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Das ungleiche Duell der beiden Topfavoriten

Man könnte dieser Tage geneigt sein zu sagen: Der 1. FC Köln steigt auf, der Hamburger SV wird aufgestiegen. Die beiden Traditionsklubs und Favoriten in der Zweiten Liga treffen am Montagabend aufeinander. Das Duell könnte aktuell kaum unterschiedlicher sein, obwohl sich die beiden Teams seit Monaten die Tabellenspitze teilen.

Köln – Nur an sieben von 29 Spieltagen standen der 1. FC Köln und der Hamburger SV in dieser Saison bislang nicht an Rang eins und zwei der Tabelle. Seit dem 13. Spieltag wechselten sich nur noch die beiden Zweitliga-Favoriten an der Tabellenspitze ab. Die Konkurrenz? Meist in Schlagdistanz, aber nie wirklich gefährlich. Der FC und der HSV scheinen unaufhaltsam in Richtung Aufstieg zu streben – und doch auf so grundverschiedene Art und Weise.

Die Statistiken zeigen: Das Spitzenspiel am Montag könnte kaum ein ungleicheres Duell sein. Der FC hat in 28 Spielen schon 74 Tore erzielt (im Schnitt also 2,65 Treffer pro Partie), der HSV dagegen nur 39 (Schnitt: 1,39). Beide haben zwar eine ähnliche Gegentorquote (FC 35, HSV 31). Die Hamburger haben jedoch das Kunststück fertig gebracht, nach 28 Spieltagen mit einer äußerst geringen Tordifferenz von lediglich plus acht trotzdem 51 Punkte eingesammelt zu haben und dabei sogar einmal häufiger (12x) als der FC (11x) an der Tabellenspitze zu stehen.

Ohne Lasogga, Holtby und Hunt?

Inzwischen aber haben sich die Geissböcke abgesetzt. Sieben Punkte liegen zwischen dem FC und dem HSV. Einerseits, weil die Kölner eine Siegesserie von sechs Dreiern in Folge hinlegen konnten. Andererseits, weil der HSV in den letzten sieben Spielen nur zwei Erfolge feiern konnte und zuletzt gar seit drei Spielen sieglos blieb. Union Berlin verpasste es aber am Freitagabend einmal mehr, mit einem Sieg am HSV vorbeizuziehen. Die Hamburger können sich glücklich schätzen, dass die Konkurrenz seit Wochen ebenfalls reihenweise patzt.

Am Montagabend soll die Wende her für die Hanseaten. Doch ausgerechnet jetzt droht in Pierre-Michel Lasogga der einzig treffsichere Stürmer der Hamburger und Torschütze zum Sieg des HSV über den FC im Hinspiel wegen Adduktorenproblemen auszufallen. Lewis Holtby wird wegen seiner fünften Gelben Karte fehlen. Zudem wird Aaron Hunt ebenfalls sicher ausfallen. Der Spielmacher laboriert an einem Faszien-Einriss im Oberschenkel. Mit Hunt verlor Hamburg in dieser Saison von 19 Spielen nur eines. Ohne Hunt gingen dagegen fünf von neun verloren. Die Abhängigkeit vom Routinier und Kapitän wurde gerade in der jüngeren Vergangenheit unübersehbar.

HSV hat kein Luxus-Problem

Während die Geissböcke also gerade in der Offensive ein personelles Luxus-Problem haben und man ständig rätseln kann, ob Jhon Cordoba, Anthony Modeste oder Simon Terodde spielen werden, gehen dem HSV die Leistungsträger aus. Die Hamburger können sich aktuell lediglich Mut aus den starken Auswärts-Auftritten beim FC St. Pauli (4:0) und im DFB-Pokal beim SC Paderborn machen. Und aus der jüngsten Geschichte beider Teams, in der die Nordlichter vier der letzten fünf Duelle gewinnen konnten.

8 Kommentare
  1. Holger Dierks says:

    Um 14.15 meldete Sport1, dass Lasogga definitiv nicht spielt. Die äußeren Umstände sprechen also komplett für den FC, und wenn die Jungs die Sache von der ersten Minute konzentriert angehen, kann Morgen mit einem Sieg der Aufstieg zu 99% perfekt gemacht werden. Ich hoffe nur, dass MA nicht noch eine Superidee entwickelt, die uns fassungslos zurücklässt…

  2. Klio says:

    Der Kader ohne Lasogga ist auch so vom HSV auf Twitter veröffentlicht worden: https://twitter.com/HSV

    Wenn das so stimmt (bleibt), kommt der HSV mit einem einzigen Mittelstürmer und zwar dem 20-jährigen Wintzheimer, der bis auf einen Kurzeinsatz in der 1. Mannschaft diese Saison sonst nur in der Regionalliga für die HSV-U21 gespielt hat. Natürlich kann diese Chance dazu führen, dass der junge Mann für ein Spiel über sich hinauswächst (also keine Entwarnung). Aber schon interessant, dass der HSV sich hier keine Option belässt, evtl. nachzulegen. Arp könnte spielen, wird aber bei der U21 gelassen.

    Bei der Innenverteidigung bietet der Kader eine reichhaltige Auswahl: mit van Drongelen, Lacroix, Bates, Papadopoulos und Jung nehmen sie sage und schreibe fünf nominelle Innenverteidiger mit. Im Kader gibt es ein deutliches Übergewicht von defensiven Spielern. Möglicher Plan: Beton anrühren und auf einen Konter hoffen oder auf einen Standard mit einem der langen Innenverteidiger als Abnehmer für die Flanken?

  3. Boris Karis says:

    Finde gerade so etwas extrem gefährlich.
    Plötzlich findet man zufällig DAS Hammer System aus der Not heraus oder genau bei solchen spielen werden neue unbekannte entdeckt die plötzlich Spielzeit bekommen und und und.
    Also man sollte da schon gewarnt sein, zumal das für den HSV ein Bundesliga Spiel ist.
    Und dass Arp gerade in so einer Situation nicht in den Kader kommt finde ich sehr Kindsich.
    Da steht das große Ziel Aufstieg wohl doch nicht vor allem anderen, nur weil er zu Bayern wechselt.

  4. Huey L. says:

    Ein typisches Spiel, das der FC vom Papier und den äußeren Umstänständen her gewinnen muss. Das sind genau die, die traditionell in die Hose gehen… !
    Ich hoffe, ich irre mich gewaltig und werde morgen eines besseren belehrt!!!

  5. Boom77 says:

    Naja, wenn der Wintzheimer – wie auch der Stoppelkamp – nicht gegen uns trifft gegen wen dann? ;) Aber Spaß beiseite. Das Ding muss gewonnen werden, ob die mit oder ohne Lasogga oder sonst wen spielen. Und was Arp und so angeht…. was sollen wir uns den Kopf des HSV zerbrechen?

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