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U21 wieder unten drin: Jedes Jahr die gleichen Probleme

Die U21 des 1. FC Köln wollte nach drei Jahren Abstiegskampf in Folge endlich wieder eine unspektakulär ruhige Saison im Mittelfeld der Regionalliga West verleben. Doch der Saisonstart ist misslungen, obwohl das Auftaktprogramm vielversprechend klang. Es zeigt sich: Die Probleme bleiben die gleichen, egal, wie der Kader aussieht oder wer der Trainer ist.

Köln – Das 3:3 gegen den TV Herkenrath brachte der U21 des 1. FC Köln den zweiten Punkt in drei Spielen. Eine magere Ausbeute angesichts des Auftaktprogramms. Am ersten Spieltag gastierte der Effzeh bei Aufsteiger Kaan-Marienborn, man spielte in Siegen auf neutralem Platz. Trotz des weggefallenen Heimvorteils für den Gegner reichte es aus Kölner Sicht nur zu einem glücklichen 1:1.

Anschließend folgten zwei Heimspiele. Gegen den Bonner SC und den zweiten Aufsteiger aus Herkenrath sollten es eigentlich mindestens vier Punkte werden. Doch gegen den BSC ging das Spiel unglücklich wegen eines Eigentores in der Nachspielzeit mit 1:2 verloren. Gegen den TVH führte der FC dann mit 3:1, konnte am Ende aber von Glück sagen, überhaupt einen Punkt mitgenommen zu haben.

Von neun Punkten musste hier niemand träumen

Entsprechend verärgert war Trainer Markus Daun nach dem Spiel gegen Herkenrath. Doch der neue U21-Coach machte auch klar, dass U21-Spieler anders zu bewerten seien als Profis. Während von Bundesliga-Spielern erwartet wird, gewisse Fehler nicht mehr zu machen, will Daun seine Talente erst zu Profis formen. „Als der Spielplan veröffentlicht wurde, habe ich viele Stimmen gehört, die mir nicht gefallen haben“, sagte Daun nach dem 3:3 am Samstag. „Mir war klar, dass diese Spiele meiner Mannschaft nicht entgegen kommen. In ihrer Jugendlichkeit kommt meine Mannschaft mit Umschaltsituationen aus einer guten Defensive heraus besser klar. Deswegen habe ich vor dem Auftaktprogramm gewarnt. Von neun Punkten musste hier niemand träumen. Ich bin leider bestätigt worden.“

Daun sieht sich zu Beginn der Saison mit den gleichen Problemen konfrontiert wie vor ihm Martin Heck, Stefan Emmerling, Patrick Helmes und André Pawlak. Seit Jahren wechselt der U21-Trainer beim FC jährlich, Kontinuität Fehlanzeige. Auch, weil alle Übungsleiter daran zu knabbern haben, dass gerade zu Saisonbeginn die jungen Spieler mit der Härte in der Regionalliga nicht klar kommen. Speziell die aufgerückten U19-Talente haben Anpassungsprobleme. Bei zweiten Mannschaften wie jener des FC sind diese weniger fußballbasiert, sondern mentaler und körperlicher Natur. „In dieser Liga bekommt man nichts geschenkt“, sagte Daun. „Wir müssen jede Woche ans Limit gehen – nicht im individuell Fußballerischen, sondern im mannschaftstaktischen und im mentalen Bereich. Die Jungs müssen lernen, erwachsener zu spielen, um in den entscheidenden Momenten richtig zu reagieren.“

Verletzte Routiniers und Top-Talente

Der FC hatte dafür eigentlich in diesem Sommer mit Lukas Nottbeck einen weiteren erfahrenen Spieler hinzugeholt. Mit Nottbeck, Florian Hörnig, Marius Laux und Roman Prokoph hatte Daun eigentlich gehofft, vier erfahrene Spieler im Zentrum den jungen Spielern zur Seite stellen zu können. Doch mit Hörnig fehlt aktuell einer der Routiniers – und das an allen Ecken und Enden. Zudem können die anderen drei den Talenten noch nicht die nötige Hilfe sein. „Von den älteren Spielern erwarte ich, dass sie ihre Erfahrungen aus hunderten Spielen mit einbringen, weil sie wissen, was Gegner im Stande sind zu leisten und was es braucht, um Erfolg zu haben“, sagte Daun.

Doch dem Trainer fehlt nicht nur Hörnig, sondern mit Hikmet Ciftci auch eines der größten Talente im Kader. Zusammen mit den weiteren Ausfällen wie Brackelmann und Jakobs haben die Jung-Geissböcke nicht nur Probleme, sich in der Liga zurecht zu finden, sondern auch personell bereits einige Rückschläge erleiden müssen. „Jetzt geht es darum, die Jungs mitzunehmen“, sagte Daun. Das nächste Spiel für die U21 zu Rot-Weiß Essen, ehe es daheim gegen Lippstadt geht, den nächsten Aufsteiger. Dann muss der erste Sieg rausspringen, ansonsten dürfte es für die Jung-Geissböcke eine weitere Saison im Abstiegskampf geben.

1 Antwort
  1. Paul says:

    Diese Probleme zeigen auf, dass immer noch etwas nicht stimmt beim FC. Wenn man wirklich junge Spieler mit einer Bundesliga-Perspektive beschäftigen würden, dann sollte deren Talent ausreichen, gegen solche Dorfvereine wie Herkenrath zu gewinnen. Das Präsidium kann seit 12 Monaten keine Erfolge mehr vorweisen und tritt bei vielen Projekten auf der Stelle. Sie sind nur noch unangefochten an der Macht, weil sie jede Opposition unterdrücken und bekämpfen. Das ist eindeutig gegen die von ihnen so hoch gelobten neuen Werte, für die der FC steht.

    Toleranz bezieht sich nicht nur auf die sexuelle Orientierung, sondern auch auf die freie Meinung, Herr Spinner!

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