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Der große Unterschied zwischen Cordoba und Sörensen


Wie man einen am Boden liegenden Spieler wieder aufbaut und ihm neben einem gesunden Selbstvertrauen auch einen Marktwert zurückgibt, haben der 1. FC Köln und Trainer Markus Anfang bei Jhon Cordoba eindrucksvoll gezeigt. Wie man einen am Boden liegenden Spieler links liegen lässt, allerdings auch.

Köln – Frederik Sörensen hat keine Zukunft mehr beim 1. FC Köln. Das ist nicht erst seit diesen Tagen klar. Doch die Deutlichkeit, mit der dem Dänen dies zuletzt erneut vor Augen geführt wurde, überraschte dann doch. Gegen den SV Sandhausen fehlten mit Rafael Czichos und Lasse Sobiech zwei Innenverteidiger. In der Dreierkette spielten jedoch andere. Sörensen hatte als Sündenbock für die Niederlage in Paderborn keine Einsatzchance.

Der tiefe Fall des 26-Jährigen, war er unaufhaltsam? Wohl nicht, wenn man die Wandlung von Jhon Cordoba verfolgt, der ein ähnlich finsteres Jahr in der Abstiegssaison erlebt hatte. Wie Cordoba auch kam Sörensen als eine der großen Enttäuschungen mit in die Zweite Liga. Freilich wollte der Däne den Klub anschließend – im Gegensatz zu Cordoba – eigentlich verlassen, weshalb sich der 26-Jährige in der Sommervorbereitung die Rolle der Nummer vier in der Defensivzentrale mit dem Talent Yann Aurel Bisseck teilen musste. Als dann aber klar war, dass Sörensen bleiben würde, bekam er zu spüren, dass er nie eine ernsthafte Chance erhalten würde.

Der weitere Verlauf der bisherigen Saison ist bekannt. Ein Tribünenplatz bis zur Sobiech-Verletzung, ein Bankplatz bis zu den Momenten, in denen ein Aushilfsstürmer gebraucht wurde, als der Sörensen dann in die Partien in Hamburg und Berlin geworfen wurde. In Regensburg kam er in der Schlussphase, um den Sieg über die Zeit zu bringen. Es ging gut. In Paderborn ging der gleiche Versuch schief. 38 insgesamt bittere Spielminuten für Sörensen, und das in einer Saison, in der die Geissböcke defensiv bislang nicht immer eine gutes Bild abgaben. Doch in den Augen der Verantwortlichen sind nicht nur Rafael Czichos und Jorge Meré, sondern auch Lasse Sobiech, Benno Schmitz und selbst Mittelfeldspieler Marco Höger eine Klasse besser, um in der Dreierkette zu verteidigen.

Dabei hatte Sörensen beim FC in der erfolgreichsten Saison seit 25 Jahren als unangefochtener Stammspieler in 30 von 34 Saisonspielen in der Startformation gestanden, vornehmlich als Innenverteidiger neben Dominique Heintz. Der Däne hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Geissböcke in die Europa League einzogen. Zwei Jahre später ist ihm bekanntlich jegliches Selbstbewusstsein abhanden gekommen, sodass selbst Spieler die Nase vorn haben, die noch keinerlei Erfolge in der Bundesliga aufzuweisen haben. Den Versuch, Sörensen wieder aufzubauen, hat es in all den Monaten seit dem Abstieg allerdings nie ernsthaft gegeben.

Eine besonders bittere Randnote für den Spieler: Ex-Manager Jörg Schmadtke hatte Sörensen im Sommer 2015 auch deswegen geholt, weil der junge Däne in Italien vornehmlich in einer Dreierkette verteidigt hatte. Ein System, das unter Schmadtke und Stöger zwar nie verwirklicht wurde, unter Anfang nun aber praktiziert wird. Sörensen wäre eigentlich dafür prädestiniert. Das hat sich seit Paderborn und Sandhausen wohl endgültig erledigt. Ein Abschied im Sommer gilt als sicher.

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