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Sieben Tore in zwei Spielen: Terodde hat „den Schalter umgelegt“

Beim 3:1 (1:1)-Sieg des 1. FC Köln gegen den FC Erzgebirge Aue hat sich Simon Terodde erneut zum Matchwinner gekrönt. Nachdem er den Effzeh bereits im DFB-Pokal mit einem Viererpack in die zweite Runde geschossen hatte, sorgte er am Samstag auch in Liga mit einer Dreierpack für den Kölner Erfolg. Ist der Torjäger nach einem schweren halben Jahr wieder der Alte?

Köln – Sieben Treffer in zwei Spielen: Kein Wunder, dass Simon Terodde nach dem Abpfiff gegen Aue aus dem Strahlen nicht heraus kam. Das Selbstvertrauen ist zurück beim Angreifer, das ist kaum zu übersehen. Nicht nur von Teamkollegen und FC-Verantwortlichen gab es eine Menge Lob – auch Gäste-Trainer Daniel Meyer zog vor der Leistung des Mittelstürmers den Hut.

Er hat den Schalter umgelegt

763 quälend lange Pflichtspiel-Minuten hatte Terodde nicht mehr getroffen. Doch beim Pokalspiel in Berlin erlöste er sich von seiner Torflaute – gleich viermal. Seine Treffer hatten beim Angreifer offenbar einen Brustlöser-Effekt. Denn auch gegen Aue, einem deutlich stärkeren Gegner als der Regionalligist, zeigte sich der ehemalige Stuttgarter treffsicher. Beim Effzeh ist man über die zurückgekehrte Torgefahr des Stürmers erleichtert.

„Für Simon Terodde ist es typisch. Er hat als Stürmer den schwierigsten Job. Das Pokalspiel hat ihm gut getan. Er konnte den Schalter umlegen“, sagte Sportchef Armin Veh nach dem Spiel. „Die Voraussetzung dafür ist aber, dass man es auch kann – also dass man einen Schalter hat, den man umlegen kann“,  ergänzte er lachend. Dass Terodde einen solchen „Schalter“ hat, ist unbestritten. Doch er hatte diesen eben lange aus den Augen verloren.

Kannte das nur von Mario Gomez

Sechs Torschüsse gab Terodde gegen Aue ab. Drei davon landeten im Netz. Im Pokal hatte der 30-Jährige noch einige Chancen liegen lassen, gegen Aue zeigte er sich äußerst effektiv. „Simon (Terodde) hat einen leichten Lauf“, sagte Jannes Horn. „Wenn man ihn mit einer Flanke an der richtigen Stelle erwischt, dann ist der Ball meistens drin. Ich kannte das bisher nur aus Wolfsburg von Mario Gomez. Wenn man so einen in der Box hat, ist der Ball dann halt drin“, lobte er seinen Teamkollegen.

Terodde selbst wollte seine Leistung aber nicht zu hoch hängen: „Heute war die Qualität beim Gegner höher als letzte Woche. Ich bin vollauf zufrieden mit dem heutigen Spiel. Unser Plan war, dass wir auch über die Außen kommen. Gerade zuhause müssen die Flanken in den Strafraum fliegen, da muss die Box brennen, müssen die Zuschauer aufstehen. Da kann man vielleicht, fünf, sechs, sieben oder acht Flanken verteidigen. Aber die neunte ist dann drin.“

Beeindruckende Bilanz

Stolze 92 Tore hat Simon Terodde nun in 189 Zweitliga-Spielen erzielt. Dazu kommen 29 Assists. Im Unterhaus ist der Angreifer ein echter Knipser. In der ewigen Torjägerliste der 2. Liga rangiert der Mittelstürmer bereits auf Platz acht. Doch Terodde bleibt bescheiden. „Ich habe schon in Bochum und Stuttgart bei dominanten Mannschaften in der Zweiten Liga gespielt. Hier spielen wir auch einen Fußball, der mir entgegenkommt. Ich bin in vorderster Front dafür da, die Dinger zu machen“, sagte er nach Spiel.

Aue-Coach Daniel Meyer wählte deutlichere Worte: „Simon Terodde ist nicht zu verteidigen, der überspringt uns einfach, das ist eine ganz andere Qualität.“ Teroddes Klasse war in der vergangenen Rückrunde nur in den ersten Spielen zu sehen gewesen. Seit Mitte Februar war er ohne Tor geblieben. Nun ist der Knoten offenbar geplatzt und das Selbstvertrauen zurück. Und wie hatte er nach dem Pokalspiel grinsend gesagt? „Jeder hat Spaß daran, Tore zu schießen.“ Teroddes Lust ist nicht zu übersehen. Und wenn es nach ihm geht, soll sie noch eine Weile erhalten bleiben.

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