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Modeste: Effzeh strebt außergerichtliche Einigung an


Seit zwei Monaten befindet sich Anthony Modeste in der Warteschleife. Wann er wieder für den 1. FC Köln ein Spiel bestreiten kann, ist noch immer unklar. Nun kommt aber offenbar Bewegung in die Sache: Alexander Wehrle erklärte am Dienstag, der Effzeh strebe innerhalb der nächsten zwei Wochen eine außergerichtliche Einigung mit den neuen Verantwortlichen von Tianjin an.

Vom Trainingslager auf Mallorca berichtet Jonas Klee

Den Tianjin Quanjian FC, also den Klub, bei dem Anthony Modeste unter Vertrag stand, gibt es nicht mehr – zumindest nicht unter diesem Namen. Aufgrund des Skandals um die Quanjian Group ist dieser das Recht an dem Klub wieder aberkannt worden. Stattdessen liegt das Recht nun bei der Stadt Tianjin. „Der Stand ist, dass sich die Situation aufgrund der Konstellation des Vereins in China verändert hat“, bestätigte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle am Dienstag auf Mallorca. „Wir sind in Gesprächen mit den neuen Verantwortlichen – so weit das von Deutschland aus nach China möglich ist.“

Es wird also wieder miteinander gesprochen, weshalb der FC-Geschäftsführer nach schwierigen letzten Wochen ein Licht am Ende des Tunnels sieht. Ob dies das Ende der Verhandlungen oder doch nur die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Zuges sind, bleibt abzuwarten. Schon mehrfach wähnte sich der Effzeh in der Causa Modeste in der finalen Phase. Doch nun scheint Wehrle aufs Tempo drücken zu wollen. Bis zum 31. Januar, also dem Ende des Transferfensters, will der Effzeh eine Einigung mit den Chinesen erzielen. „Das Ziel ist, in den nächsten ein bis zwei Wochen eine Lösung zu finden“, sagte Wehrle und bestätigte, dass der FC sich außergerichtlich mit den Chinesen einigen möchte. „Wenn es eine Möglichkeit zur Einigung gibt, dann werden wir das machen.“

Ansonsten geht es in die nächste Instanz vor den CAS

Wenn nicht, betonte Wehrle allerdings auch, gebe es auch noch einen anderen Weg: den vor den internationalen Sportgerichtshof CAS. Vom Weltfußballverband FIFA dagegen sei erst einmal nichts zu erwarten – wenn überhaupt eine Stellungnahme zum Urteil aus dem vergangenen Jahr. „Die FIFA feilt nach wie vor an der Urteilsbegründung“, kommentierte Wehrle nicht ohne Sarkasmus. „Die FIFA wird diese den Juristen von Tony zukommen lassen. Wir gehen davon aus, dass das vor dem 31. Januar der Fall sein wird.“ Eine Garantie gibt es dafür freilich nicht.

Auch deshalb konzentrieren sich die Kölner wieder auf die Gespräche mit China. Nach der übereilten Kommunikation des Transfers im November und dem daran anschließenden öffentlichen Protest von Tianjin hatte es eine Sendepause zwischen den beiden Klubs gegeben, wie Wehrle bestätigte. „Mit der alten Vereinsführung haben wir zwar zunächst auch Gespräche geführt, aber aus bekannten Gründen gab es dann irgendwann keinen Kontakt mehr. Eine Zeit lang war es überhaupt nicht möglich, jemanden zu erreichen.“ Dieses Problem hat sich durch die Verstaatlichung des Klubs nun zugunsten des FC erledigt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die beiden Klubs wirklich eine Einigung erzielen können – und ob mit dieser Einigung eine Ablösezahlung verbunden wäre. Wehrle äußerte sich dazu nicht.

„Idealtypischerweise sollten wir vor dem 31. Januar eine Lösung finden“, sagte Wehrle. „Ansonsten geht es in die nächste Instanz vor den CAS. Aufgrund der Dringlichkeit gehen wir davon aus, dass es dann im März zu einer mündlichen Verhandlung kommen würde.“ Doch auch das ist nicht sicher, sondern nur die Hoffnung, dass der FC, sollte es keine Einigung mit den Chinesen geben, im Falle eines positiven Urteils durch den CAS anschließend eine Spielgenehmigung beantragen könnte. Faktisch würde aber wohl der Weg vor den CAS einen Einsatz Modestes noch in dieser Saison sehr unwahrscheinlich machen. Auch deshalb setzen die Geissböcke alles auf eine außergerichtliche Einigung. Denn dann hätte der Effzeh im Winter neben Johannes Geis und Florian Kainz noch einen dritten Neuzugang im Kader, um in der Rückrunde den Aufstieg in die Bundesliga perfekt zu machen.

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