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Schwache Leistung: FC verliert Spiel und Tabellenführung


Der 1. FC Köln hat das Topspiel am Montagabend beim Hamburger SV mit 0:1 (0:0) verloren. In einer schwachen Partie waren die Hamburger über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft und belohnten sich durch einen späten Treffer von Pierre-Michelle Lasogga. Der Effzeh trat vor allem in der Offensive viel zu harmlos auf. 

Aus Hamburg berichtet Marc L. Merten

Seit drei Ligaspielen hat der 1. FC Köln keinen Sieg mehr feiern können. Dazu das Aus unter der Woche im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04. Doch die Niederlage im Elfmeterschießen brachte den Kölnern zumindest die Erkenntnis, sich gegen Bundesliga-Mannschaften nicht verstecken zu müssen. Die offensive Ausrichtung des Königsblauen sowie die Rolle des Außenseiters tat dem Spiel der Geißböcke sichtbar gut. Umso mehr hoffte man vor dem Topspiel gegen den Hamburger SV auf einen ähnlich offenen Schlagabtausch mit den punktgleichen Hanseaten.

Ausgangslage

Markus Anfang hatte vor dem Topspiel gegen den Hamburger SV zugegeben, die Partie sei „nicht vergleichbar“ mit anderen Duellen der Zweiten Liga. In der Tat trafen die beiden traditionsreichen Gründungsmitglieder der Bundesliga am Montagabend erstmals im Deutschen Unterhaus aufeinander. Für die Partie in der Hansestadt vertraute Markus Anfang dem gleichen Kader wie zuletzt am Mittwoch im DFB-Pokal. Neben den verletzten Lasse Sobiech und Christian Clemens blieben zudem Vincent Koziello (Aufbautraining), Matthias Lehmann und Matthias Bader (beide nicht berücksichtigt) in Köln. Seine Startaufstellung hingegen veränderte Anfang im Vergleich zum Schalke-Spiel auf einer Position: Für Jhon Cordoba kehrte Simon Terodde zurück in die erste Elf. Teroddes Ex-Aufstiegs-Trainer beim VfB Stuttgart, Hannes Wolf, gab derweil im Volksparkstadion an der Seitenlinie sein Heimdebüt.

Moment des Spiels

Es lief die 86. Minute in Volksparkstadion, als Douglas Santos Meré düpierte und abzog. Timo Horn konnte den Schuss nur in die Mitte abprallen lassen, wo Pierre-Michel Lasogga goldrichtig stand und den Ball im Fallen zum 1:0-Siegtreffer im Kölner Kasten unterbringen konnte.

