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„Einiges in der Vergangenheit war nicht in Ordnung“


Am Mittwoch gab es die erste Sitzung des umgestalteten Präsidiums beim 1. FC Köln. Damit ist Stefan Müller-Römer nun auch offiziell der Interimsvorstand neben Markus Ritterbach und Toni Schumacher. Doch wie gut kann diese Zweckgemeinschaft wirklich funktionieren? Der GEISSBLOG.KOELN fragte bei Müller-Römer nach.

Das Interview führte Marc L. Merten

GBK: Herr Müller-Römer, am Mittwoch hat sich der neu formierte Vorstand erstmals getroffen. In welchem Klima fand die Sitzung statt?

STEFAN MÜLLER-RÖMER: „Es war eine offene und konstruktive Atmosphäre und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in den nächsten Wochen. Es gibt natürlich noch einige Abläufe, die ich kennenlernen muss. Aber das wird sicher in den nächsten Wochen geschehen.“

Sie hatten zur Vorstandssitzung am Mittwoch auch die neuen Vorsitzenden des Mitgliederrates eingeladen. Was waren Ihre Beweggründe und wird dies bis September so beibehalten?

Wir haben sie eingeladen, nicht nur ich. Wir wollen vom ersten Tag an eine neue Qualität in der Zusammenarbeit mit dem Mitgliederrat pflegen, vertreten durch seine beiden Vorsitzenden. Ich kenne die beiden gut. Sie sind kompetent, konstruktiv und extrem engagiert. Daher werden wir sie öfter dazu nehmen. Nur gemeinsam sind wir stark. Wir müssen die gesamte Manpower im Verein zum Wohle des Vereins einsetzen. Dazu gehört im ersten Schritt, dass wir uns zusammensetzen und miteinander reden.

Nachdem im vergangenen Herbst interne Dokumente gegen Sie veröffentlicht wurden, inwiefern ist auf dieser Basis eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand vorstellbar?

Einiges in der Vergangenheit war nicht in Ordnung – im Speziellen, dass eine vertrauliche Mail im Gemeinsamen Ausschuss öffentlich wurde. Aber das ist Vergangenheit und wir wollen mit dem Hier und Jetzt umgehen. Ich werde den beiden Vizepräsidenten das notwendige Vertrauen entgegenbringen.

Sie ersetzen aktuell Werner Spinner, den Präsidenten. Der gewählte Präsident des 1. FC Köln hat aber eigentlich gewisse Rechten und Pflichten, die ihn von seinen Vizepräsidenten unterscheidet. Inwiefern wollen Sie diesen Folge leisten oder darauf verzichten? Und wenn Sie darauf verzichten wollen, ist dies überhaupt möglich?

Ein Verzicht ist natürlich möglich. Aber das ist für mich nicht der Punkt: Ich möchte, dass wir kollegial zusammenarbeiten. Keiner geht alleine voran. Wir müssen zu gemeinsamen Entscheidungen kommen. Intern müssen wir offen, ohne Vorbehalte und ohne falsche Rücksichtnahme diskutieren. Man kann nicht immer einer Meinung sein. Am Ende muss aber möglichst eine Entscheidung stehen, die von allen mitgetragen wird.

Der Aufstieg ist bekanntlich die Aufgabe der sportlichen Leitung, für die Planung der nächsten Saison hatte der alte Vorstand mit der Geschäftsführung in einer Klausurtagung bereits die Grundlagen gelegt. Welche dringenden Aufgaben und strategischen Themen stehen im Vorstand daher darüber hinaus an, zum Beispiel der Ausbau am Geißbockheim?

Klar ist das ein Thema. Wir warten auf die Baugenehmigung und müssen gleichzeitig versuchen, den Streit mit den Gegnern beizulegen – falls das möglich ist. Es wäre schade, wenn es zu einem Rechtsstreit käme. Der Grüngürtel ist als Erholungs- und Sportgebiet angelegt worden. Dazu gehört auch der 1. FC Köln, der schon jetzt einen guten Anteil am Kölner Sport hat und diesen in Zukunft auch noch ausbauen möchte. Wir werden unsere Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Köln intensivieren, weil wir den gesamten Sport in Köln weiter voranbringen wollen. Neben meiner Tätigkeit beim FC bin ich auch beim Stadtsportbund Köln seit 2015 als Stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend Köln aktiv. Speziell die Förderung des Jugendsports in Köln habe ich mir auf die Fahnen geschrieben.

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