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Einstiger Aufstiegsheld Risse kämpft um seinen Platz

Marcel Risse erlebt die aktuell erfolgreiche Phase beim 1. FC Köln zwiegespalten. Der Rechtsaußen feiert Woche für Woche mit seiner Mannschaft Siege. Auf dem Rasen steht der 29-Jährige aber kaum mehr. Die Rückrunde verläuft enttäuschend. Auch, weil er für das Trainerteam offenbar kein Joker ist.

Köln – Auch am Sonntag gegen Holstein Kiel blieb Marcel Risse wieder nur der Platz auf der Ersatzbank. Während seine Mannschaft mit 4:0 gegen die Störche gewann, schaute Risse von draußen zu oder lief sich an der Seitenlinie warm. Eingewechselt wurde er einmal mehr nicht.

In sechs der letzten sieben Spiele saß Risse über die volle Distanz auf der Bank. Überhaupt wurde Risse in den bisherigen 26 Ligaspielen bei 16 Startelf-Einsätzen nur einmal eingewechselt. Wenn der Rechtsaußen nicht von Beginn an ran durfte, brachte Trainer Markus Anfang in der zweiten Halbzeit lieber andere Spieler als den Routinier, um noch einmal frische Impulse zu setzen. Joker-Qualitäten sieht Anfang offenbar eher in anderen Spielern. Auch, weil ihm mit Anthony Modeste und Louis Schaub hochkarätige Optionen zur Verfügung stehen.

Wir müssen das moderieren

Ein Tor und fünf Vorlagen stehen in 17 Einsätzen auf Risses Konto. Seinen einzigen Treffer markierte er bei der 2:3-Heimniederlage am 17. Spieltag gegen Bochum. Seine letzten beiden Assists lieferte er beim 8:1-Spektakel gegen Dresden, in dem er noch in der Startformation gestanden hatte. Doch in den letzten Wochen hat ihm Christian Clemens – wie schon zu Saisonbeginn – den Rang abgelaufen. Von seiner einstigen Aufstiegsbilanz in der Saison 2013/14 (neun Tore, vier Vorlagen) ist Risse weit entfernt. Genauso wie von seiner Bestform.

Anfang betonte in den letzten Monaten immer wieder, dass bei Risse die Verletzungsmisere Spuren hinterlassen hätte. Am Sonntag nach dem Spiel erklärte er zudem, dass die Situation für einige Spieler nicht einfach sei. „Wir müssen das immer moderieren, führen viele Einzelgespräche. Wir müssen den Jungs immer wieder erklären, was los ist“, sagte Anfang und konnte Risse und Co. nur mit einer Floskel Mut machen. „Es ist klar, dass wir jeden brauchen. Wir gewinnen und verlieren zusammen.“

Risses Chance in der Englischen Woche?

Davon kann sich Risse in diesen Tagen wenig kaufen. Zusammen mit Spieler wie Vincent Koziello und Salih Özcan muss er sich gedulden. Das Trio sitzt stets auf der Bank, zum Einsatz kommt es kaum mehr. Möglich, dass sich das in der kommenden Woche zumindest kurzfristig ändern wird. Dann steht mit den Spielen in Heidenheim und Duisburg sowie dem Spitzenspiel gegen den HSV eine Englische Woche im Kalender. Seinen letzten Einsatz bekam Risse ebenfalls in einer Englischen Woche – beim Nachholspiel in Aue.

12 Kommentare
  1. Jhen says:

    Im Testspiel gegen Paderborn fand ich war er, bis bis auf den unlustigen Modeste, der schlechteste Akteur auf Kölner Seite. Man konnte zwar seine Bemühungen erkennen aber es war einfach nichts und zuletzt ging er frustriert vom Platz. Sein Bankdasein verdankt er sicherlich seinen früheren Verdiensten.

    • Gerd Mrosk says:

      Richtig ist,das er um ins Spiel zu kommen 2-3 gute Aktionen braucht um heiss zu laufen.Natürlich haben ihn auch die dauerhaften Verletzungen zurück geworfen .Anscheinend hab ich ja nicht viel verpasst,hab das Testspiel nämlich nicht gesehen :-D

      • Jhen says:

        Verpasst hast du schon etwas, denn das Testspiel wurde doch postwendend als Beleg für die Nichtnominierung bzw. Berücksichtigung einiger Spieler genommen. Man könnte im nachhinein vermuten, dass es genau dafür veranstaltet wurde. Wenn ich nur an die Dreierkette denke in der Schmitz links auflaufen musste. Geis und Höger haben sich auch kein Bein ausgerissen um die Mannschaft zu stabilisieren und als Hector eingewechselt wurde, meinte man der hätte die Orientierung verloren also auch ohne Engagement.

