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Rentenvertrag für Modeste: „Dieser Klub ist mein Zuhause“

Anthony Modeste ist wieder ein Geißbock. Der 30-Jährige strahlte am Samstagabend über das ganze Gesicht, als er den verdutzten Gästen auf der Gala zum 70. Geburtstag des Klubs präsentiert wurde. Da ahnte zwar noch niemand von der Klage aus China (mehr dazu hier). Doch der Stürmer zeigte sich noch am Abend emotional und machte Stadt und FC über die sozialen Netzwerke eine Liebeserklärung.

Köln – „Heute habe ich mich entschieden. Köln, ich bin zurück. Ich habe es vermisst seit dem ersten Tag, so viel kann ich sagen. Und man weiß erst wirklich, wie viel einem etwas bedeutet, wenn es nicht mehr da ist…“  So emotional schrieb Anthony Modeste seinen Followern auf Twitter und fügte hinzu: „Ich bin sehr glücklich zurück zu sein bei dem Klub, der mein Zuhause ist.“

Damit unterstrich Modeste, was er mit seiner Unterschrift bereits deutlich gemacht hatte. Der Effzeh hat dem 30-Jährigen einen langfristigen Vertrag bis 2023 gegeben, wohl auch, um sich den Franzosen überhaupt leisten zu können. Das freilich fürstliche Gehalt wurde über fünf Jahre gestreckt, um Modeste bis ins hohe Fußballeralter von 35 Jahren für seine heutige Entscheidung zu entlohnen, nach Köln zurückzukehren und anderen, kurzfristig wohl deutlich lukrativeren Verlockungen (Istanbul, Schalke, Stuttgart) zu entsagen. Zudem ist denkbar, dass der Stürmer im Falle eines Verbleibs in Köln über die volle Vertragsdauer seine Karriere beim Effzeh und damit in seiner Wahlheimat beenden könnte. Auch, wenn dieser Tag noch in weiter Ferne liegt.

Gute Fußballer können wir immer gebrauchen

Nun will Modeste erst einmal spielfit werden, um seiner Mannschaft helfen zu können. „Ich bin dankbar und glücklich, dass ich zum 1. FC Köln und zu meinen Jungs zurückkehren kann“, sagte der Franzose. „Ich kann es kaum erwarten, wieder für den FC aufzulaufen.“ Wann das sein wird, ist noch offen. Die Spielgenehmigung ist noch nicht eingetroffen, der FC hofft darauf, sie innerhalb der kommenden zwei Wochen zu erhalten. In dieser Zeit kann Modeste sein altes, neues Team kennen lernen. Anfang Oktober hatte der Stürmer das Training mit der U21 der Geissböcke aufgenommen. Am Dienstag wird Modeste erstmals wieder mit seiner künftigen Mannschaft, den Profis, am Geißbockheim trainieren.

Dann wird sich auch Trainer Markus Anfang ein Bild davon machen, wie fit Modeste wirklich schon wieder ist. Eines hatte Anfang bereits am Samstagabend verkündet, als er auf dem roten Teppich noch vor der offiziellen Verkündung des Modeste-Deals auf eine mögliche Rückkehr des Franzosen angesprochen worden war: „Gute Fußballer können wir immer in unserer Mannschaft gebrauchen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte der FC-Coach bereits gewusst, was wenige Minute später passieren würde (mehr dazu hier).

9 Kommentare
  1. J B says:

    Liebe „Vorstand und/oder Armin Veh raus“ Fraktion. JETZT wäre der Zeitpunkt diese Verpflichtung und die Vertragsmodalitäten zu kritisieren. Bitte nicht erst das Wort ergreifen wenn AM nicht zündet, sich verletzt oder sonst wie negativ auffällt. Wenn ihr es „immer schon gewusst habt“, lasst uns jetzt bitte an eurem Wissen teil haben.

  2. OlliW says:

    Auch Wahrsager und Hellseher müssen abwarten, was passiert ;-)

    Der Fall ist klassisch für ein Für und Wider. Es gibt rationale Gründe, Modeste nicht mehr zu verpflichten. Aber nur wenige. Etwa, die Unterstellung, dass er ein schwieriger Söldnertyp ist oder die Tatsache, dass es eigentlich Stürmer genug hat, die es richten müssten. Das wars aber auch schon. Emotional, mönetär und sportlich ist es sinnvoll. Es ist nicht auszudenken, was hier passiert wäre, wenn Mo am Ende auf Schalke oder (gruselige Vorstellung!) in Stuttgart gelandet und herausgekommen wäre, der FC hätte ihn ablösefrei holen können. Dann schon besser so. Auch wenn er Terodde nicht mehr einholen kann in dieser Saison.

    Es wird spannend, was passiert. Gut möglich, dass andere Vereine jetzt auflaufen, um T-Rod, Guirassy und Cordoba haben wollen, um uns von diesem „Luxusproblem“ zu erlösen. Zolli ist wohl weg, vielleicht wird Serhou verliehen? Und schon sind es „nur noch“ drei Stürmer – was spätestens in Liga 1 in dieser Konstellation kein Luxus mehr sein dürfte!

