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Beierlorzer-Rückkehr: FC will Krise des Ex-Trainers verlängern


Vier Punkte liegt der 1. FC Köln nach vier Spieltagen vor RB Leipzig. Davon will sich Trainer Steffen Baumgart jedoch nicht blenden lassen und verweist auf die hohe Qualität des kommenden Gegners. Trotzdem wollen die Kölner vor heimischem Publikum unbedingt Zählbares in Müngersdorf behalten, wo es am Samstag auch zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten kommt. 

Köln – Für Achim Beierlorzer wird am es am Samstagabend die zweite Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Am 17. Mai 2020 hatte der damalige Cheftrainer von Mainz 05 erstmals seit seinem FC-Aus im November 2019 wieder im RheinEnergieStadion an der Seitenlinie gestanden. Es war das erste Geisterspiel in Müngersdorf nach der Corona-bedingten Saisonunterbrechung. Nach einer 2:0-Führung des FC, durch Tore von Uth und Kainz, kamen die Mainzer mit Beierlorzer am Ende immerhin noch zu einem Remis.

Beierlorzers Idee findet sich bei Leipzig wieder

Am Samstag wird der gelernte Lehrer also zum zweiten Mal nach seiner Beurlaubung in Köln auf der Gästebank Platz nehmen. Dann allerdings nicht mehr als Cheftrainer, sondern als Assistent von Jesse Marsch. Nach knapp einem Jahr ohne Verein ist Beierlorzer seit diesem Sommer wieder für seinen Ex-Klub RB Leipzig tätig. Die Spielphilosophie des 53-jährigen kann sein Trainerkollege Steffen Baumgart dabei bereits beim kommenden Gegner erkennen. „Ich habe ihn in Regensburg so wahrgenommen, dass er mit seiner Mannschaft schnell nach vorne spielen wollte mit frühen Ballgewinnen und starken Gegenpressing. Die gleiche Idee findet sich in der aktuellen Leipziger Spielweise“, erklärte der FC-Coach am Donnerstag vor dem Aufeinandertreffen.

Die Ergebnisse lassen in Leipzig bislang allerdings noch auf sich warten. Einer überraschenden, wenn auch nicht verdienten Niederlage gegen Mainz, folgte zwar ein deutlicher Sieg über den VfB Stuttgart. Im Anschluss daran musste sich RB aber sowohl gegen den VfL Wolfsburg (0:1) als auch gegen den FC Bayern (1:4) geschlagen geben. „Leipzig hat eine Ergebniskrise, aber keine Leistungskrise. Die werden ins Rollen kommen, aber hoffentlich noch nicht gegen uns“, sagte Baumgart, der bislang von der Spielweise her keine schlechte Leipziger Mannschaft gesehen hat.

Wir sind gut gerüstet

Das Champions-League-Spiel am Mittwochabend bei Manchester City, wo sich die Leipziger bei der 3:6-Niederlage ein halbes Dutzend Gegentore gefangen hatte, hatte sich Baumgart derweil gar nicht angeschaut, weil es für ihn mit Blick auf die Bundesliga-Vorbereitung nicht relevant war. Stattdessen lud der Trainer zum Grillabend mit dem FC-Staff. „Ich hatte einen schönen Abend, aber in anderer Gesellschaft. Bundesliga und Champions League sind zwei verschiedene Wettbewerbe. Wir sind für die Bundesliga gut gerüstet, das Spiel war aber nicht oben auf unserer Liste für Samstag“, erklärte Baumgart.

So wusste der 49-jährige auch schon vor dem Spiel in Manchester, was seine Mannschaft am Samstagabend in Müngersdorf erwarten wird: „Der Leipziger Fußball hat sich wieder verändert in das, was RB vor Julian Nagelsmann ausgezeichnet hat“, führte Baumgart aus. „Sie sind sehr aggressiv im Gegenpressing, wollen sehr viele Bälle gewinnen, weniger Ballbesitz, dafür aber schneller in die Offensive gehen. Die Mannschaft hat eine sehr gute Geschwindigkeit auf dem Platz und eine hohe Qualität auf allen Positionen.“

Wir wollen jedes Spiel gewinnen

Trotz der hohen Qualität von RB Leipzig sehen sich die Kölner für das Spiel aber gut vorbereitet. Wie nicht anders zu erwarten, fordert Baumgart auch gegen den Vizemeister der Vorsaison von seiner Mannschaft, am eigenen System und Plan festzuhalten. Das bedeutet für die Kölner: Frühes Pressing, frühe Ballgewinne und der direkte Weg zum Tor. Auch der einzige ehemalige Leipzig-Spieler im Kader der Kölner zeigte sich unter der Woche optimistisch, gegen seinen Ex-Verein etwas holen zu können. „Wir legen einen guten Stil an den Tag. Wir wissen, was zu tun ist und werden von Spiel zu Spiel sicherer“, sagte Benno Schmitz am Mittwoch. Gerade der Rechtsverteidiger machte in den vergangenen Spielen mit starken Leistungen auf sich aufmerksam und dürfte daher auch am Samstagabend in der Startelf zu erwarten sein. Anders als noch gegen Freiburg, als die Kölner ihre 1:0-Führung kurz vor Schluss verspielt hatten, will der FC gegen RB Leipzig gerade vor den eigenen Fans bis zum Schluss auf Sieg spielen. „Wir wollen auch gegen Leipzig mutig bleiben und das an den Tag legen, was uns bislang ausgezeichnet hat. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, und das wollen die Fans sehen.“

 

6 Kommentare
  1. Haarspalta sagte:

    Ich hoffe ja, dass Baumgart das CL-Spiel wenigstens als Aufzeichnung noch gesehen hat. Sonst fände ich das etwas fahrlässig. Klar, wir sind nicht im entferntesten City, aber wenn die Schwachstellen bei Red Bull aufdecken, sollte man sich das zumindest ansehen und überlegen, ob man daraus Schlüsse ziehen kann.

    Ansonsten halte ich es mit Christoph Daum: Ich spiele lieber gegen eine Mannschaft, die am vorigen Spieltag gewonnen hat und nicht verloren. Red Bull wird Wut im Baucht haben und da könnte unsere löchrige Defensive das ideale Ventil sein.

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    • Gerd1948 sagte:

      Red Bull hat aber schon seit Wochen Wut im Bauch Die Leipziger Spielweise unter Marsch, ( nicht unter Beierlorzer), ist hinlänglich bekannt und selbst City wird da kaum was Neues zu Tage gelegt haben, außerdem sagte er ja, dass er die Tore später wenigstens gesehen hat. Wenn man jetzt versucht ein Härchen in der Suppe zu finden dann könnte man die ein-oder andere Aussage Baumgarts durchaus gar als arrogant auslegen, sollte man aber nicht, dies wird ihm nämlich nicht gerecht.

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