        • Gerd Mrosk says:

          Also wollte sich wahrscheinlich keiner weh tun von denen die“gesetzt“ sind,da sie keinen Druck von der Bank zu spüren bekommen.Demnach war das Spiel ein Muster ohne Wert,ausser für Anfang ,der seine Kritiker verstummen lassen konnte.Verstehe.

  2. Christoph Zaß says:

    Leider ist der Junge durch die Verletzungen seiner größten Stärke, dem Tempo beraubt worden.
    Wenn man ehrlich ist, muss man Risse in Liga 1 ersetzen, nur leider wurde er ja mit einem Rentenvertrag ausgestattet.

    • Ali Perez says:

      Hat man doch schon; mit der Verpflichtung von Kingsley Schindler.

      Ja; MR ist nicht mehr der schnellste und bei weitem auch nicht mehr so beweglich wie früher. Diese Kriterien treffen aber auch auf MH zu.
      MR hat aus meiner Sicht einfach sehr viel Mist gespielt; zu viele planlose Bälle, zu viele Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung. Wenn er den Ball hatte, war er danach zu oft weg. Auch das Antizipieren von Situationen ging ihm vollends ab.

      Schwache Spiele gehörten schon immer zu MR; da darf man sich nichts vormachen. Aber in dieser Saison habe ich von ihm kein gutes Spiel gesehen.
      Es ist nie so, dass er sich nicht bemüht, aber ihm gelingt nicht viel. Eigentlich traurig.

  3. Ulrich Treimer says:

    Marco Höger hat aber ein sehr gutes Stellungsspiel und ist für die Mannschaft, auch noch im nächsten Jahr, sehr wichtig. Er kann auch bei uns eine ähnliche Rolle spielen wie Vogt in Hoffenheim.
    Aber der wurde ja auch von unserem Fans ohne Fußballverstand weggegrault. Dann kam der Abstieg.

    • Ali Perez says:

      Letzte Saison hatte MH eine ganze Menge Gegentore mit zu verantworten. Was mich besonders geärgert hat, war, dass er den viel besagten letzten Schritt sehr oft nicht gemacht hat. Ich habe ihn daher auch sehr negativ kritisch gesehen, mal ganz abgesehen davon, dass ich kein Freund davon bin, Sportinvaliden zu verpflichten. Schnelle Richtungswechsel bekommt MH bis heute nicht hin. Aber diese Saison macht er einen guten Job; er gehört zu den stabilsten. Ich befürchte aber ähnlich wie bei Risse, dass die 1.Liga zu schnell sein wird. Gutes Stellungsspiel alleine wird da nicht reichen; Sie Fachmann.

  4. Hans-Georg Skowronek says:

    Als Marcel vor sechs Jahren zum FC wechselte, fand er in seiner Heimatstadt zu herausragender Form, die ihn fast in die Nationalmannschaft gebracht hätte: Ein blitzschneller Flügelstürmer, der auch noch gute Flanken an den Mitspieler brachte! Nach seinem Kreuzbandriss 2016 und einer langfristigen Genesungsphase war sein Siel eher verhalten und vorsichtig – was ein jeder Fan gut nachvollziehen und verstehen konnte. Es fiel dann doch auf, dass Risse auch Wochen später Zweikämpfen stets aus dem Weg ging. Eigentlich sah man Positives nur noch bei Standards. Seine einstige Stärke – das Flügelflitzen – hatte er ebenfalls eingebüßt. Mit 29 Jahren ist man ohnehin nicht mehr der Schnellste, v.a. nach mehrjährigem, körperlich hartem Bundeslagaeinsatz. Marcel Risse ist ein sympathischer Spieler, der auch bei den Kollegen gut ankommt. Er hat es verdient, in Würde beim Effzeh „alt“ zu werden. Eine Zukunft als Stammspieler sehe ich für ihn beim Verein allerdings eher nicht mehr.

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