  3. Karl Heinz Lenz says:

    Terodde soll ruhig beim FC bleiben. Ich kann mir ein gutes Zusammenspiel zwischen ihm und Anthony gut vorstellen. Guirassy und Cordoba sehe ich nicht so gut wie manch andere hier, oder in diesen Tagen sogar der „Kicker“. Beide Jungs haben den Durchbruch noch nicht geschafft und sind zudem verletzungsanfällig. Zoller sehe ich nicht schlechter als die beiden. Sollte es in der Winterpause Interesse an den drei Jungs geben, dann muss Armin Veh und Markus Anfang schauen. Sportlich unverzichtbar sind sie nicht, aber die Mannschaft braucht auch Spieler, die einspringen können, wenn es Verletzungen geben sollte. Noch ein Wort zu den Befürchtungen, gegen die Verpflichtung von Modeste spräche, dass Guirassy und Cordoba gekränkt sein könnten und damit die gute Stimmung gefährdet sei. Ganz klar: Modeste hat in den zwei Jahren beim FC fußballerisch Großartiges geleistet, sowohl auf dem Platz als auch im Kreis der Mannschaft, wie man hört. Guirassy und Cordoba haben im Vergleich zu ihm bisher noch nichts Nennenswertes geleistet. „Ganz ruhig, ganz ruhig …“ hat damals einer gesagt. Das sollte man auch den beiden Jungs sagen, wenn die wirklich so – wie manche vermuten – eingestellt sein sollten.

    • mal im Ernst says:

      Herr Lenz, ab wann hat denn bei Ihnen ein Spieler den Durchbruch geschafft ? Sie tuen so als Modeste der Überflieger sei. Jeder Stürmer ist von den zuspielen der anderen abhängig und nicht der wundersame Alleinunterhalter. Was für ein Minusgeschäft soll denn der FC bei Interesse an Córdoba machen ? So 10 Millionen oder mehr? Für mich ist Modeste ein überflüssiger Einkauf zudem man auch noch nicht absehen kann wann er spielt.

  4. NICK says:

    Also die Freude, auch wenn ich mir schon gestern nochmal den Modeste-Song angehört habe, hat sich immer noch nicht bei mir eingestellt. Aber ich schrieb ja schon „Die kommt dann nach den ersten 5 Toren und den ersten beiden Transferperioden in denen er nicht den Kasper macht“.

    Sinnvoll halte ich den Transfer Stand jetzt nicht. Wir haben genung Stürmer, die uns in der zweiten Liga zum Aufstieg schießen können. Aber keiner dieser Stürmer hat bisher Erstliga-Knipser-Qualitäten nachgewiesen und Spieler vom Format „Für die zweite Liga zu gut, für die erste zu schlecht“ kennen wir in Köln ja zu Hauf – wir sammeln sie regelrecht.

    Von daher ist Modeste, wie es Terodde letztes Jahr war, ein Vorgriff auf die neue Saison und damit dann doch ein guter Transfer, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.

    Ich bin halt in Sachen Effzeh nachtragend wie ein Elefant. Sein Verhalten muss Modeste erst einmal wieder mit Leistung gerade rücken und dann stellt sich wahrscheinlich auch bei mir die Freude irgendwann ein. Aber die Tür in meine „Hall of Fame“ hat er für immer schon zu geschlagen, die geht auch nicht mehr auf.

  5. mal im Ernst says:

    Wo liegt denn der große Unterschied zwischen 1 und 2 Liga ? Ich glaube da gibt es nicht den so großen Unterschied. 5-6 Mannschaften der 1. Liga würden sich sehr schwer tun mit 2. Liga. Und immer das gerede , für die Zukunft in Liga 1 geholt. Wartet mal ab was noch so alles passiert in Liga 2

  6. OlliW says:

    Richtig, miE, den Unterschied zu definieren, ist nicht so leicht. Allgemein heißt es immer, die zweite Liga sei robuster, körperbetonter, hätte weniger Ballkünstler und weniger Mannschaften, die „das Spiel machen“ und spielerisch eine Lösung finden wollen. Das sehe ich aber auch in der ersten Liga so. Und in der Tat, steck mal Mainz oder Augsburg da runter, oder Schalke – die würden sich umgucken. Und auch der BVB sah auch nicht souverän aus gegen Union im Pokal. Mir ist das auch zu einfach.
    Im Zuge dessen ist es mir auch zu leicht zu sagen, dass Terodde nur in Liga 2 trifft. Statistisch lässt sich das zwar kaum entkräften. Aber warum? Wenn doch die 2. Liga so körperbetont und defensiv eingestellt ist, dürfte er doch noch weniger erfolgreich sein.

  7. Anti Raute says:

    Der größte Unterschied zwischen Liga 1 und 2 ist der, dass man in der 1. Liga weniger Zeit hat, das richtige zu machen. Man braucht dort Spieler, die schnell auf eine bestimmte Situation reagieren können und zwar mit der richtigen Lösung. Daran hat es beim Effzeh eine ganze Zeit lang gelegen, dass wir nicht so recht vorwärts gekommen sind. Unsere Spieler müssen das richtige in einer Situation schneller tun. Da kann man auch mit Automatismen arbeiten, aber dafür muss jeder wissen, was zu tun ist und was er selbst zu tun hat, damit die Mannschaft als Ganzes Erfolg haben kann.

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