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Starkes Duo: Schaub und Clemens passen zu Anfang

Das verkorkste Testspiel am Donnerstag beim SV Wehen Wiesbaden hat nicht nur gezeigt, dass der 1. FC Köln sehr wohl noch Schwächen hat. Es hat auch indirekt gezeigt, was am Spiel der Geissböcke in der Liga bislang besonders gut funktioniert hat. Zwei Schlüsselspieler waren dabei Louis Schaub und Christian Clemens.

Köln – Es gibt wohl keine zwei Meinungen, dass das Spiel beim FC St. Pauli (5:3) gänzlich anders gelaufen wäre, hätte der 1. FC Köln in der ersten Viertelstunde der Partie seine drei Großchancen genutzt. An allen drei Chancen beteiligt gewesen waren Louis Schaub und Christian Clemens.

Schon nach vier Spieltagen zeigt sich, dass nicht nur Schaub ein wertvoller Neuzugang für die Geissböcke ist und das Potential hat, der überragende Fußballer der aktuellen Zweitliga-Saison zu werden. Es zeigt sich auch, dass unter Markus Anfang in dem neuen Spielsystem der lange gescholtene und unter Wert spielende Clemens wie ein weiterer Neuzugang agiert. Wie ausgewechselt, neu motiviert, körperlich fit und mit einer anderen Lust am Fußball im Vergleich zu den trüben anderthalb Jahren seit seiner Rückkehr im Winter 2016/17.

Louis ist ein Schlüssel in unserem Spiel

„Crille und Louis haben das sehr gut gemacht“, sagte Anfang nach dem Sieg in Hamburg. „Es heißt, Simon Terodde sei nicht zu verteidigen. Du musst ihn aber auch nur dann verteidigen, wenn er bedient wird. Und das hat wieder mit der Mannschaft zu tun. Wir versuchen jeden Spieler in seinem gefährlichen Bereich in Position zu bringen, damit er die Qualität für die Mannschaft einbringt.“ Bei Schaub und Clemens gelingt dies bislang so gut, dass Schaub bereits drei Tore in vier Ligaspielen auflegte und Clemens neben ebenfalls drei Vorlagen schon zwei Tore selbst erzielen konnte.

„Louis ist ein Schlüssel in unserem Spiel mit seinen Qualitäten“, lobte auch Armin Veh. Der Sportchef glaubt: „Ein Jahr in der Zweiten Liga wird ihm gut tun, davon bin ich überzeugt, weil es sehr intensiv ist. Er ist aber beileibe kein Zweitliga-Spieler.“ Das hoffen die Geissböcke auch bei Clemens, der davon profitiert, mit Schaub einen Spieler neben sich zu haben, mit dem er ständig die Position tauschen kann. Linksfuß Schaub und Rechtsfuß Clemens rotieren, überlassen dem einen, mal dem anderen die Außenbahn, um selbst wiederum in die Tiefe zu starten. So beim 1:2-Anschlusstreffer, als Schaub die Flanke von rechts von links und viel Schnitt trat, Clemens einlief und per Kopf vollendete.

Anfang sieht in dem guten Zusammenspiel der beiden Offensivspieler ein Zeichen der Entwicklung im gesamten Team. „Wir sehen Woche für Woche, dass wir immer besser spielen. Die Tore, die wir geschossen haben, waren herausgespielt. Das war kein Zufall.“ Umso mehr ärgerte es ihn am Donnerstagabend in Wiesbaden, dass diese Abläufe bei der zweiten Garde noch nicht so sitzen. Während Schaub, Clemens oder auch Dominick Drexler oder Serhou Guirassy zuletzt glänzten, weil sie im Moment der Ballannahme das Spiel sofort nach vorne öffneten und auf die gegnerische Abwehrreihe marschierten, gelang dies der Kölner Offensivabteilung in Wiesbaden kaum einmal. Während Schaub und Clemens die Anfang’sche Spielidee also schon vielversprechend umsetzen, müssen sich andere Spieler erst noch daran gewöhnen.

1 Antwort
  1. Ottla says:

    Was mir bei dem Artikel zu Terodde einfiel: Terodde würde bei Bayern wahrscheinlich 15 Buden machen – beim VfB aber auf der Bank sitzen… ich will damit sagen: Terodde ist nicht per se ein 2.-Liga-Stürmer, sondern ein Dominanz-Spiel-Stürmer – bei ihm fällt nur zusammen, dass dieser Dominanz-Fussball eben bei den Mannschaften, bei denen er bisher war, nur in Liga 2 gespielt wurde… s.h. zuletzt VfB, wo sich das System nach dem Aufstieg zu dem 1. Liga-typischen Überfall-Fussball gewandelt hatte – das ist nichts für Terodde… die Frage wird sein, wie kann der FC in der 1. Liga, falls er aufsteigen sollte, seinen Fussball „durchbringen“ ohne ins offene Messer zu laufen… ?

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