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Probleme bei Abgängen? Veh beruhigt: „Es ist noch früh“


Wird der 1. FC Köln seine Ladenhüter los? Werden die Geissböcke im Sommer womöglich draufzahlen müssen, um Spieler ohne Perspektive abgeben zu können? Sportchef Armin Veh muss neben der Verpflichtung potentieller Leistungsträger vor allem den Verkauf jener FC-Profis in die Wege leiten, die die Kadergröße ebenso belasten wie den Gehaltsetat. Das könnte jedoch schwierig werden.

Köln – Armin Veh hat sich in den letzten Monaten unangenehme Fragen stellen lassen müssen, warum Spieler wie Lasse Sobiech oder Rafael Czichos mit Vier-Jahres-Verträgen ausgestattet wurden. Doch der Sportchef muss auch selbst mit Altlasten klarkommen, die noch aus der Zeit stammen, als Alexander Wehrle zusammen mit Jörg Schmadtke die Geschäfte führte.

In der Saison 2016/17, als ein erfolgreicher FC auf dem Weg nach Europa war, wurden Verträge wie jene von Frederik Sörensen, Salih Özcan und Marcel Risse geschlossen. Während Risse kein Kandidat für einen Wechsel ist, gehören Sörensen und Özcan genauso wie der im Sommer für viel Geld verpflichtete Jannes Horn zu den Spielern, die beim FC nur noch schwerlich eine Perspektive haben. Zwar nimmt in der kommenden Woche mit Achim Beierlorzer ein neuer Trainer die Arbeit auf, unter dem sich die Karten bekanntlich neu mischen werden. Doch das gilt nicht für alle Spieler.

Wer könnte den FC verlassen?

Denn der 1. FC Köln hat sich bei wenigen Spielern festgelegt, dass sie den Verein verlassen sollen. Sörensen ist einer davon. Bei Özcan sollte es eine Vertragsverlängerung mit Leihe werden, doch das will der Spieler offenbar nicht. Horn sah in der vergangenen Zweitliga-Rückrunde schon kein Land mehr und saß fast nur noch auf der Tribüne. Und dann wären da noch Spieler wie Matthias Bader, Niklas Hauptmann und Nikolas Nartey, die ausgeliehen werden sollen oder könnten, um anderswo Spielpraxis zu sammeln.

Dass der Umbruch (insbesondere auf Seiten der Neuzugänge) in diesem Sommer nicht so üppig ausfallen wird, wie nach den bisherigen Aufstiegen, liegt beim FC auch in der Hoffnung, dass jene Spieler, mit denen Köln einst in die Europa League einzog, wieder zu ihrer Bundesliga-Form finden. Zudem setzt Veh weiter auf die Spieler, die er im Januar 2018, Sommer 2018 und Januar 2019 holte. „Wenn wir in diesem Sommer zwölf Neue holen würden, hätte ich vorher einiges falsch gemacht“, sagte der Sportchef dem GEISSBLOG.KOELN.

Ich kenne den Markt

Überhaupt will sich Veh auch in Sachen Abgängen keine Sorgen machen. „Es ist noch früh“, sagte der 58-Jährige mit Blick auf den Transfermarkt, der im Laufe des Sommers erst noch richtig in Fahrt kommen soll. Ob dann aber Köln jene Spieler auch zu Konditionen wird abgeben können, die für den FC halbwegs lukrativ sein werden, darf zumindest bezweifelt werden. Erstens, weil die Bundesliga-Verträge der betroffenen Spieler zu Kölns Erfolgszeiten geschlossen und entsprechend hoch dotiert worden waren. Zweitens, weil es für die Spieler schwer werden wird, ähnlich gut dotierte Verträge bei anderen Klubs zu bekommen. Drittens, weil der FC also im Falle eines möglichen Abgangs mit der Forderung konfrontiert werden könnte, Teile des noch ausstehenden Gehalts als Abfindung zu zahlen. Und viertens, weil die zu erwartenden Ablösesummen eher im unteren Bereich jener Skala liegen könnten von dem, was man sich erhofft.

Veh beunruhigt dies bislang noch nicht. „Ich kenne den Markt“, sagte der Sportchef. Weshalb er einerseits die aufgezählten Probleme sehr wohl kennen dürfte, andererseits aber hoffen wird, dass sich doch noch bessere Lösungen ergeben werden.

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