Markus Anfang gelang ein guter Saisonstart mit dem FC. (Foto: Mika Volkmann)

Anfang im Interview: “Wir wissen, dass wir noch mehr können”

Kann Ihre Spielidee auch im Aufstiegsfall funktionieren?

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Diese Grundtendenz würde ich auch in der Bundesliga beibehalten

Rein hypothetisch: Würde im Falle des Aufstiegs Ihre Spielidee, Ihr System, genauso funktionieren?

Ich akzeptiere für mich nicht, im Vorfeld Spiele abzuschenken. Wenn ich im Vorfeld einer Saison also schon das Ziel setzen würde, nur den Klassenerhalt oder 40 Punkte erreichen zu wollen, würde ich von vorne herein wahnsinnig viele Spiele und Punkte herschenken und davon ausgehen, dass ich viele Spiele verlieren werde. Dafür sehe ich keinen Grund. Mein Ansatz ist, guten Fußball spielen zu wollen und damit jedes Spiel gewinnen zu können. Das war in Kiel so, das ist hier so. Ob als Aufsteiger oder Absteiger. Diese Grundtendenz würde ich auch in der Bundesliga beibehalten. Sonst wäre ich unglaubwürdig.

In dieser Saison heißt beim FC das Ziel Aufstieg.

Dem verschließen wir uns natürlich nicht, weil sich das Ziel nicht mit unserem beißt. Wir wollen guten Fußball spielen und damit Erfolg haben. Die Jungs können aber nicht mehr machen, als Woche für Woche alles zu geben. Jeder für sich kann ein großes Ziel haben, aber als Trainer konzentriere ich mich auf meine Aufgabe. Und die heißt: Wie können wir guten Fußball spielen?

Wie gut spielt der FC in Ihren Augen schon Fußball?

Ich glaube, dass der Knoten durch das Pokalspiel in Berlin geplatzt ist. Dort haben wir uns gerade für die Offensive viel Selbstvertrauen geholt. Wir sind in der Lage, uns jederzeit Chancen herauszuspielen. Die Abläufe werden immer fester, immer stabiler. Gegen den Ball haben wir am Anfang sehr hoch verteidigt, in der letzten Reihe aber nicht konsequent genug und zum Teil unglücklich agiert. Das können wir besser und das haben wir zuletzt auch gezeigt. Aber: Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen.

Wie viele Spieler waren es gewohnt so hoch zu verteidigen?

Armin Veh hat die Defensivprobleme auf die Psyche zurückgeführt. Sehen Sie das ähnlich?

Es ist eine Frage der Gewohnheit. Wie viele Spieler waren es in den letzten Jahren gewohnt so hoch zu verteidigen, wie wir das heute tun? Jorge Meré hat hier und in Spanien gegen den Abstieg gespielt. Er stand in dieser Zeit zwangsläufig deutlich tiefer. Lasse Sobiech ging es mit St. Pauli genauso. Dazu haben Jannes Horn und Benno Schmitz im letzten Jahr kaum gespielt. Matthias Bader kommt aus der Dritten Liga, für ihn ist vieles noch Neuland. Marcel Risse war die Position so nicht gewohnt. Jonas Hector kannte das hohe Verteidigen zwar aus der Nationalmannschaft. Aber ansonsten war in der Viererkette Rafael Czichos der einzige Spieler, der in den letzten beiden Jahren so hoch verteidigt hat. So zieht sich das durch die ganze Mannschaft.

Auch in der Offensive?

Natürlich. Viele Spieler haben in den letzten Jahren in Mannschaften gespielt, die häufiger gekontert haben, ohne danach sofort wieder ins Gegenpressing gehen zu müssen. Konteraktionen schließt du mit zwei, drei Leuten ab und lässt dich dann wieder ins Mittelfeldpressing fallen. Das Gegenpressing in dieser Form war bei den meisten Spielern in den letzten Jahren nicht gefordert. Das ist auch vollkommen okay. Denn das heißt nicht, dass sie es nicht können oder gar nicht gespielt hätten. Es heißt nur, dass sie es in dieser Häufigkeit nicht kannten, in der wir es jetzt spielen lassen. Unsere Reaktion nach einem Ballverlust bekommt, so hoch, wie wir stehen, eine andere Wertigkeit als bei einer tiefen Position auf dem Rasen.

Der zweite Teil des großen Anfang-Interviews erscheint am Sonntag beim GEISSBLOG.KOELN.

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