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Der Titz-Wechsel und die große Nervosität in Liga zwei


Seit Dienstag hat die Zweite Liga in der Saison 2018/19 bereits fünf Trainerwechsel erlebt. Dresden, Ingolstadt, Duisburg, Sandhausen, Hamburg: Christian Titz ist das nächste Opfer einer nervösen und unruhigen Liga. Dabei war der Hamburger SV gerade einmal ein Tor von der Punktgleichheit mit dem 1. FC Köln entfernt.

Köln – Markus Anfang wollte sich nicht groß äußern. Er hatte das Spiel des Hamburger SV am Sonntag gegen den VfL Bochum live im Stadion verfolgt. Doch zur Trennung von Titz wollte er nichts sagen. „Das steht mir nicht zu“, sagte der FC-Coach, gab lediglich wieder, wie er das Spiel des HSV gegen Bochum (0:0) erlebt hatte. „Der HSV hat richtig gut begonnen, auch, wenn sie keine klaren Torchancen hatten. Danach ist das Spiel etwas unruhiger geworden und auch Bochum hatte die eine oder andere Möglichkeit.“

Dem HSV hätte ein 1:0 gereicht – also nur ein Tor -, um mit dem 1. FC Köln punktgleich zu ziehen. Stattdessen wurde Christian Titz nach dem torlosen Unentschieden zuhause vor die Tür gesetzt und durch Hannes Wolf ersetzt. Der fünfte Trainerwechsel kam überraschend, hatte nach der Partie doch noch nichts auf eine solche Entscheidung hingedeutet. Zwei Tage später jedoch war sie amtlich. In Hamburg streiten sich nun die Geister: War die Entscheidung richtig? Kam sie zu spät? Zu früh? Hätte man bis zur Länderspielpause (und bis nach den Spielen des HSV in Magdeburg und gegen den Effzeh) warten sollen? Ist Wolf der Richtige?

Wolf weiß, wie man trotz Trainerwechsels aufsteigt

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren war Wolf nach dem vierten Spieltag für den früh entlassenen Jos Luhukay zum VfB Stuttgart gewechselt und schließlich als Meister in die Bundesliga aufgestiegen. Kann ihm dieses Kunststück nun noch einmal gelingen? Damals stand der VfB nach vier Spielen mit sechs Punkten und Rang neun da, nun hat der HSV nach zehn Spielen 18 Zähler auf dem Konto und belegt Rang fünf.

Titz war zwar längst nicht unumstritten, doch hatte er den HSV noch vor dem Abstieg wieder etwas beruhigt – zumindest äußerlich, Mannschaft und Fans einander näher gebracht, Lewis Holtby neu aufgebaut und vor allem Jan-Fiete Arp sowie Tatsuya Ito zu den Profis gebracht. Stürmer Arp zeigte sich auf Instagram unmittelbar nach der Personalentscheidung entrüstet ob der Demission seines Förderers. Ähnlich wie viele HSV-Fans.

Markus Anfang zuckte dagegen nur die Achseln, als er am Dienstagnachmittag gefragt wurde, ob die fünf Trainerwechsel nach nur zehn Spieltagen die hohe Nervosität in Liga zwei widerspiegeln würden. „Da bin ich der falsche Ansprechpartner – ich bin ja Trainer“, sagte der 44-Jährige lachend. Da müsse man an anderer Stelle nachfragen. Er selbst habe keinen Grund nervös zu sein. Doch klar ist: Die Zweite Liga ist auch in diesem Jahr wieder eng beinander, zwischen der Tabellenspitze, dem Mittelfeld der Tabelle und der Abstiegsregion liegen noch keine Sprünge, keine Lücken. Ein, zwei Punkte machen mehrere Tabellenplätze aus – und entscheiden damit – wie bei Titz – über die Trainersituation. Denn wäre das Spiel des HSV am Sonntag gegen Bochum nicht 0:0, sondern 1:0 ausgegangen, würde der Hamburger Coach wohl auch heute noch Titz heißen.

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