ersten neun Tagen den besseren Eindruck, kennt zudem die Zweite Liga, ist aufgrund seiner Größe enorm kopfballstark und so einer der gefährlichsten Spieler der Zweiten Liga bei Standards. Eine Qualität, die den Geissböcken in einer hart umkämpften Liga gut zu Gesicht stehen würde. Doch Merés Aufbauspiel gilt als deutlich stärker als das des Ex-Paulianers. Sollte der Spanier sich zum FC bekennen, könnte er Sobiech aufgrund seiner spielerischen Qualitäten den Rang ablaufen. Doch bei ihm – genauso wie bei Sörensen – könnte es noch ein langer (Transfer-)Sommer werden, ehe klar ist, wohin die Reise geht.

Lest morgen hier: Außenverteidiger und defensives Mittelfeld!

1 Antwort
  1. Anti Raute says:

    Lieber Marc Merten, dieser Bericht gefällt mir wiederum gar nicht. Warum?

    1. Es gibt keinen Bonus für Raphael Czichos auf der linken IV Position, der Trainer probiert im Moment aus, welcher Spieler am besten mit einem anderen Spieler am besten funktioniert. Dass er mit Czichos und Sobiech begonnen hat im 1. Testspiel würde ich nicht so hoch bewerten, es kann da durchaus noch Änderungen geben. Ich halte es für falsch, schon jetzt zu sagen, Czichos wäre erst einmal gesetzt. Wir werden sehen, wer beim 2. und 3. Testspiel in Bonn und Wuppertal in der IV spielen wird. Es wäre auch ein völlig falsches Signal vom Trainer an die Mannschaft, wenn aufgrund der gemeinsamen Kieler Zeit schon 1 Stammplatz vergeben sein sollte. Das will ich mir nicht vorstellen, denn das führt zu Ungemach im Team. Es darf nur Leistung zählen auf dem Platz, im Training.

    2. Sörensen hat in der letzten Saison fast immer auf der RV Position spielen müssen, die für ihn eine Nebenposition darstellt, dass er dort nicht so gut gespielt hat, dem stimme ich zu. Aber als IV war er nicht so schlecht, wie manche ihn hier machen(im Gegenzug wird immer behauptet Heintz wäre der beste IV gewesen, was ich nicht so sehe, zum Saisonende hin, war Heintz der schlechteste). Aber man sollte Freddy nicht jetzt schon abschreiben, nur weil er nach eine Aleternative zum Effzeh sucht. Hier hat der Effzeh das Heft des Handelns in der Hand.

    3. Meré: Auch hier kann der Effzeh nach Ablauf der AK entscheiden, ob Meré bleibt oder ob man ihn bei einem adäquatem Angebot ziehen lässt. Der Spieler hat hier nichts zu bestimmen, das kommt in ihrem Bericht anders (falsch) rüber. Sollte man Meré ziehen lassen, dann wird man einen Ersatz holen (müssen), es sein denn man fährt ein weiteres Risiko mit Bisseck, aber man wäre dann schon dünn besetzt, auch wenn ich ganz klar pro Bisseck bin, ihm Spielpraxis zu geben. Der Junge hat sich eine Chance verdient.

    Fazit: Ob es ein langer Transfersommer bei Meré und/oder Sörensen geben kann, entscheidet alleine der Effzeh. Hoffentlich setzt man sich eine Deadline, ansonsten könnte es schwierig werden, einen benötigten Ersatz zu finden. Das wäre wohl ein großer Fehler, den Veh hoffentlich nicht machen wird.

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