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Vertragsgespräche mit Veh erst mit neuem Vorstand?

Einige Äußerungen von Armin Veh haben in den letzten Wochen hohe Wellen geschlagen. Die Kritik nach dem Paderborn-Spiel, der Machtkampf mit Werner Spinner und am Montag seine Äußerungen bei RTL Nitro. Dort hatte der Geschäftsführer Sport auch über seine eigene Zukunft gesprochen. Die ist offen. Auch, weil sich die Machtlage beim FC verändert hat.

Köln – Eigentlich will Armin Veh über nichts anderes als über Fußball sprechen. Doch in letzter Zeit äußerte sich der Sportchef immer wieder auch zu anderen Themen – mal gewollt, mal gezwungen. Zur Präsidenten- und zur Spitzel-Affäre, zum Beispiel. Am Montagabend war er bei RTL Nitro zu Gast, und die Frage, die kommen musste, kam natürlich auch. Die nach Vehs eigener Zukunft beim FC.

„Ich weiß nicht immer genau, wie es geht. Aber wie es nicht geht, weiß ich sicher“, sagte Veh und bezog seine Worte auf die politischen Machtspielchen, die den FC einmal mehr in diesen Tagen im Griff haben. „Wenn in einem Klub ständig Unruhe ist und eigene Interessen und Eitelkeiten in den Vordergrund gestellt werden, dann wird dieser Klub auf Dauer nicht erfolgreich sein.“ Man werde sehen, ob es funktionieren werde, künftig wieder an einem Strang zu ziehen. Aber: „Ich kann nicht damit leben, wenn ständig Sachen, die intern besprochen werden, nach außen kommen. Wenn sich das nicht ändern sollte, wird es schwierig mit mir.“

Aufstieg als Ziel – und dann?

Eine klare Aussage des 58-Jährigen, dass mit ihm nicht mehr länger zu rechnen wäre, sollte der FC nicht auch neben dem Platz wieder in die Spur finden. Sportlich konnte sich Veh zuletzt wenig beklagen bei vier Siegen in Serie. Politisch hingegen gehört Veh nicht zu den Spielchen-Spielern. Der Ruf eilt ihm voraus, in einem solchen Falle eher selbst ein Kapitel zu beenden, als sich noch länger mit solchen Baustellen zu befassen. Und so ließ Veh durchklingen, dass für ihn eine Zukunft beim FC nur unter bestimmten Bedingungen vorstellbar wäre. Diese dürfte der Sportchef noch einmal formulieren, sobald der angestrebte Aufstieg in trockenen Tüchern ist.

Sollte der Aufstieg tatsächlich gelingen, hätte Veh sein erstes Ziel beim FC erreicht. Danach will er offenbar resümieren, wie sich der Klub intern verändert hat. „Ich bin angetreten, um jetzt wieder aufsteigen. Das ist das Wichtigste“, sagte Veh und machte damit klar, dass er zwar zunächst an nichts anderes einen Gedanken verschwenden will. Was danach kommt, erscheint aber völlig offen. Zwar soll Veh zusammen mit Lizenzspielerleiter Frank Aehlig und Trainer Markus Anfang die Planungen für die nächste Saison vorantreiben. Doch inwiefern nun der umgestaltete Vorstand mit Stefan Müller-Römer in diese Planungen mit einbezogen werden will, ist unklar. Das gilt auch für die Frage, inwieweit Veh bereit wäre, mit dem Vorstand seine Überlegungen zu teilen und die Meinung des Vorstand nicht nur zu hören, sondern auch zu berücksichtigen.

Vertragsgespräche mit Veh „nicht unser Thema“

Veh und Müller-Römer bemühten sich zuletzt aktiv, ihr persönliches Verhältnis zueinander zu verbessern. Den „Vollamateure“-Eklat aus dem vergangenen Herbst haben die beiden damaligen Streithähne längst beiseite geschoben. Nun wollen sie einen Neuanfang versuchen und konstruktiv zusammenarbeiten. Weder Veh noch Müller-Römer gelten als nachtragend. Ihr Verhältnis in den kommenden Wochen dürfte daher mitentscheidend sein, wie es mit Veh beim FC in den kommenden Monaten weitergehen wird.

Denn klar ist auch: Vehs Vertrag läuft im Sommer 2020 aus. Im Falle des Aufstiegs wäre eine marktübliche Reaktion des Klubs, den Vertrag mit dem Sport-Geschäftsführer im Laufe der Sommerpause zu verlängern. Doch weil im September ein neuer Vorstand gewählt werden wird, befindet sich der FC auf höchster Führungsebene in einer Übergangsphase. Weitreichende Entscheidungen wie die Vertragsverlängerung mit einem Mitglied der Geschäftsführung sind in dieser Phase nicht zu erwarten. Das deutete auch Müller-Römer dem GEISSBLOG.KOELN auf die Frage an, ob für den aktuellen Interimsvorstand die vertragliche Situations Vehs auf der Agenda stünde. „Das ist momentan überhaupt nicht unser Thema“, sagte Müller-Römer. Damit würde also wohl erst der nächste gewählte Vorstand die potentiellen Vertragsgespräche mit Veh führen.

2 Kommentare
  1. LOCUTUS says:

    Für mich vollkommen legitim, wenn Veh den neuen Vorstand im September abwartet, um dann Vertragsverhandlungen zu führen.
    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Planungen, Verstärkungen, etc. für die kommende (hoffentlich 1.Liga-) Saison unter diesen Umständen mit der allerletzten Motivation vorangetrieben werden.
    Das wäre natürlich fatal für den FC, denn es gibt ne Menge zu bewegen.

  2. Holger says:

    Alles vollkommen richtig und nachvollziehbar.
    Veh ist Profi genug um seinen Job ohne Gedanken über seine Zukunft vernünftig zu machen.
    Er lebt im jetzt und ist selbst sein größter Kritiker!
    Anders als andere, dabei wäre das mal ein Anfang :-)
    Er wird seinen Job für die nächste Saison vernünftig machen und dann im Herbst mit dem neuen Vorstand entscheiden, wie es weitergeht!
    Erfreulich das jemand nicht nur ständig daran denkt, seine Schäflein ins Trockene zu bringen!

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