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Pechvogel Hauptmann: Das Laufwunder braucht noch Zeit


Niklas Hauptmann erwischte gegen Union Berlin keinen guten Tag. Der 22-Jährige agierte nervös, bekam wenig Zugriff im Mittelfeld und verlor den entscheidenden Zweikampf vor dem Gegentreffer zum 1:1-Endstand. Doch der laufstarke Youngster ist mit seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende.

Köln – Köln gegen Union, 69. Spielminute. Niklas Hauptmann und Unions Grischa Prömel lieferten sich im Mittelfeld einen harten Zweikampf. Prömel behauptete sich und leitete den Konter ein. Akaki Gofia bekam nach starkem Pass von Marcel Hartel den Ball, setzte sich auf dem linken Flügel gegen Marcel Risse durch und flankte punktgenau auf Sebastian Andersson. Tor. 1:1. Schockstarre beim FC. Doch Markus Anfang beschwerte sich lautstark beim vierten Offiziellen. Er hatte ein Foul an Hauptmann gesehen.

Hätte auf Foul entscheiden können

„In der Situation hätte man auf Foul entscheiden können“, sagte der FC-Coach nach dem Spiel zu der strittigen Szene. „Aber wir dürfen nicht jammern, die Schiedsrichter haben es schwer, so eine Situation in Bruchteilen zu entscheiden.“ Auch Hauptmann hatte den entscheidenden Zweikampf als unfair empfunden: „Für mich hat es sich so angefühlt, dass ich gefoult wurde. Mein Gegenspieler hat mich sowohl am Bein als auch an der Schulter erwischt“, sagte er.

Ob Foul oder nicht – das verlorene Duell passte zum unglücklichen Auftritt des 22-jährigen Mittelfeldspielers. Hauptmann lief zwar enorm viel, doch er kam gegen die Berliner kaum ins Spiel und gewann nur 35 Prozent seiner Zweikämpfe. Allerdings bewies Hauptmann bereits bei Dynamo Dresden, dass ihn auch schwierige Phasen nicht aus der Bahn werfen. Bei dem Ost-Klub war Trainer Uwe Neuhaus sein großer Förderer.

Er ist ein Phänomen

Der Youngster hatte sich im Dresdener Mittelfeld als Stammspieler etabliert. In der Saison 2016/17 war Hauptmann einer der überragenden Dynamo-Spieler, die Folgesaison durchlief zwar durchwachsen, doch das galt für die gesamte Mannschaft. Doch Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus schwärmte stets von seinem ehemaligen Musterschüler: „Haupe ist ein Phänomen. Er ist ganz fies zu spielen. Er schlägt immer wieder Haken, lässt den Gegner ins Leere laufen und hat dann noch die Übersicht, den Pass präzise zu spielen. Auf dem Platz so eine Ballsicherheit an den Tag zu legen, ist schon absolute Extra-Klasse.“

Unter Neuhaus war Hauptmann Taktgeber und Antreiber zugleich. „Niklas besticht durch eine hervorragende Balleroberung und -Absicherung, seine Passgenauigkeit ist erstklassig. Seine Stärken sind Technik, Ballan- und -mitnahme, der erste Kontakt. Er hat eine richtig gute Übersicht, ein Auge für den Nebenmann.“ In diese Rolle soll Hauptmann auch beim Effzeh unter Markus Anfang hineinwachsen. Trotz seines nervösen Auftritts gegen Berlin wird er die Zeit, die er dafür braucht, bekommen.

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