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Veh: „Ich kann doch nicht einfach hinschmeißen“

Veh will sich nicht reinreden lassen

Armin Veh will mit den 1. FC Köln zurück in die Bundesliga führen. In den letzten Wochen erlebte er den FC allerdings auch von seiner politischen Seite. Hat er in dieser Zeit an Rücktritt gedacht? Bleibt der Sportchef im Aufstiegsfall sicher über die laufende Saison hinaus? Und was passiert mit seinem bis 2020 laufenden Vertrag, wenn es mit den Gremien Konflikte geben sollte, zum Beispiel bei der Kaderplanung? Der GEISSBLOG.KOELN sprach mit dem 58-Jährigen.

Das Interview führte Marc L. Merten

GBK: Herr Veh, wie haben Sie sich eigentlich mit Udo Lattek verstanden?

ARMIN VEH: „Wir hatten ein gutes Verhältnis. Ich habe ihn sehr gerne gehabt. Am Ende war er ja das Gesicht des „Doppelpass“. Da hat er eingeführt, dass man nach der Sendung beim Weißwurst-Essen zusammensitzt. Die Tradition gibt es heute noch.“ (lacht)

Ich frage, weil Udo Lattek immer wieder gerne gesagt hat: ‚Es war mir immer egal, wer unter mir Präsident war.’

(lacht) Das hat Udo gesagt? Ja, so war er. Aber jetzt weiß ich auch, worauf Sie hinaus wollen.

Dann erzählen Sie mal! Wie verlaufen denn bislang die Gespräche mit dem umgestalteten Präsidium?

Es sind angenehme Gespräche. Ich bin völlig offen. Bis wir unser Ziel, den Aufstieg, erreicht haben, haben wir aber auch keine weltbewegenden Themen zu besprechen. Wie es auf Dauer sein wird, kann ich jetzt noch nicht beurteilen.

Wir sind die Profis in diesem Bereich, dafür sind wir hier

Diese Dauer ist auf jetzt noch fünf Monate begrenzt. Das Wichtigste in dieser Zeit wird die Planung der nächsten Saison werden. Wie wird die Abstimmung laufen?

Ich habe meinen Job zu machen. Das bedeutet: Wenn wir etwas vorhaben, werde ich das erklären, damit jeder Bescheid weiß, was wir uns dabei denken. Wir werden transparent sein, damit jeder, der in den Prozess eingebunden ist, verstehen kann, was wir planen. Aber für die Kaderplanung bin letztlich ich verantwortlich – und werde zusammen mit dem Trainer entscheiden. Wir sind die Profis in diesem Bereich, dafür sind wir hier. Sonst wären wir fehl am Platze.

Wo verläuft für Sie dabei die Grenze zwischen Kontrolle und Reinreden?

Ich erkläre alles. Mehr kann ich nicht tun. Wenn ich ein Risiko eingehen würde, das der Klub nicht tragen könnte, müsste natürlich jemand eingreifen. Das ist klar, denn der FC gehört mir ja nicht. Aber wenn es um einzelne Dinge wie die Beurteilung eines Spielers geht, dann diskutiere ich nicht. Die Beurteilung muss man mir überlassen. Dafür bin ich als Sport-Geschäftsführer eingestellt worden.

Ich muss mich an einen Rahmen halten, den der Verein vorgibt

In der Beurteilung geht es um sportliche, aber auch finanzielle Dinge wie Ablöse oder Vertragsgestaltung.

Die sportliche Bewertung, ob ein Spieler zu uns passt, geht immer einher mit dem finanziellen Budget, das mir zur Verfügung gestellt wird. Ich muss mich an einen Rahmen halten, den der Verein vorgibt. Ich kann keine Dinge verlangen, die nicht möglich sind. Wir wollen finanziell gesund bleiben, und danach richten wir uns. Auch deshalb muss ich alle einbinden.

