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Beierlorzer will „die vielen kleinen Ich-AGs“ vereinen

In seinem letzten Spiel für den SSV Jahn Regensburg ist Achim Beierlorzer auf die Tribüne verbannt worden. Der Jahn-Trainer hatte im Duell gegen den SV Sandhausen den Schiedsrichter zu hart kritisiert. Am Abend äußerte er sich zu seinem Ausbruch und zu seinem Wechsel zum 1. FC Köln.

Regensburg/Köln – Es sind die letzten Tage für Achim Beierlorzer beim SSV Jahn Regensburg. Am Sonntag endete seine letzte Partie als SSV-Coach mit 2:2 vor heimischem Publikum, das ihn hinterher feierte. In der Schlussphase hatte er sich zu lautstark über ein Foul aufgeregt, weshalb er vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt worden war. Am Abend trat er dann im BR Fernsehen bei „Blickpunkt Sport“ auf und gab zu: „Ich habe das Spiel in einer Situation etwas zu intensiv miterlebt und meine innere Ruhe verloren.“

Diese hatte er am Abend wiedergefunden. Beierlorzer sprach über die kommenden Tage, die ihn von Regensburg weg führen werden. Am Montag wird er seinen Spind und Büro beim SSV räumen. Am Montag und Dienstag stehen noch zwei abschließende Abendveranstaltungen an. Anschließend geht es nach Köln, wo er am Ende der Woche offiziell vorgestellt werden soll. Danach geht es für den 51-Jährigen in den Urlaub. Am 1. Juli soll es dann beim 1. FC Köln mit der Vorbereitung auf die kommende Bundesliga-Saison losgehen.

Ich will authentisch bleiben

Beierlorzer wird die Zeit nutzen, um sich gut auf den FC vorzubereiten. Mit Sportchef Armin Veh wird er den Kader für die kommende Spielzeit planen. Darüber hinaus muss sich der gelernte Gymnasiallehrer auf eine gänzlich andere Aufgabe als beim Jahn vorbereiten. Dessen, erklärte Beierlorzer, sei er sich bewusst. Während der Fußballlehrer in Regensburg eine übersichtliche Medienlandschaft zu bedienen hatte in einer Stadt mit rund 150.000 Einwohnern und selten mehr als einer Hand voll Trainingszuschauern, erwarten ihn in Köln andere Umstände.

Gerade das größere Medienaufkommen mache ihn aber nicht nervös, sagte der künftige FC-Coach. „Zum einen finde ich, dass Medienarbeit zu unserem Job gehört. Darüber hinaus will ich authentisch bleiben, so, wie ich bin. Ehrlich, geradlinig und offen. Ich bin mir sicher, dass sich das auszahlen wird.“ Auf diese Art, ließ bereits auch Armin Veh durchblicken, setzt man in Köln. Denn die Aufgabe ist groß, Beierlorzer muss aus einer längst nicht mehr homogenen Truppe aus Einzelspielern wieder eine Mannschaft formen.

Jeder ist sich selbst am nächsten

„Das ist nicht so einfach“, sagte Beierlorzer im Allgemeinen. „Denn wir wissen, im Fußball sind es viele kleine Ich-AGs, jeder ist sich selbst am nächsten. Diese zu einem Team zu formen, ist die große Herausforderung. Und ich freue mich, das in Köln zu machen.“ Er habe sehr wohl wahrgenommen, dass sein Vorgänger Markus Anfang trotz Tabellenführung entlassen worden war. Er nehme auch sehr wohl wahr, dass andere Trainer wie Niko Kovac in München trotz gewonnener Meisterschaft nicht sicher im Amt seien. „Aber wir Trainer wissen genau, wie dieses Geschäft läuft. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, bis 2022 meinen Vertrag in Regensburg zu erfüllen. Aber wenn der 1. FC Köln kommt, ist das eine große Herausforderung.“ Diese wollte er sich nicht nehmen lassen und wird sie schon wenige Tage nach Saisonende offiziell beginnen.

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