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Schwierige Situation für die zweite Reihe: „Die Jungs dürfen enttäuscht sein“


Beim 1. FC Köln läuft es aktuell rund. Zuletzt gab es drei Siege in Folge. Dabei erzielte die Mannschaft von Markus Anfang 15 Treffer und kassierte nur ein Gegentor. Der FC-Coach hat derzeit wenig Grund personell zu wechseln. Für die Spieler aus der zweiten Reihe ist die Situation dadurch schwierig.

Köln – Seit dem 8:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden spielen die Geissböcke wie befreit auf. Nur einen Spieltag zuvor hatte der Effzeh bei der 0:1-Niederlage den Tiefpunkt einer Negativ-Entwicklung erlebt. Daraufhin reagierte Anfang und stellte das System um – mit Erfolg. Doch in der 3-5-2-Formation scheinen die Rollen klar verteilt. Drei Mal in Folge setzte Anfang auf die gleiche Startelf. Einzig Jannes Horn rückte für den verletzten Jonas Hector in die Mannschaft. Im neuen System hat der FC-Coach für den Moment seine Wunschformation gefunden.

Die Jungs dürfen enttäuscht sein

Spielern wie Matthias Bader wird das zum Verhängnis. Der ehemalige Profi vom Karlsruher SC kam in dieser Saison drei Mal zum Einsatz. Dabei musste der 21-Jährige allerdings eine Menge Lehrgeld zahlen. In der Offensive zeigte der Rechtsverteidiger zwar vielversprechende Ansätze, defensiv waren seine Auftritte jedoch von Unsicherheit geprägt. Zuletzt kam Bader am neunten Spieltag zum Einsatz, in den letzten Wochen stand er nicht mal mehr im Kader. Anfang setzt stattdessen auf Benno Schmitz. Seit dem neunten Spieltag stand der 24-Jährige fünf Mal stand er in der Startelf. Schmitz hat den Vorteil, dass er defensiv deutlich stabiler steht und im Aufbauspiel sicherer ist als Bader. Schmitz ist rechts in der Dreierkette gesetzt. Zumindest bis Lasse Sobiech wieder zurück ist.

Anders sieht die Situation bei Simon Zoller aus. Der 27-Jährige ist aktuell nur Stürmer Nummer vier und schafft es meist nicht in den FC-Kader. Und dabei ist Anthony Modeste noch nicht einmal spielberechtigt. „Die Jungs dürfen enttäuscht sein, lassen sich aber nicht hängen“, sagte Anfang am Montag. Doch sobald der Franzose mindestens auf der Bank der Kölner sitzen wird, dürften für Zoller die Chancen auf Einsatzzeiten endgültig gegen Null gehen. Auch deswegen will der Angreifer den Effzeh im Winter wohl verlassen. Gleiches gilt auch für Innenverteidiger Frederik Sörensen. Abgesehen von einem Kurzeinsatz beim Hamburger SV spielt der Däne überhaupt keine Rolle, sitzt nur deshalb auf der Bank, weil Sobiech noch verletzt ist.

Müssen anerkennen, dass die Mannschaft gerade gut funktioniert

Auch Matthias Lehmann hat im Kampf um einen Kaderplatz fast immer das Nachsehen. Im defensiven Mittelfeld ist die Konkurrenz für den Routinier zu groß geworden. Doch im Gegensatz zu Zoller hat sich Lehmann mit dieser Rolle offenbar arrangiert. Obwohl es für den 35-Jährigen bislang nur für einen Kurzeinsatz reichte, weiß auch Anfang um Lehmanns Qualitäten – nicht bloß als Führungsspieler. „Sie bereiten im Training die anderen Jungs auf die Spiele vor. Damit haben sie auch einen großen Anteil. Wir dürfen sie nicht vergessen“, so der FC-Coach, fügte aber auch hinzu: „Selbstreflektieren müssen sie auch und anerkennen, dass die Mannschaft gerade gut funktioniert.“ Das muss vor allem Serhou Guirassy, den die Systemumstellung wohl am härtesten getroffen hat.

Seitdem der Effzeh nicht mehr im 4-1-4-1-System spielt, in dem der 22-Jährige zumindest auf der linken Seite zum Einsatz gekommen war, bleibt Guirassy nur noch die Rolle der Nummer drei im Sturm. Durch die Rückkehr von Modeste könnte sich auch das ändern. Dem 22-Jährigen bleibt die Jokerrolle. Andere Spieler wie Vincent Koziello, Salih Özcan und Niklas Hauptmann bekommen von Anfang mehr  und regelmäßiger Einsatzzeiten. „Es ist sehr wertvoll, wenn wir den Spielern Spielminuten geben können“, so der FC-Trainer. Für die Profis, die auf der Tribüne sitzen müssen, ist das ein schwacher Trost. Denn aktuell hat selbst der Youngster Noah Katterbach die Nase vorn. Weil er positionsbezogen wichtig für die Mannschaft ist, stand er zuletzt im Kader – und wird wohl auch gegen Regensburg dazu gehören.

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