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„Das Tor war brutal!“ Der Knoten bei Schaub ist geplatzt

Fünf Zweitliga-Spiele und 44 Minuten musste Louis Schaub warten. Dann konnte auch er endlich jubeln. Der Österreicher erzielte am Freitagabend beim SV Sandhausen sein erstes Ligator für den 1. FC Köln. Damit belohnte sich der 23-Jährige für starke erste Wochen bei seinem neuen Arbeitgeber.

Sandhausen – Wer sagt, dass eine Reise nach Sandhausen nicht auch ein Highlight sein kann? Zumindest in der 45. Minute, als Serhou Guirassy eine scharfe Flanke ins Zentrum schlug, Louis Schaub den Ball mit der Brust an- und mitnahm, sich um die eigene Achse drehte, in die Höhe katapultierte und den Ball mit links per Seitfallzieher ins lange Eck beförderte.

Dass die Flanke von Guirassy womöglich gar nicht Schaub gegolten hatte – geschenkt. Der Österreicher machte es perfekt und darf nun hoffen, für das Tor des Monats in die engere Auswahl zu kommen. „Das Tor von Louis war brutal“, sagte hinterher Verteidiger Lasse Sobiech. „Das hat uns Selbstvertrauen gegeben. Solche Spieler machen eine gute Mannschaft aus.“ Ähnlich sah es Sportchef Armin Veh: „Das Tor war überragend gemacht. Schon allein die Annahme war stark. Es war ein wunderschönes Tor. In solchen Szenen sieht man, dass Louis die Qualität hat.“

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal so ein schönes Tor geschossen hab

Veh hatte Schaub mit der Überzeugung zum FC geholt, eigentlich einen Erstliga-Spieler verpflichtet zu haben. In den ersten fünf Spielen hatte Schaub bereits angedeutet, dass der Kölner Geschäftsführer damit Recht behalten könnte. Doch ein Treffer war ihm zunächst noch verwehrt geblieben. Vier Vorlagen in fünf Zweitliga-Spielen, dazu ein Tor und zwei Assists im DFB-Pokal-Schützenfest gegen den BFC Dynamo. Nun also sein erster Treffer.

Dass der Linksfuß auch torgefährlich sein kann, hat er schon in Österreich bewiesen. Acht Tore und zehn Vorlagen in 34 Spielen der letzten Saison waren ebenso ein Empfehlungsschreiben für höhere Aufgaben wie seine fünf Tore in neun Länderspielen für Österreich. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal so ein schönes Tor geschossen habe“, freute sich Schaub nach dem 2:0 in Sandhausen. „Die Vorarbeit von Serhou war sehr gut – scharf und präzise. Ich hatte gehofft, dass der erste Kontakt gut ist. Der ist mir dann gelungen. Danach habe ich gehofft, dass ich das Tore treffe. Ich wusste ungefähr, wo es steht. Der Ball ist dann gut eingeschlagen.“

Im System von Markus Anfang spielt Schaub eine entscheidende Rolle. Auf der halbrechten Position tauscht der Linksfuß immer wieder mit Christian Clemens, kommt so auch über die Außenbahn und reißt durch die Rotation Lücken für seine Mitspieler. Gegen Sandhausen tat sich der 23-Jährige zwar schwer, ließ sich aber im Gegensatz zu den letzten Wochen auch mal fallen, um die Defensive mit zu stabilisieren. Darunter litt zwar zwischenzeitlich das Offensivspiel, doch für den entscheidenden Moment war Schaub dann trotzdem gut.

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