12 Kommentare
  1. udo schmidt says:

    A.Veh ist halt ein geschickter Medienprofi. Mit dem Interview schreibt er seinem „Intimfreund“ Müller-Römer schon mal ins Stammbuch,wo die rote Linie zwischen Vorstand und Geschäftsleitung verläuft.Sollte der Mitgliederrat oder MR persönlich sich nochmal zu alleinigen Kompetenzen der GL äußern ( Fall Terodde) würden wir uns mindestens 1 neuen Geschäftsführer suchen müssen,was ich in der aktuellen Situation sehr bedauern würde.
    Wehrle macht einen super Job und AV hat bisher auch weitaus mehr richtig als falsch gemacht,was man vom Vorstand leider nicht sagen kannn.
    MR tut also gut daran,satzungsgemäß zusammen mit dem Mitgliederrat den Rahmen für die Geschäftsleitung vorzugebn und sie ansonsten machen zu lassen.

    • major says:

      Mitgliederrat und SMR ist Personalunion, auch wenn da formal getrennt wird. SMRs Kumpels halten ihm ja seinen Platz warm.

      Solange sein MR aber kein Team vorgeschlagen hat, glaube ich auch seine Zurückhaltung bei einem Vorstandsposten nicht, schließlich fehlen neben Doktor Wolf noch zwei. Den Mitgliederrat hätte ein möglicher Vizepräsident SMR jedenfalls noch bis zur Neuwahl des MR (für mindestens ein Jahr, weil nach 17.1 nicht in der selben Versammlung wie Vorstandswahlen) im Griff und damit eine der wichtigsten Kritikquellen kaltgestellt. Davon abgesehen, daß das Gremium Mitgliederrat damit irreparabel diskreditiert wäre. Aus SMRs Sicht hat er das Schachmatt in der Hand: ohne ihn geht nichts, ob im Vorstand oder in der Opposition. Und das mit nur 68,7% Zustimmung.

      Kurzfristig ist das gefickt eingeschädelt. Auf der anderen Seite stünde vielleicht ein Team Bosbach-Ritterbach-Schumacher. Oder in Varianten mit Martin Schulz oder dem kaum noch erwähnten Seitz. Die Wahl zwischen Pest und Cholera, dank Müller-Römers MoSaPro.

      Und zurück zum Thema: Ich traue Veh trotz aller Worte sehr impulsive Entscheidungen zu, egal, was er in diesem Interview gesagt hat.

      • major says:

        Ach..der FC meldet übrigens, daß Müller-Römer die Vorstandsvergütung, auf die Spinner noch verzichtet hat, kassiert.

        Die kommt übrigens aus der Vereinskasse, nicht von der KGaA:
        „§3.2 Der Mitgliederrat kann mit Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses für die Mitglieder des Vorstands eine angemessene Vergütung festsetzen.“

        Wieder der Mitgliederrat, der seinem „ehemaligen“ Vorsitzenden das Geld „genehmigt“. Die eine Hand darf nicht wissen, wen die andere wäscht.

  2. Boom77 says:

    Ich finde, dass Veh bisher einen guten Job macht. Er wickelt Transfers geräuschlos ab und gibt nicht horrende Summen für Spieler aus. Und ich kann immer eine gewisse Idee hinter seinen Transfers erkennen. Der eine oder andere hier mag mit den geholten Spielern nicht immer einverstanden sein (z.B. Kainz oder Geis). Aber ich finde Kainz hat Potenzial und Geis war überhaupt kein Risiko sondern eine Chance. Bisher habe ich wenig auszusetzen. Gut, vielleicht ist die eine oder andere Aussage in der Öffentlichkeit unnötig oder zumindest in der gewählten Formulierung nicht nötig gewesen. Aber hay, das ist immer noch Fu0ball, der zum Glück immer noch von auch von Emotionen lebt. Da mag man die auch mal etwas schüren und offensiv Finger in Wunden legen.

    • Flizzy says:

      Sehe ich genauso, Veh trägt einen großen Anteil an der jetzigen positiven Entwicklung. Der Mann hat halt Ahnung vom Fußball, und er polarisiert da er noch eine echte „Type“ ist, die auch mal ihr Maul aufmacht und verbal einen raushaut. Gefällt Weichspülern halt nicht, und davon ist der heutige Fußball und auch die Gesellschaft verseucht.

