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Passiver Effzeh verspielt Sieg und Vorentscheidung


Der 1. FC Köln hat die große Chance verspielt, im Aufstiegskampf für die Vorentscheidung zu sorgen. Gegen den Hamburger SV verpasste der FC nach einer 1:0-Führung den Sieg und musste sich am 29. Spieltag wegen eines späten Ausgleichstreffers mit einem 1:1 (1:0) zufrieden geben. Trotzdem liegt Köln mit nun zehn Punkten Vorsprung vor Rang drei weiter auf Kurs Bundesliga. 

Aus Müngersdorf berichten Eliano Lußem und Marc L. Merten

Es war eine elektrisierende Stimmung in Müngersdorf. Pickepacke voll war das RheinEnergieStadion. So voll, dass offenbar einige HSV-Anhänger noch mitgeführten Ballast loswerden mussten, um genug Platz im Gästeblock zu haben. Und so feuerten die Fans der Hanseaten gleich eine ganze Reihe an Feuerwerkskörper wie zu Silvester in Richtung Spielfeld und endzündeten dutzende Pyrofackeln, weshalb das Spiel erst mit drei Minuten Verspätung beginnen konnte. Die klare Mehrheit der Fans in Köln wollte jedoch, dass der FC an diesem Abend ein Feuerwerk abbrannte, um dem Aufstieg den entscheidenden Schritt näher zu kommen.

Ausgangslage

Denn die Ausgangslage war klar. Sieben Punkte lag der FC vor der Partie vor dem HSV, neun Zähler vor dem Relegationsrang. Der HSV reiste mit personellen Problemen an (u.a. ohne Lasogga, Hunt, Holtby, Arp). Köln dagegen konnte aus dem Vollen schöpfen. Klar, dass auf dem Papier die Geissböcke der eindeutige Favorit waren. Markus Anfang bot deshalb auch ohne Experimente die Elf auf, die in den letzten Wochen für die Serie von sechs Siegen in Folge gesorgt hatte. Louis Schaub und Anthony Modeste fanden sich daher nur auf der Bank wieder.

Moment des Spiels

Nach einer Stunde hätte das Spiel eine andere Wendung nehmen können, wenn Schiedsrichter Robert Hartmann keine Nachsicht mit dem HSV gehabt hätte. Gideon Jung unterband einen Kölner Konter an der Mittellinie mit einem klaren Foulspiel. Nach Regenwerk ein taktisches und somit unzweifelhaft mit einer Gelben Karte zu ahnden. Es wäre seine zweite gewesen, Jung hätte vom Feld gemusst. Stattdessen bleib der HSV zu elft und konnte in der Schlussoffensive noch den Ausgleich erzielen.

Die wichtigsten Szenen

Der Effzeh legte los wie die Feuerwehr, passend zu den vielen Fackeln im Gästeblock. Doch frühe Möglichkeiten durch Terodde, Hector und wieder Terodde führten nicht zum erhofften Blitzstart. Bis auf zwei Ecken der Hamburger behielten die Geissböcke das Spiel fest im Griff, alleine der Druck resultierte zunächst nicht in Großchancen. Bis zur vierten Ecke nach nicht einmal einer halben Stunde: Geis flankte auf den kurzen Pfosten. Hector verlängerte und Dominick Drexler drückte den Ball aus einem Meter zur Führung über die Linie (26.). Die Führung im Rücken, zog sich der FC nun etwas zurück und ließ den HSV kommen. Bis auf einen Kopfball von Jung, den Czichos teils mit der Hand und teils mit dem Kopf abblockte, konnten die Gäste in Hälfte eins aber nicht gefährlich werden. Bitter dagegen für Köln: Nach 42 Minuten war das Spiel für Christian Clemens gelaufen. Der Rechtsaußen schied mit einer Muskelverletzung aus, Marcel Risse kam ins Spiel.

Die zweite Halbzeit begann mit der ersten Großchance für den HSV, doch Jatta konnte eine Flanke von Narey nicht im Tor unterbringen (53.). Vier Minuten später hätte Schiedsrichter Robert Hartmann bei einem Zweikampf zwischen Lacroix und Cordoba auf Elfmeter für den FC entscheiden können, die Pfeife blieb aber stumm. Wieder nur drei Minuten später hätte Jung nach einem eindeutigen taktischen Foul mit Gelb-Rot vom Platz gehen müssen, doch erneut verschonte Hartmann den HSV – sodass Jung in der nächsten Szene ausgewechselt werden konnte. Ein Ballverlust von Terodde leitete in der 69. Minute die bis dato größte HSV-Chance ein, doch Jatta verzog aus spitzem Winkel vor Horn. Der HSV jedoch nun deutlich aggressiver, Köln mit Problemen, sodass Anfang auf Nummer sicher gehen wollte, indem er unter den Pfiffen der FC-Fans Terodde vom Feld nahm und Lasse Sobiech brachte. Der Sieg sollte über die Zeit gerettet werden, der Plan ging aber nach hinten los. Seine Mannschaft wurde nur noch passiver und wurde dafür in der 85. Minute bestraft. Der eingewechselte Wintzheimer nutzte einen Abpraller zum 1:1. Es war die Strafe für eine unerklärliche Passivität der Geissböcke nach dem Seitenwechsel, sodass am Ende der FC noch froh sein konnte, nicht noch mit dem 1:2 bestraft zu werden.

Fazit

Zum Freuen: Nicht verloren und 10 Punkte vor Rang drei.

Zum Ärgern: Die Passivität des FC in Halbzeit zwei.

Mann des Tages: Die Fans auf beiden Seiten – hitzige Stimmung über 90 Minuten.

Aufstellung

Horn – Meré, Höger, Czichos – Clemens (42. Risse), Geis, Hector, Kainz – Drexler – Cordoba (80. Modeste), Terodde (73. Sobiech)

Tore

1:0 Drexler (26.)
1:1 Wintzheimer (85.)

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