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Große Dominanz und Standardschwäche: Das war gut, das war schlecht

Hinten aufmerksam, vorne effektiv

Der 1. FC Köln hat sich dank eines völlig verdienten 4:1-Erfolges über den FC St. Pauli den zweiten Tabellenplatz zurückerobert. Mit einer konzentrierten Leistung und einem überragenden Jhon Cordoba ließen die Kölner den Gästen am Freitagabend spielerisch keine Chance. Nur bei gegnerischen Standardsituationen fehlt es dem Effzeh noch an der nötigen Konsequenz. 

Köln – In den letzten beiden Saisonspielen dauerte es keine 30 Sekunden, ehe der Ball das erste Mal hinter Timo Horn im Tor der Kölner einschlug. Gegen St. Pauli waren die Geißböcke jedoch von Beginn an hellwach und dominierten die Hamburger nach Belieben. „Wir wollten von Anfang an Druck aufbauen und zeigen, dass wir hier zuhause sind. Das ist uns ganz gut gelungen“, freute sich auch FC-Kapitän Jonas Hector über den gelungenen Start in die Partie. Doch nicht nur der Anfang des Spiels begeisterte am Freitagabend die Fans, bis auf fünf Minuten im ersten Durchgang war der Effzeh durchweg die bessere Mannschaft.

Das war gut

Der FC St. Pauli hatte sich vor dem Spiel vorgenommen, nicht nur zu reagieren, sondern ab und an auch selbst aktiv zu werden. Doch die einzige Mannschaft, die in der ersten halben Stunde dem Spiel ihren Stempel aufdrückte, war der Effzeh. So hätten Geis (12.), Terodde (14., 32.) und Cordoba (26.) die Gastgeber bereits früher in Führung bringen können.  Das klappte schließlich in der 32. Minute und war eine Produktion großen Willens: Nach einer Ecke von Christian Clemens landete der Ball über Drexler und Terodde bei Cordoba, der die Kugel im dritten Versuch schließlich an Brodersen vorbei, wenn auch aus Abseitsposition, im Tor unterbringen konnte.

Nach dem eher schmeichelhaften Ausgleich durch Alex Meier in der 38. Minute, hätte der Effzeh nach einer Doppelchance von Drexler und Terodde (45.) noch vor der Halbzeit erneut die Führung übernehmen können, scheiterte aber am starken Hamburger Keeper. Trotz des Rückschlags machten die Kölner nach dem Seitenwechsel dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. 66 Prozent Ballbesitz, dabei fast doppelt so viele gespielte Pässe als der Gegner (571 zu 300) zeigten dabei die Dominanz der Kölner. 85 Prozent der gespielten Bälle fanden dabei ihren Mitspieler und unterstrich die konzentrierte Leistung der Geißböcke an diesem Tag. Allen voran Neuzugang Johannes Geis zeigte sich bereits bestens integriert. Sinnbildlich für sein starkes Spiel im Zentrum stand sein öffnender Pass vor dem 2:1 auf Christian Clemens, der perfekt einlief und mit dem zweiten Kontakt auf Cordoba ablegte. Mit einer flachen Direktabnahme erzielte der Kolumbianer schließlich seinen zweiten Treffer an diesem Tag. „Am Ende war es ein perfekter Spielzug“, freute sich der ehemalige Schalker nach dem Spiel über das Tor. Auch bei Cordobas drittem Treffer war Geis der Vorbereiter: Sein Freistoß von der rechten Strafraumseite senkte sich genau auf den Kopf des Kolumbianers, der nur noch einnicken musste, um seinen Dreierpack perfekt zu machen. Mit 98 Ballkontakten, und damit den meisten auf dem Feld, füllte Geis am Freitagabend seine Rolle als Spielmacher vollends aus.

Der FC St. Pauli versuchte sich an diesem Tag auf sein Konterspiel zu verlassen. Doch auch dafür hatte der FC stets eine Antwort parat. In den meisten Fällen konnten die Kölner eine mögliche Umschaltsituation bereits im Keim ersticken. Nach einem Ballverlust waren immer wieder schnell genug mehrere FC-Profis hinter dem Ball, die die Kugel oft bereits in der gegnerischen Hälfte wieder zurückerobern konnten. „Wir wussten um die Konterstärke von St. Pauli, deswegen wollten wir das schon vorne unterbinden“, erklärte Geis hinterher die Taktik. Generell hatte die FC-Abwehr um einen erneut bärenstarken Jorge Meré den Pauli-Angriff zumeist gut unter Kontrolle, wurde aber auch nur selten gefordert. Somit endete die Partie, nachdem auch Terodde noch sein 23. Saisontor erzielen durfte, hochverdient mit 4:1 für die Elf von Trainer Markus Anfang.

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