Die wichtigsten Szenen

Die Partie startete vor über 50.000 Zuschauern von beiden Mannschaften nervös. Sowohl der HSV als auch die Gäste waren zunächst um Ballkontrolle und die Vermeidung von Fehlern bemüht. So dauerte es auch bis zur 15. Minute, ehe es zum ersten Mal in einem der beiden Strafräume gefährlich wurde: Auf der rechten Seite wurde Khaled Narey freigespielt. Aus 15 Metern prüfte der Hamburger Timo Horn, der mit starker Fußabwehr den Rückstand der Kölner verhindern konnte. Kurz darauf war der Effzeh im Glück, als Schiedsrichter Dingert ein Handspiel von Czichos im Strafraum nicht ahndete. Für die Hamburger schien die Chance von Narey ein erster Weckruf gewesen zu sein, denn fortan zeigten sich die Hanseaten präsenter im Spiel nach vorne. Bei den Kölnern hingegen häuften sich die unpräzisen Abspiele, welche ein Ausnutzen der sich bietenden Räume verhinderten. Folgerichtig war es nach 28 Minuten erneut der HSV, der zu seiner nächsten Möglichkeit kam: Auf der linken Seite nahm Fiete Arp gegen Risse Fahrt auf und zog trocken ab, scheiterte aber knapp am Außenpfosten. Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit musste auch Julian Pollersbeck im Tor des HSV nach einer Halbchance des Effzeh einmal eingreifen. Nach einem Freistoß von Risse konnte Jonas Hector am langen Pfosten den Ball per Direktabnahme auf das Tor der Gastgeber bringen, eine wirkliche Herausforderung war der Schuss für Pollersbeck jedoch nicht. Im gesamten ersten Durchgang hing vor allem Torjäger Simon Terodde völlig in der Luft. Bezeichnend für die Kölner Offensivbemühungen waren die lediglich sechs Ballaktionen des Stürmers in Hälfte eins. Somit ging der Effzeh nach schwachen ersten 45 Minuten mit einem eher glücklichen 0:0 in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel machten die Kölner zunächst dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Die Hamburger waren die aktivere Mannschaft und kamen über Narey wieder gefährlich vor das Tor von Timo Horn (47.). Nach 57 Minuten konnten die Gäste das erste Mal an diesem Abend einen Konter zum Abschluss bringen: Nach einem langen Ball von Drexler landete der Ball bei Guirassy, der den Ball mitnehmen konnte und mit links versuchte Pollersbeck zu überwinden. Sein Schuss wurde jedoch in letzter Sekunde von einem Hamburger geblockt. Die folgende Ecke wurde dann zum ersten Mal so richtig gefährlich: Nach einer kurz ausgeführten Ecke brachte Risse den Ball auf Höger, der die Kugel direkt verwerte und auf den Hamburger Kasten brachte. Pollersbeck rutschte der Ball unter den Armen durch, doch auf der Linie konnte Narey für den HSV gerade noch klären. Aus dem Rückraum setzte Czichos per Kopf noch einmal nach, der Ball flog jedoch über den Kasten. Beim HSV liefen die meisten Offensivaktionen über ihren an dem Tag stärksten Spieler, Khaled Narey. In der 65. Minute setzte der 24-jährige den Ball nach einer Ecke per Fallrückzieher knapp neben das Tor von Timo Horn. Nur zwei Minuten später hatte Douglas Santos die Hamburger Führung auf dem Fuß, doch aus spitzen Winkel hätte er den besser postierten Arp bedienen müssen, statt selbst den Abschluss zu suchen. Nach 71 Minuten zeigte sich nochmal der Effzeh in der Offensive: Einen Freistoß konnte Guirassy mit der Brust annehmen und direkt Volley aufs Tor bringen. Sein Schuss war jedoch zu schwach und unpräzise, als dass er den HSV-Keeper vor größere Probleme gestellt hätte.  Während die Hamburger noch zu wenigen Halbchancen aus der Distanz kamen, hätte Hector auf Seiten der Kölner für den Lucky-Punch sorgen können. Aus 16 Metern verzog der Kapitän jedoch freistehend mit seinem schwächeren rechten Fuß. So waren es kurz vor Schluss doch noch die Hamburger, die jubeln konnten: In der 86. Minute ließ Meré Douglas Santos einfach passieren, der Brasilianer zog ab und zwang Timo Horn zu einer Abwehr in die Mitte. Dort stand Lasogga, ungedeckt von Jannes Horn, wo einer Stürmer stehen muss und staubte zur Führung der Hamburger ab. Markus Anfang brachte in der Folge erstmals in dieser Saison Frederik Sörensen, um in der Offensive noch einmal für mehr Durchschlagskraft zu sorgen, am Ende blieb es allerdings bei der verdienten Niederlage.

Fazit

Zum Freuen: Nichts.

Zum Ärgern: Die schwache Leistung der Kölner und die verlorene Tabellenführung.

Mann des Tages: Keiner.

Aufstellung

T. Horn – Risse, Meré, Czichos, Hector – Höger – Schaub (87. Sörensen), Özcan (73. J. Horn), Drexler, Guirassy (80. Cordoba) – Terodde

Tore

1:0 Lasogga (86.)

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