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„Die größten Talente dürfen nicht auf der Strecke bleiben“

Man hatte den Mittelstürmer abmoderiert - jetzt kommt er wieder

Man hatte den Mittelstürmer abmoderiert – jetzt kommt er wieder

Nach der WM wird wieder viel über die Ausbildung der Talente gesprochen. Es heißt, es gäbe keine Mittelstürmer, keine Dribbler, keine Typen: Was zieht der FC aus dieser Debatte?

MH: „Ich glaube relativ wenig davon. Die Deutschen sind bei der WM nicht rausgeflogen, weil sie keinen Mittelstürmer hatten oder keinen, der im Eins gegen Eins stark war. Vielmehr haben gewisse Grundtugenden gefehlt. Aber es ist richtig: Den Mittelstürmer hatte man abmoderiert, es hieß, den brauche man nicht mehr. Jetzt kommt er wieder. Das ist das übliche Auf und Ab im Fußball.“

Beim FC ist man in den letzten Jahren mit einem starken Neuner gut gefahren. Anthony Modeste, jetzt Simon Terodde…

MH: „Und wenn ich in unseren Nachwuchs schaue, sehe ich in jedem Kader einen solchen Spieler. Kaan Caliskaner in der U21, Maximilian Möller in der U19, Jacob Jansen in der U17. Ich finde es wichtig, dass ein Spieler mit Wucht vorne agiert, Gegenspieler bindet. Denn wie stellen wir die Spieler in der Innenverteidigung auf? Mit körperlicher Präsenz, mit Kopfball- und Zweikampfstärke. Dagegen musst du Stürmer stellen, die sich behaupten können.“

Ein Trainer muss den Mut der Spieler fördern

CS: „Und was die Qualität im Eins gegen Eins angeht, hängt auch viel vom Trainer ab. Ein Trainer muss den Mut der Spieler fördern, muss sie animieren, es zu versuchen, sich zu trauen, das direkte Duell anzunehmen. Das sehe ich beim FC. Wir unterstützen das.“

Armin Veh hat die fehlenden Dribbler ja auch angemerkt. Es würde nur noch in taktischen Korsetts gedacht.

MH: „Nicht jeder Spieler hat die Fähigkeit, sich gut im Eins gegen Eins zu behaupten, aber diejenigen, die diese individuelle Qualität haben, müssen sie ausleben können.“


Am Freitag lest Ihr den zweiten Teil des großen NLZ-Interviews – dann mit der Analyse der U21, U19 und U17 und der Frage, wie es um U21-Trainer Markus Daun steht.

3 Kommentare
  1. Franz-Josef Pesch says:

    wie viele Nationalspieler hat der FC in den 70/80 Jahren hervorgebracht ? Es waren überwiegend Spieler aus der näheren Umgebung von Köln. Und heute ??? Es werden nur noch teure Stars für irre Sumen geholt, die bei weitem nicht den Anforderungen des Vereins entsprechen. Der FC ist voll gespickt mit ausländischen Spielern. Warum gibt man den jungen Talenten nicht in Freundschaftsspielen einmal die Chance zu zeigen was in ihnen steckt. Man hat den Eindruck das die gut bezahlten Scouts überwiegend im Ausland auf Spielersuche sind, wo eine Verpflichtung Unsummen von Euro kosten und in vielen Fällen erkennt, daß diese hochbezahlten Spieler nicht zum FC oder ins Spielsystem des Trainers passen. wobei in den Verbands,- Landesligen,- Oberligen genau wie in den früheren Jahren mit Sicherheit gute Spieler zu finden sind. Es ist einfach schade, daß viele nicht erkannte Talente in den „kleinen Vereinen“ spielen, obwohl für sie eine größere Zukunft vertan wurde.

    • Geisbock514 says:

