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Die zwei Gesichter: Das war gut, das war schlecht

Wieder einmal eine große Zweikampf-Schwäche

Eine Halbzeit lang war der 1. FC Köln im Spiel beim SV Darmstadt 98 klar unterlegen. Am Ende gewann Köln dennoch mit 3:0 (0:0). Eine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sorgte für den Auswärtserfolg der Domstädter. Dennoch bleibt die Frage, warum die Geissböcke immer wieder Probleme haben, die Zweite Liga wirklich anzunehmen.

Köln/Darmstadt – Vor dem Spiel gegen Darmstadt wusste der Effzeh nicht so recht, ob der deutliche 8:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden der erhoffte Befreiungsschlag gewesen war. Durch die Länderspielpause konnte Köln nicht sofort nachlegen, sondern musste zwei Wochen auf die nächste Gelegenheit warten, um die Antwort darauf geben zu können. Eine Halbzeit lang sollte es ein ernüchternder Auftritt der Geissböcke gegen die Lilien werden. Der Effzeh zeigte sich zwar auch phasenweise von seiner guten Seite, gut war die Leistung gegen Darmstadt aber nicht.

Das war schlecht

Zu sagen, der Effzeh hätte sich im ersten Durchgang der Partie schwer getan, wäre milde ausgedrückt. Vielmehr kam die Mannschaft von Markus Anfang überhaupt nicht ins Spiel. Das lag vor allem an der Spielweise der Gastgeber. Darmstadts Trainer Dirk Schuster ließ seine Mannschaft von Beginn sehr hoch stehen. Die Lilien setzten den Effzeh bei Ballbesitz sofort unter Druck und überraschten Köln damit komplett. “Wir hatten uns nicht darauf eingestellt, dass Darmstadt Mann gegen Mann über den ganzen Platz verteidigen würde. Deswegen haben wir uns in den ersten 45 Minuten nicht durchgesetzt“, erklärte FC-Abwehrchef Rafael Czichos die schwache Leistung der ersten Hälfte.

Die Folge der Darmstädter Manndeckung: Der Effzeh verlor viele Zweikämpfe und lud Darmstadt somit zu diversen Chancen ein. Die Gastgeber scheiterten aber entweder am starken Timo Horn oder an der eigenen Inkonsequenz im Abschluss. Unverständlich blieb jedoch, warum die Geissböcke einmal mehr die Eins-gegen-Eins-Duelle in der ersten Halbzeit nahezu gänzlich verloren. Es schien einerseits, als ob sich ein Großteil der FC-Profis einschüchtern ließ von der körperlich harten Gangart der Lilien. Andererseits machte es den Eindruck, die Spieler wären davon überzeugt, alleine mit spielerischen Mitteln letztlich schon zum Erfolg kommen zu können.

Ein Trugschluss, der vom Glück in der Defensive begleitet wurde, während es in der Offensive in Hälfte eins an allerlei mangelte: an den Zweikämpfen, aber auch an Konzentration. So führten eigene Einwürfe und Freistöße zu sofortigen Kontersituationen für die Gäste. Und weil das frühe Pressing der Darmstädter bei Köln für Unruhe sorgte, waren lange Bälle viel häufiger das Mittel der Wahl als eigentlich gewünscht. An einen geordneten Spielaufbau war nicht zu denken. Stattdessen passte sich der Effzeh der Spielweise der Hausherren an. So war das Beste aus Kölner Sicht, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand.

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