      Danke Armin und weiter so!

    • Flizzy says:

      Klar, am besten der Müller-Römer, der hatte bei Terodde ja auch seine Spürnase in den Wind gehalten und ihn für nicht tauglich erachtet. Die einzigen Transfers die nichts gebracht haben von Veh waren Schmitz und Bader, aber angesichts des eh schwierigen Marktes für Außenverteidiger, und der Situation mit dem Abstieg, angemessen. Auch die „Ablöse“ je Spieler liegt im Vertretbaren (Bader ablösefrei und Schmitz 200k). Hauptmann war, soweit ich das mitgelesen habe, ein Wunschspieler von Anfang, genauso wie Czichos und Drexler. Letztes Jahr hat Veh T-Rod geholt (Gott sei Dank) und Koziello. T-Rod bedarf keiner Erklärung, das war ein Topkauf. Koziello war auch ein Topkauf, aber Anfang kann diesen talentierten und spielintelligenten Spieler einfach nicht einbauen, was ich ihm auch irgendwie anlaste.

      Ansonsten

      Schaub – 3,5 Mio – mit unserer bester Mann, da brauch man nicht mehr zu sagen.

      Sobiech – ablösefrei – würde ich eher aufstellen als Czichos, aber Anfang sieht das anders. Sobiech ist ein Kopfballmonster und holt aus der Luft alles weg. Wenn man überlegt wieviele Kirschen wir aus Standards kassiert haben…

      Geis – ablösefrei – hat uns bis jetzt sehr weitergeholfen, alleine bei Standards gar nicht zu ersetzen. Sollte man behalten für Liga 1.

      Kainz – 3 Mil – in Relationen zu unseren jetzigen Außenbahnspieler eine Offenbarung. Zudem hat er öfter gezeigt zu was er fähig ist, und wenn er sich richtig einfügt und eine Konstante in seine Form bekommt, ein starker Neuzugang auch für Liga 1

      Modeste – ablösefrei – da hat Veh bestimmt auch mitgeholfen, dass es klappt und zu Tony brauch man kein Wort mehr verlieren. Er hat einfach die Spürnase um den Ball einzunetzen.

      Was Anfangs Spielerwünsche angeht, Drexler ist seine 4 Millionen wert, da er diese Saison viel zur Offensive beiträgt und beigetragen hat. Czichos mit 1,8 Mio vertretbar, und für Liga 2 reicht der allemal, aber für Liga 1, mMn, nicht zu gebrauchen als Stammspieler. Somit ist Hauptmann mit 3,4 Mio im Endeffekt der einzige, bis jetzt, wirkliche Fehleinkauf. Und da bezweifle ich, dass Veh den ohne Anfang gekauft hätte.

      • Ali Perez says:

        Nicht aufregen; da hat sich jemand 1 Minute Gedanken gemacht und irgend einen Blödsinn raus gehauen, von dem er glaubte, dass das ein toller Gedanke sei und sich gut liest. Da glaubt einer, dass der GF-Sport machen kann, was er will. Ein Gremium für Transfers??? Was soll das sein??? Wir haben einen MR und wir hatten einen Vorstand, der dem GF-Sport oft genug in die Entscheidung gegrätscht ist. Deswegen doch das Chaos letzte Saison.

        Stimme Dir aber zu Flizzy!

      • udo schmidt says:

        Völlig richtig,deine Analyse.Selbst Hauptmann sehe ich noch nicht als Fehleinkauf.Er ist noch sehr jung und war lange verletzt.Warten wir mal noch eine Saison ab und bewerten Ihn dann nochmal (hoffentlich verletzungsfrei).

      • CK says:

        Unterschreibe ich fast komplett.

        In meinen Augen ist nur der Geis für Liga 1 nicht zu gebrauchen der ist einfach zu langsam auf der 6. und er hat nicht das gute Stellungsspiel von Höger um das zumindest in Teilen zu kaschieren.

        In Liga 2 und solange wir einen Hector haben der gefühlt überall auf dem Platz Zweikämpfe führt und gewinnt geht das aber in Liga 1 sehe ich da schwarz…

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