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Endet der Modeste-Transfer jetzt vor dem CAS?

Anthony Modeste trainiert beim 1. FC Köln. Mehr aber auch nicht. Der Stürmer hat in den Augen des Fußball-Weltverbandes FIFA beim Tianjin Quanjian FC nicht „aus triftigen Gründen“ gekündigt – und damit nicht rechtswirksam. Zumindest nicht nach FIFA-Recht. Doch gilt dieses im Fall Modeste überhaupt? Das wird wohl der Internationale Sportgerichtshof CAS entscheiden müssen.

Köln – Und wieder sorgt ein Transfer von Anthony Modeste für Wirbel. Im Sommer 2015 war der Franzose noch ohne Aufhebens aus Hoffenheim nach Köln gewechselt. 2016 versuchten dann seine Berater die Ausstiegsklausel in Modestes Vertrag für einen Wechsel zu ziehen, machten dabei aber formale Fehler, weshalb der Stürmer beim 1. FC Köln blieb, aber immerhin seinen Vertrag verlängert bekam, inklusive Gehaltserhöhung. Ein Dreivierteljahr später lehnte der FC dann erst ein Angebot für Modeste aus China während der Rückrunde 2016/17 ab, um den Franzosen im Sommer 2017 schließlich doch noch zu verkaufen, für einen Betrag von rund 28 Millionen Euro an Tianjin Quanjian.

Nun, anderthalb Jahre später, ist Modeste zurück in Köln. Ablösefrei, wie man am Geißbockheim noch immer hofft, nachdem der FC den Stürmer zur 70-Jahre-Gala mit einem neuen Vertrag ausgestattet hatte. Geschäftsführer Alexander Wehrle und SPD-Kanzlerkandidat sowie FC-Beirat Martin Schulz hatten sich in China persönlich um den Deal gekümmert. Zunächst hieß es daher, der Spieler habe seinen Kontrakt in China fristlos gekündigt, sei nach Ansicht der FC-Anwälte tatsächlich vertragslos und stünde „ab sofort der Profi-Mannschaft zur Verfügung“. Eine Woche später hoffte man, dass Modeste „zeitnah“ eingesetzt werden könne. Schließlich mussten die FC-Bosse einsehen, dass die Einschätzungen der Anwälte des Klubs wie auch des Spielers vorschnell gewesen waren. In diesem Jahr jedenfalls wird der Stürmer nicht mehr für den 1. FC Köln auflaufen. Wann ein Urteil getroffen wird, das für Klarheit sorgt, kann niemand mit Gewissheit sagen. Auch, weil nicht klar ist, welche Instanz schließlich für dieses Urteil sorgen wird.

Klar ist seit Freitag lediglich, dass die FIFA nach ihrem Recht die Kündigung Modestes in China nicht anerkennt. Die Rechtsordnung des Weltverbandes sieht vor, dass Modeste nur dann hätte kündigen dürfen, wenn die nicht gezahlten Prämien die Summe von zwei Monatsgehältern überstiegen hätten. Und wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte Modeste seinen Klub zunächst ordnungsgemäß schriftlich mahnen und eine Frist von 15 Tagen setzen müssen. Wäre sein Klub auch dann mit den Zahlungen in Verzug gewesen, hätte Modeste von seinem Recht auf fristlose Kündigung nach FIFA-Recht Gebrauch machen können. Dass die FIFA nun erklärte, es hätte für die Kündigung keinen triftigen Grund gegeben, besagt, dass einer oder mehrere der oben genannten Punkte nicht erfüllt wurden.

Soweit das FIFA-Recht. Nun heißt es aber von juristischer Seite des Franzosen, dass dessen Vertrag mit den Chinesen nicht nach FIFA-, sondern nach Schweizer Arbeitsrecht geschlossen worden sei. Darauf beruhen auch die Hoffnungen des 1. FC Köln. Denn sollte dies der Fall sein, würden die FIFA-Gesetze in letzter Instanz nicht greifen. Dass die Juristen des Stürmers am vergangenen Freitag erklärten, dass im Zweifel der Internationale Sportgerichtshof CAS eine finale Entscheidung treffen müsse, deutet genau darauf hin. Denn der CAS in Lausanne ist kein Verbands-, sondern ein unabhängiges, ordentliches Schiedsgericht, das international anerkannt wird. Der CAS könnte also die FIFA überstimmen und Modeste doch das Recht auf außerordentliche Kündigung zusprechen und ihn damit doch noch für vertragslos und ablösefrei erklären.

