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Geis und Kainz: Können die Neuzugänge direkt helfen?


Der 1. FC Köln hat auf seine zahlreichen Verletzten reagiert und zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Damit müssen Johannes Geis und Florian Kainz aber direkt auch die entstandenen Lücken füllen. Doch können die beiden Neuzugänge direkt zu einer Verstärkung werden? 

Köln – Der Kader des 1. FC Köln zählt aktuell 24 Profi-Spieler. Zählt man die vier Youngster Noah Katterbach, Nikolas Nartey, Tomas Ostrak und Darko Churlinov, sowie den nach wie vor nicht spielberechtigten Anthony Modeste und die beiden Nachwuchs-Torhüter Brady Scott und Jan-Christoph Bartels mit dazu, fasst die Mannschaft sogar 31 Spieler. Eine Kadergröße, die für den normalen Trainingsbetrieb eigentlich zu groß ist, gleichzeitig aber den Konkurrenzkampf auch enorm ankurbeln kann. Doch aufgrund der zahlreichen verletzten Spieler ist davon momentan nur wenig zu spüren. Auch deshalb musste Armin Veh in diesem Winter bereits zweifach auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Transfers auch auf lange Sicht

„Wenn alle Spieler gesund sind, ist der Konkurrenzkampf groß. Aber wann hatten wir in dieser Saison einmal alle Spieler gesund?“, stellte Markus Anfang am Sonntag die rhetorische Frage. In der Hinrunde hatten Christian Clemens und Lasse Sobiech mehr als die Hälfte aller Spiele verpasst. Auch Vincent Koziello musste aufgrund einer Schulterverletzung lange Zeit zusehen. Jonas Hector verpasste ebenfalls drei Spiele verletzungsbedingt. Und mit Benno Schmitz und Matthias Bader verpassten gleich beide Rechtsverteidiger die ersten Saisonspiele. Nun fehlen den Kölnern auch zum Start ins Pflichtspieljahr 2019 eine Hand voll Spieler. Marco Höger, Lasse Sobiech und Vincent Koziello fallen höchstwahrscheinlich die ersten zwei bis drei Spiele im Februar aus. Auch Louis Schaub könnte nicht rechtzeitig fit werden. Somit müssen die Neuzugänge Johannes Geis und Florian Kainz direkt in die Bresche springen.

„Wir haben jetzt zwei Neuzugänge. Wenn wir die gerade jetzt in dieser Situation nicht hätten, wäre es ein bisschen schwierig“, sagt Anfang und erklärt: „Es ging nicht darum, den Kader aufzublähen, sondern ihn sukzessive stärker zu machen. Die Chance haben wir gesehen und dann zugeschlagen. Es waren aber keine Transfers auf kurze Sicht, sondern wir haben Spieler geholt, die uns auch weiterbringen können.“ Aufgrund der Tatsache, dass mit Marco Höger, Matthias Lehmann und Vincent Koziello drei potentielle Sechser in Berlin und mindestens auch in Aue fehlen werden, Salih Özcan in der Hinserie eher schwankende Leistungen zeigte und Nikolas Nartey nach seinen vielen Verletzungen erst langsam herangeführt werden soll, wird Johannes Geis im defensiven Mittelfeld direkt gefordert sein. Und auch Neuzugang Florian Kainz kann durch die Verletzung seines Ösi-Kumpels Louis Schaub wohl mit einem baldigen Startelf-Debüt für seinen neuen Verein rechnen.

Man verlernt das Fußballspielen nicht

Wie schnell sich sowohl Geis als auch Kainz für den Effzeh jedoch als echte Verstärkungen erweisen, bleibt zunächst abzuwarten. Beide Spieler kamen in ihren Mannschaften zuletzt auf nur wenige Spielminuten. Während Geis bei Schalke zu gar keiner Pflichtspielminute gekommen war, durfte Kainz zumindest acht Liga- und zwei DFB-Pokal-Spiele für Bremen absolvieren. „Wir müssen gucken, dass wir ihre Qualitäten jetzt auch in die Mannschaft reinbringen“, sagte Anfang.  „Geis ist ein Spieler, der schon bewiesen hat, dass er Bundesliga auf hohem Niveau spielen kann. Er hat in der Vergangenheit aber wenig Spielzeit bekommen“, sieht der Trainer die Problematik. „Er braucht Trainingseinheiten und Spielzeit. Ich glaube schon, dass er ein Wettkampftyp ist und sich im Wettkampf steigern kann. Man verlernt das Fußballspielen nicht, aber die Spielpraxis braucht man natürlich. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht von der ersten Sekunde zu viel erwarten. Wir müssen ihm Zeit geben“, bremst Anfang die Erwartungen, weiß aber aufgrund der Personalsituation auch um die Notwendigkeit: „Wir müssen versuchen, dass er so schnell wie möglich sein Potential abrufen und es in die Mannschaft reinbringen kann.“

Das gleiche gilt auch für Linksaußen Florian Kainz. In seiner ersten Saison in Deutschland kam der Österreicher direkt auf 30 Einsätze. Dabei erzielte Kainz drei Treffer und bereitete drei weitere vor. In dieser Hinrunde setzte Werder-Trainer Florian Kohfeldt allerdings immer weniger auf den 26-jährigen. Trotzdem ist man in Köln von seinen Qualitäten überzeugt. „Er hat nachhaltig gezeigt, dass er Bundesliga auf richtig gutem Niveau spielen kann. Mit mehr Spielpraxis soll er bei uns da wieder herankommen und uns damit weiterhelfen“, hofft Anfang  auf die Qualitäten des Grazers.

Zehn Tage bleiben den beiden Neuzugängen bis zu ihrem ersten FC-Pflichtspiel gegen Union Berlin noch. Im Testspiel gegen den VfL Bochum am Mittwoch werden die beiden voraussichtlich auf viele Einsatzminuten kommen, um im letzten Härtetest noch einmal Spielpraxis sammeln zu können.

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