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Ribery und Drogba: Darum hat Modeste gute Chancen

Ribery vor dem CAS - Journalist erklärt Probleme in China

CAS gibt Ribéry Recht

Galatasaray gab nicht auf, rief zunächst die FIFA an, die allerdings ebenso verfuhr wie später bei Drogba: Marseille und Ribéry bekamen Recht, der Linksaußen durfte sofort für die Franzosen spielen, der Transfer galt als gültig. Doch aus Istanbul kam die Ansage, man werde sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wiedersehen. Und so kam es auch. Doch fast zwei Jahre später, im Frühjahr 2007, fiel das endgültige Urteil, das wohl auch dem 1. FC Köln nun die Sicherheit verleiht: Der CAS bestätigte die Entscheidung der FIFA und lehnte eine Transferentschädigung für Galatasaray ab.

Sollte Anthony Modeste also tatsächlich über einen längeren Zeitraum kein Gehalt bekommen haben, so gilt als sicher, dass der Franzose sich keine Sorgen vor Gericht machen müsste. Der 1. FC Köln sieht es mit Anwalt Schickhardt genauso, auch, weil in China offenbar einige Dinge anders laufen als eigentlich in der FIFA vorgesehen. Der in Shanghai ansässige Sportreporter und Autor Cameron Wilson erklärte via Twitter die Causa so: „Wann immer sich ein CSL Klub darüber beschwert, dass ein ausländischer Spieler seinen Vertrag bricht, geht ist fast immer darum, dass der Klub eine chinesische, doppeldeutige Interpretation des Vertrags anwendet“, schrieb der Reporter. „Das funktioniert aber nur bei chinesischen Spielern, weil diese wissen, wie es in ihrem Land läuft. Ich habe inzwischen die Übersicht verloren, wie häufig sich ausländische Spieler schon beschwert haben, weil ihr Klub gegen das verstößt, was schriftlich in ihrem Vertrag ausgehandelt wurde, weil sie ihr Gehalt nicht bekommen haben oder weil der Klub Dinge in den Vertrag hinein liest, die einfach nicht dort stehen.“

Modeste nur der jüngste Fall einer langen Liste

Und weiter: „Ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur ein einziger chinesischer Fußballklub ein internationales Verfahren gegen einen ausländischen Spieler gewonnen hat, denn sobald das Verfahren aus China herausgetragen wird, wird der Vertrag vor einem internationalen Gericht genau so ausgelegt, wie er aufgeschrieben wurde.“ Dies sei das entscheidende Problem des chinesischen Fußballverbandes, weil das nationale Recht anders funktioniere als die internationale Rechtssprechung im Fußball, wo alle Verträge eigentlich gewissen Standards entsprechen müssten. „Sobald das Management der CLS-Klubs in Kontakt mit der Außenwelt kommt, die unter FIFA-Regeln funktioniert, brechen die Dinge zusammen – und das Verfahren um Anthony Modeste ist nur der jüngste Fall einer sehr langen Liste.“

2 Kommentare
  1. Joss says:

    Der Deal ist (nach allem was man liest) in trockenen Tüchern. Keine Hysterie mehr nötig.

    Und es geht nicht besonders darum, dass Modeste so schnell wie möglich seine Spielberechtigung bekommt.

    Wichtiger ist ein direkter und ungefährdeter Aufstieg. Den leichtfertig verzockten Vorsprung wieder aufholen und weiter mit der Doppelspitze, in welcher Besetzung auch immer. Minimalziel sollte ein möglichst ungefährdeter zweiter Platz in der Tabelle sein.

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