Wann ein solches Urteil zu erwarten wäre, steht in den Sternen. Dafür muss zunächst einmal der Weg vor den CAS von einer oder beiden Parteien (Anthony Modeste und/oder Tianjin Quanjian) eingeschlagen werden. In der Regel, so heißt es, würde dann das Urteil schnell fallen, da der Stürmer andernfalls einem unausgesprochenen Berufsverbot unterliegen würde. Doch selbst das ist nicht so sicher, wie es nach gesundem Menschenverstand scheinen müsste. Deshalb wird der 1. FC Köln wohl versuchen, über die FIFA eine vorläufige Spielgenehmigung für den Franzosen zu erwirken. Diese in der Tasche, könnte sich der CAS dann Zeit lassen mit einer endgültigen Entscheidung.

Doch was heißt schon endgültig? Im September erst erschütterte ein Urteil in Belgien die internationale Verbandswelt des Sports. Der Drittligist FC Seraing hatte vor einem Brüsseler Berufungsgericht erwirkt, dass die Verpflichtung rechtswidrig ist, Streitigkeiten zwischen Spielern, Vereinen und Verbänden in letzter Instanz vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS regeln zu müssen. Der CAS war in Verruf geraten, gar nicht so unabhängig zu sein, wie er sein müsste, da vielerorts Stimmen laut wurden, die Richtern Interessenskonflikte durch ihre Zusammenarbeit mit Verbänden vorwarfen. In der Causa Modeste könnte das bedeuten, dass selbst nach einem CAS-Urteil noch der Weg an ein ordentliches Arbeitsgericht in der Schweiz möglich wäre. Oder aber, man würde sich außergerichtlich einigen. Modeste, Tianjin und der FC. Doch dann, so viel ist klar, würde es nicht mehr ums Recht, sondern einzig ums Geld gehen.

8 Kommentare
  1. Ostfriesenhennes says:

    Mo wird in dieser Saison nicht mehr spielen, es sei denn man einigt sich auf ne Ablöse, was wohl nicht zu finanzieren ist! Außerdem hätte man dann einen Stürmer für die Bundesliga, der ein Jahr ohne Spielpraxis wäre! Bitte bereits jetzt nach alternativen ausschau halten, die für mind-10 Tore in der BL gut sind!

  2. ichfreuemich says:

    Ich hoffe sehr, dass es klappt. Sicherlich eine sehr schwere SItuation für alle Beteiligte – besonders auch für Modeste. So, wie der Sachverhalt heute im Kölner Stadt Anzeiger geschildert wurde, war ich auch der Auffassung, dass Modeste alles richtig gemacht hat, aber wie sagt man so schön … 2 Rechtsanwälte … 3 Meinungen! Eigentlich sollte der Fall nach Schweizer Recht relativ eindeutig sein … eigentlich … .

    • major says:

      „wie der Sachverhalt im Kölner Stadt Anzeiger geschildert wurde“
      Oh Jott, oh Jott, oh Jott…die Qualitätspresse aus Niehl. Hatten die nicht auch den FC-Beirat Schulz vorzeitig als Kanzler verkündet ?

      Na. nächstes Jahr ist Vorstandswahl. Da kann er ja noch Präsident werden.

  3. NICK says:

    Was für ein Hetzartikel! Natürlich ist Modeste ein Engel der nur aus der Liebe zur Stadt und zum Verein zurück gekommen ist! Der Artikel suggeriert ja fast die Herren Spinner und Co hätten etwas vorschnell gehandelt – wie kann man denn nur sowas Böses vermuten…

  4. Gerd Mrosk says:

    So wie ich derzeit informiert bin,geht das mit der Vertragsauflösung jetzt ziemlich schnell.Man darf getrost darauf hoffen(je nachdem wie man zur Verpflichtung steht)das anhängige Verfahren wie ausstehende Prämien und der eingeklagte Schadensersatz zwar sich noch weit in 2019 hinziehen werden,die Vertragsauflösung und die damit zu beantragende Spielgenehmigung im Wintertransferfenster allerdings schon vonstatten gehen können.Damit wäre dem Vorstand Bashing dann wohl die Nahrung entzogen.

    • Boom77 says:

      Vertragsauflösung? Mag am Ende so kommen… Aber das werden die Chinesen sich dann schon was kosten lassen. Und diese Kosten werden sicherlich vom FC-Konto aus erstattet werden müssen. Dann wäre zumindest der so viel gerühmte „kostenlose Deal“ passé. Und ganz ehrlich… Ich bin kein „Modeste-Vergötterer“. Für ihn würde ich jetzt kein großes Geld ausgeben wollen. Umsonst zurück hätte man ja machen können. Aber für „teuer Geld“?… Nein, Danke! So nötig haben wir ihn jetzt auch nicht.

      Ich habe Modeste zwar durchaus abgenommen, dass er wegen seiner Familie sehrgerne nach Köln zurück kommt. Aber ich habe dies nie als „wahre Liebe“ zum Verein gesehen. Denn seine Mätzchen in den zwei Jahren (ziehen der Ausstiegsklausel etc.) habe ich auch nicht vergessen. Für so einen dann auch noch Geld auszugeben, sehe ich irgendwie nicht ein.

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