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Nächster Derbysieg: U21 mit Paukenschlag bei der Viktoria

Die U21 des 1. FC Köln ist aktuell nicht aufzuhalten. Die Mannschaft von Andre Pawlak hat am Freitagabend die nächste Sensation in der Regionalliga West geschafft und das Lokalderby bei Viktoria Köln mit 2:1 (0:0) gewonnen. Es war der fünfte Sieg in Folge und der nächste große Schritt in Richtung Klassenerhalt. Derweil muss die Viktoria plötzlich um den Aufstieg wieder zittern.

Aus Höhenberg berichtet Marc L. Merten

Rund 150 FC-Fans waren mit nach Höhenberg gekommen, um die U21 nach vier Siegen in Folge auch zum Derbysieg zu treiben. Als Tabellen-15. mit zwei Punkten Vorsprung auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz wollte die Pawlak-Elf nach dem Derbysieg über Mönchengladbach auch dem großen Aufstiegsfavoriten und Lokalrivalen von der anderen Rheinseite ein Bein stellen.

Mit entsprechend viel Selbstbewusstsein gingen die Geissböcke in die Partie. In einer zunächst ausgeglichenen Partie bekam der FC in der 26. und 27. Minute die ersten Großchancen zur Führung. Erst wurde Nikolas Nartey freigespielt, doch der Däne verpasste den richtigen Moment zum Abschluss. Wenige Sekunden später war es Roman Prokoph, der über links bedient wurde, aus 14 Metern aber mit dem Innenrist das Tor knapp verfehlte.

Erst verpasst Prokoph, dann trifft er doch

Der FC überzeugte mit der besseren Spielanlage, wirkte mindestens ebenbürtig gegen den eigentlich haushohen Favoriten. Nur unnötige Ballverluste brachten den FC in Bedrängnis. So in der 39. Minute, als Marvin Rittmüller auf rechts patzte und Sven Kreyer in Folge des Konters aus 14 Metern die Führung für den Tabellenführer auf dem Fuß hatte. Bei Kreyers Schuss musste Jan-Christoph Bartels im FC-Tor nicht eingreifen, zwei Minuten später dafür aber gegen Mike Wunderlich. Der U20-Nationaltorhüter war blitzschnell unten. Die Viktoria mit einem Male obenauf, kurz vor der Pause aber noch mal mit riesigem Glück. Der FC dagegen im Pech: Nach einer Ecke von Hikmet Ciftci verpasst Prokoph am langen Pfosten freistehend aus einem Meter die Führung (45.). So ging es torlos in die Kabine.

Nach der Pause machte es Prokoph dann goldrichtig: Nach der nächsten Ecke, diesmal getreten von Chris Führich, stieg der 33-Jährige am langen Pfosten hoch und köpfte unbedrängt zum 1:0 ein (48.). Es war sein fünfter Treffer im fünften Spiel in Folge – die Serie des Angreifer ging also auch am Freitagabend weiter. Doch schon im nächsten Augenblick wäre der Jubel beinahe wieder verstummt. Bartels musste alles riskieren, um gegen Kreyer den prompten Ausgleich zu verhindern. In der Folge rannte die Viktoria an, Bartels musste mehrfach auf der Hut sein. Die U21 dagegen suchte die Konter, blieb aber in den letzten Pässen zu ungenau.

Ich kann nur den Hut ziehen, was meine Mannschaft gerade veranstaltet

Dann begann die Schlussphase, und die hatte es in sich. Marius Laux produzierte ein folgenschweres Luftloch. Marcel Gottschling lief plötzlich alleine auf Bartels zu und wurde von diesem gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mike Wunderlich zum Ausgleich (80.). Doch als alle dachten, dass der Tabellenführer nun auf den Sieg spielen würde, konterte der FC. Der eingewechselte Gabriel Boakye scheiterte noch mit einem Schuss an Sebastian Patzler. Die anschließende Ecke jedoch köpfte Adrian Szöke ins lange Eck zur erneuten Führung der Geissböcke (82.). In einer hitzigen Schlussphase behielt der Effzeh die Übersicht und brachte den 2:1-Sieg nach 94 Minuten über die Zeit.

„Wir haben ein rassiges Derby gesehen“, sagte Pawlak hinterher. „Das 1:0 kam uns entgegen, weil wir ab der Minute 60 einige Spieler hatten, die nach dem Montagsspiel gegen Dortmund auf dem Zahnfleisch gingen. Der Druck wurde groß, aber dass der Elfmeter so zustande kommt, ärgert mich natürlich. Dass wir dann aber, eigentlich saft- und kraftlos, doch noch mal zurückzukommen, ist überragend. Ich kann nur den Hut ziehen, was meine Mannschaft gerade veranstaltet. Wir sind noch lange nicht durch, nach dem Klassenerhalt muss mich niemand fragen. Aber klar waren das heute Big Points.“ Mit fünf Punkten Vorsprung rückten die Geissböcke vorübergehend sogar auf Rang 14, während die Viktoria nur noch drei Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger aus Oberhausen hat.

So spielte der Effzeh: Bartels – Rittmüller, Sonnenberg, Laux, Karakas (46. Damaschek) – Führich (73. Boakye), Ciftci, Nartey, Jakobs (65. Nottbeck) – Szöke, Prokoph

Tore: 0:1 Prokoph (48.), 1:1 Wunderlich (80.), 1:2 Szöke (82.)

3 Kommentare
  1. Ulrich Treimer says:

    Eigentlich ist diese Wandlung dieser Mannschaft vom Sauhaufen in der Hinrunde zur Top-Regionalliga-Mannschaft in der Rückrunde unvorstellbar. Herr Pawlak macht einen Super-Job. Dazu die Leistungsexplosion bei Nartey, der, wenn der Abstiegskampf der U 21 erfolgreich durch sein sollte, unbedingt richtige Einsatzzeiten in der 1. Mannschaft bekommen sollte, und zwar noch in dieser Saison.
    Was wird aus Herrn Pawlak in der nächsten Saison? Regionalligatrainer? Da gehört er auf Dauer nicht hin. Er würde sehr schnell irgendwo in der 3. oder 2. Liga landen. Wir sollten ihn aber unbedingt im Verein halten. Wie wäre es damit, ihn als zusätzlichen Co.-Trainer im Profibereich arbeiten zu lassen? Dieser Trainer darf den Verein jedenfalls auf keinen Fall verlassen.

  2. NICK says:

    Vielleicht hätten wir damals Pawlak, statt Ruthenbeck nach Stöger ran lassen sollen, aber da hatte er ja noch keine A-Lizenz…wie auch immer Pawlak zeigt nach Uerdingen und zweimal der Trendwende unser U21, dass er richtig was drauf hat. Sollten Anfangs Hurra-Angriffsfussball in der ersten Liga scheitern, haben wir auf jeden Fall sofort jemand unverbrannten in der Hinterhand da….

    Hut ab Herr Pawlak – weiter so…warten Sie beim Effzeh auf Ihre Chance. Wo kommt ein Trainerwechsel (normalerweise) schneller als bei uns…

    • Flizzy says:

      Na ja, Ruthenbecks U-19 steht auch mehr als annehmbar da. Ich denke damals hätte kein Trainer diesen von Verletzungen geplagten Sauhaufen retten können.
      Aber was Pawlak im Allgemeinen angeht hast du Recht, der macht einen sehr guten Job.

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