      Lieber Franz Josef, da fällt mir u.a. Tim Handwerker ein. Auch wenn er seine Jugend bei den Pillen verbracht hat und dort es immerhin zum U19 Nationalspieler geschafft hat, war er im Herzen immer ein Geißbock.
      Hat, ich weiß dass, beim Heimspiel der FC U19 gegen Lev U19 leise unsere Hymne mitgesummt.
      Wurde durch Herrn Schmadtke ablösefrei zum FC geholt…. ein Traum wurde war.
      Hatte ein paar sehr gute Einsätze gehabt, erstes Bundesligator letzte Saison gegen RB vorbereitet, des weitern mit einer hervorragenden Vorarbeit für Guirassy gegen Bremen fast das 1:0 eingeleitet. Herr Guirassy hat aber bezeigt, dass man nicht nur Blind sein kann, sondern besonders Blind.
      Dann das Pokalspiel in Berlin….. da zieht der Herr Stöger, für Millionen im Fernsehn sichtbar, seine Kappe über die Leistung von TH…was ein Hohn….in den anschließenden Spielen war er nicht mehr im Kader (da hatte Herr Stöger etwas erfahren, was noch seine Lebensabschnittsgefährtin und Herrn Schmadtke betraf).
      Der anschließende Trainer hatte wohl seine U19 Spieler, anstatt einen Spieler von der immer besser stehenden U19 von Lev., favorisiert.
      Da TH 2 Jahre in Lev. erfolgreich unter Herrn Anfang trainiert hat und sein System schon weitestgehend kannte, wurde er doch noch eine Woche vor Saisonbeginn nach Holland ausgeliehen.
      Entweder passte er nicht in das System oder er verstand das Anfangsche System doch nicht.
      (Wobei ich das System auch nicht so gut verstehe)
      Aber gut, dass die Dolmetscher von Herrn Guirassy und Herrn Cordobar das System so toll verstanden haben und es hervorragend übersetzt haben.
      Und dann Herr Horn (Jannes), nach dem Abstieg schon mal seine Wohnung gekündigt, ebenso wie Herr Sörensen kein Bock auf 2. Liga, keine Identifikation mit dem Verein.
      Meines Erachtens ist TH (aber auch andere Jungens der U19 oder der U21)
      eher Opfer des Geldes.
      Die vorher genanten Spieler sollten eigentlich alle verkauft werden, aber kein Schwein…äh.. Verein wollte sie haben.
      Da sie aber viel Geld gekostet haben kann man sie auch nicht so einfach fallen lassen. Also stellt man sie ins Schaufenster bzw. lässt sie ab und zu mal spielen, in der Hoffnung dass sie doch noch eines Tages ein paar Euros bringen. (fällt mir sehr, sehr schwer daran zu glauben).
      Leider auch auf Kosten der Spielkultur, denn Fußball spielen kann keiner von denen.
      Deshalb sind die, die kein Geld gekostet haben, durch Raster gefallen.

      • Peter Nick says:

        Auf den ersten Blick, da stimme ich dir zu, war es unverständlich, warum so ein großes Talent wie Handwerker ohne Not vor der Saison verliehen wurde. Wenn man sich jetzt aber seine Leihe mal genauer anschaut, macht das durchaus Sinn.
        Handwerker stand seit dem 3. Spieltag immer in der Startaufstellung von Groningen. Klar, sie sind momentan 17. der Liga, aber Handwerker bekommt dennoch ohne Ende Spielpraxis. Viel mehr, als er beim FC jemals in dieser Saison bekommen hätte.
        Und die Eredevisie ist jetzt keine Gurkenliga, da spielen spielerisch gute Mannschaften, wie PSV, Ajax und mit Abstrichen auch Feyenoord.
        Bisher läuft die Leihe für Handwerker überaus gut. Nicht nur die benötigte Spielpraxis bekommt er, er kann sich zudem noch mit Spielern wie Hakim Ziyech messen, Spieler die es in der 2.Liga in Deutschland auf dem Niveau nicht gibt.
        Handwerker bekommt nicht nur genug Spielpraxis, er zeigt auch gute Leistungen ( wird dort immer als Linksverteidiger eingesetzt ).
        Zum Beispiel als Groningen gegen Ajax gespielt hat. Da hat sich Handwerker in meinen Augen fantastisch geschlagen. War der beste Mann bei Groningen. Bis zur 75. Minute kam Ziyech, sicherlich der technisch stärkste Spieler der holländischen Liga zusammen mit De Jong und Lozano, kein einziges Mal wirklich gefährlich vor das Tor, wohlgemerkt als direkter Gegenspieler von Handwerker. Das hatte zur Folge, dass Ziyech immer wieder entnervt in die Mitte oder auf Rechts gewechselt ist, um überhaupt mal gelungene Aktionen zu haben ( Normalerweise ist er Dreh und Angelpunkt von Ajax ). Ab der 75.Minute war Handwerker dann müde, stand auch 2:0 für Ajax, da wurde er dann von Ziyech zum ersten Mal richtig übel ausgetrickst und hatte eine Flanke zur Folge, die dann zum Tor geführt hat. Offensiv konnte sich Handwerker nicht wirklich zeigen außer eine scharfe Flanke in Hälfte 1. War aber auch die einzige Offensivaktion von Groningen. Ajax ist aber auch der FC Bayern der niederländischen Liga.
        Was ich damit sagen will ist, dass Handwerker nicht nur ordentlich Spielanteile bekommt, sondern zusätzlich auch mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen kann.
        Alles rund um gelungen. Bisher.
        Wenn das so bleibt und Handwerker nächste Saison – hoffentlich in der Bundesliga – zum FC zurückkehrt und eine reelle Chance beim Trainer bekommt, hat sich die Leihe in meinen Augen zu 100% gelohnt.

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