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Matchwinner Cordoba: „Man sieht, was Selbstvertrauen ausmacht“

Beim 3:0 (1:0)-Sieg des 1. FC Köln über den 1. FC Magdeburg ragte ein Spieler heraus: Jhon Cordoba. Dem Angreifer, der in der vergangenen Saison als Millionenflop abgeschrieben wurde, gelingt derzeit fast alles. Der Kolumbianer strotzt vor Selbstvertrauen. Markus Anfang freut sich, drückt aber auf die Bremse.

Köln – Es lief die 48. Spielminute. Timo Horn suchte mit einem weiten Abschlag Jhon Cordoba. Der FC-Angreifer war umringt von Verteidigern, doch das hinderte ihn nicht daran, die Kugel mit einer filigranen Bewegung aus dem Kölner Nachthimmel auf den Rasen zu holen. Er schirmte den Ball ab, drehte sich und bediente mit einem klugen Pass den startenden Marcel Risse auf der rechte Seite. Aus dieser Szene sollte der Treffer zum 2:0 entstehen. Doch vor allem stand diese Szene sinnbildlich für Cordobas neue Rolle beim Effzeh.

Der 25-Jährige war in 90 Minuten von Magdeburgs Defensive kaum in den Griff zu bekommen. Körperlich robust war der Kolumbianer schon immer. Mit sichtbaren Selbstvertrauen kommen nun aber auch seine fußballerischen Fähigkeiten immer mehr zum Tragen. Und seine Qualität beim Torabschluss. “Jhon zeigt im Moment allen, dass er ein richtig guter Fußballer ist“, lobte FC-Coach Markus Anfang den Matchwinner nach dem Spiel.

Doch Anfang weiß auch, durch welche schwierige Phase Cordoba beim Effzeh schon gegangen ist. Auch deswegen blieb der Trainer sparsam mit seinem Lob: „Viel wichtiger ist, dass er der Mannschaft damit hilft“, sagte er. „Es gibt viele Spieler in der Mannschaft, die sich positiv entwickelt haben. Jhon ist einer von den Jungs. Die Mannschaft hat gut gespielt. Ich möchte da nur ungern einzelne Spieler hervorheben.“

Dass er die Qualitäten hat, ist unbestritten

Vize-Kapitän Marco Höger fand für Cordobas Entwicklung hingegen deutliche Worte: „Bei Jhon sieht man, was Selbstvertrauen ausmacht. Dass er die Qualitäten hat, ist unbestritten. Er hat sie nicht immer auf den Platz bekommen. Aber die ein, zwei ersten Tore waren für ihn der Dosenöffner. Jetzt sieht man, wie wichtig er für uns sein kann.“ Und tatsächlich, nicht nur als Spieler, der die Bälle halten kann, zeigt sich Cordoba in dieser Saison wie ausgewechselt.

Auch als Torschütze glänzte der Kolumbianer in den letzten Wochen. Sein Treffer gegen Magdeburg war bereits sein siebter Liga-Treffer. In den letzten fünf Partien war der 25-Jährige an sechs Treffern direkt beteiligt. Aktuell ist Cordoba in Topform. „Ich hoffe natürlich, dass Jhon seinen Weg so weitergehen wird“, lobte Anfang seinen Schützling nach dem Spiel gegen Magdeburg.

Endlich angekommen?

Der FC-Coach kennt die Leiden des Stürmers, mit dem er über Monate hinweg ein positives Verhältnis und damit den Spieler selbst aufgebaut hat. Anfang war zwar noch nicht in Köln, als Cordoba die 17-Millionen-Ablöse-als-Modeste-Nachfolger-Last auf seinen Schultern trug. Doch er spürte schon im Sommer und betonte, wie schwierig es für einen Spieler sei, wenn einem zwanghaft alles gelingen will. Dieser Druck ist nun Vergangenheit, Cordoba ist beim FC angekommen, auch bei den Fans. Das Publikum feierte nahezu jede Aktion frenetisch. Und Anfang bescherte dem Stürmer einmal mehr den Szenenapplaus zur Auswechslung kurz vor Schluss. Ein Gefühl, das Cordoba erneut sichtlich gut tat.

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