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„Ein interessanter Spieler“: Was ist dran am Gerücht um Anton?


Der 1. FC Köln ist laut der Hannoverschen „Neue Presse“ an Waldemar Anton von Hannover 96 interessiert. Es ist das erste ernsthafte Gerücht um einen Innenverteidiger, das in diesem Frühjahr hochgekommen ist. Sportchef Armin Veh dementierte ein Kölner Interesse nicht. Die Ablöse könnte allerdings einen Transfer unmöglich machen. Der GEISSBLOG.KOELN bewertet das Gerücht.

Das Gerücht

Waldemar Anton, 22 Jahre alt, Innenverteidiger von Hannover 96 und Stammspieler beim Tabellenletzten der Bundesliga, gilt als großes Talent in der Defensive. Der 1,89 Meter große Verteidiger stand in dieser Saison in allen 30 Spielen über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. Das Eigengewächs der 96er begann die Spielzeit sogar als Kapitän, wurde im Laufe der Saison nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz aber abgelöst. Da Hannover den Abstieg wohl nicht mehr vermeiden kann, sind laut „Neue Presse“ unter anderem Hertha BSC und der 1. FC Köln an Anton interessiert.

Die Situation

Der Spieler hat in Hannover noch einen Vertrag bis 2021. Angeblich soll es keine festgeschriebene Ablösesumme geben, auch nicht im Abstiegsfall. Die Transferzahlung wäre demnach für Hannover frei verhandelbar. Der Spieler hat bereits angedeutet, nicht noch einmal in die Zweite Liga gehen zu wollen. Ein Abschied scheint also wahrscheinlich. Jedoch muss Hannover mitspielen. Der inzwischen nicht mehr allmächtige Marin Kind sagte kürzlich: „Waldemar kann nach meiner Beurteilung ein wichtiger Faktor beim Wiederaufstieg werden. Ich persönlich empfehle, Anton zu behalten.“

Stünden dem FC also schwere Verhandlungen bevor? Zugute käme den Interessenten an Anton, dass Hannover in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wie am Dienstag bekannt wurde, muss 96 den Lizenzantrag für die kommende Saison nachbessern. Zwar hat die DFL dem Klub die Spielberechtigung für die Saison 2019/20 in der 1. und 2. Liga erteilt. „Abhängig von der Ligazugehörigkeit sind noch wirtschaftliche Bedingungen zu erfüllen“, erklärte allerdings Geschäftsführer Björn Bremer. Martin Kind hatte kürzlich erklärt, Hannover 96 müsse in dieser Saison mit einem Verlust von 18 Millionen Euro rechnen, in der nächsten Spielzeit könnten weitere 16 Millionen hinzukommen. Riesige Beträge, die nun offenbar die DFL abgesichert sehen will – möglicherweise durch Transfererlöse.

GBK-Einschätzung

Waldemar Anton ist nun schon in seiner dritten Saison bei 96 Stammspieler in der Defensivzentrale. Weil der 22-Jährige nicht nur als Innenverteidiger in einer Viererkette, sondern auch in einer Dreierkette zentral, vor allem aber auch auf der Sechs agieren kann, ist er in den Fokus diverser Erstligisten gerückt. Kürzlich absolvierte er für 96 sein 100. Profi-Spiel (65 davon in der Bundesliga), verfügt also über mehr Erfahrung, als sein Alter vermuten lassen könnte. Er gilt als zweikampf- und kopfballstark und bringt für seine Größe eine gute Schnelligkeit mit – ein wichtiges Kriterium auf der Suche nach Neuzugängen beim 1. FC Köln.

Sportchef Armin Veh wollte sich bislang zu Anton nicht ausführlich äußern, erklärte lediglich dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Das ist ein interessanter Spieler.“ Was in der Regel so viel heißt wie: Wir haben ihn auf dem Schirm und werden unseren Hut in den Ring werfen. Dass Anton dann aber tatsächlich zum Effzeh wechseln wird, ist zumindest dann unwahrscheinlich, sollte sich bewahrheiten, dass Hannover für das Eigengewächs rund zehn Millionen Euro haben will. Diesen Betrag könnte der FC nicht bezahlen. Außer, Jorge Meré würde im Gegenzug den Klub für die festgeschriebene Ablösesumme von 30 Millionen Euro verlassen.

Dass dies passieren könnte, ist aufgrund der Begehrlichkeiten aus Merés Heimat nicht undenkbar. Allerdings könnte dies den Preis für Anton und andere Innenverteidiger noch einmal in die Höhe treiben – man erinnere sich an die 17 Millionen Euro, die Köln wegen des Modeste-Verkaufs nach China für Jhon Cordoba zahlen musste. Noch aber wird weder im Falle Meré noch im Falle Anton eine frühzeitige Entscheidung erwartet. Überhaupt hat der Transfermarkt noch kein Tempo aufgenommen, unter anderem, weil viele Trainerposten in der Bundesliga zur neuen Saison neu besetzt werden und auf der Position des Innenverteidigers erst später Bewegung in den Markt kommen dürfte. Dann aber richtig, denn Wechselkandidaten gibt es zuhauf: So ist beispielsweise Niklas Stark von Hertha BSC, der sich allerdings gerade den Fuß gebrochen hat, in Deutschland und auch international heiß begehrt. Kaan Ayhan von Fortuna Düsseldorf wird innerhalb der Bundesliga wechseln, nur der neue Klub ist noch nicht bekannt.  Nicht nur der FC wird im Sommer also in der Defensive auf der Suche sein.

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