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Wird Meré zum Trumpf bei der Innenverteidiger-Suche?


Jorge Meré ist zurück beim 1. FC Köln. Der frisch gebackene U21-Europameister aus Spanien reiste am Dienstag mit den Geissböcken ins Trainingslager nach Kitzbühel. Trainer Achim Beierlorzer freut sich auf den Innenverteidiger, für den noch ein neuer Nebenmann gesucht wird. Meré könnte bei der Suche eine Rolle spielen.

Aus Kitzbühel berichtet Marc L. Merten

Zwei Tage sind verstrichen, und noch ist Ellyes Skhiri nicht offiziell Kölner. Dass dies so kommen wird, davon gehen am Geißbockheim wie auch auf dem Jochberg bei Kitzbühel alle aus. Der Tunesier soll noch in dieser Woche, wohl am Mittwoch oder Donnerstag, den Medizincheck absolvieren und seinen Vertrag beim FC unterschreiben. Geschäftsführer Alexander Wehrle weilt in Köln, soll die letzten Formalitäten mit dem künftigen Sechser unter Dach und Fach bringen.

Was sich durch den erwarteten Transfer von Ellyes Skhiri verändert: Der 1. FC Köln hat dann wohl kein Geld mehr übrig, um sich einen weiteren Spieler leisten zu können. Zumindest nicht für einen Kauf. Weil die Geissböcke aber unbedingt noch einen neuen linken Innenverteidiger verpflichten wollen, der Rafael Czichos Konkurrenz machen und potentiell neben Jorge Meré auflaufen soll, sind Sportchef Armin Veh und Kaderplaner Frank Aehlig auf der Suche nach Kandidaten für eine Verpflichtung auf Leihbasis, möglichst mit Kaufoption.

Auf Leihbasis: Drei Spieler im Fokus

Das Profil ist klar umrissen: Im Bestfall ist der neue Innenverteidiger hoch gewachsen, Linksfuß, schnell und neben robustem Zweikampfverhalten mit einem guten Passspiel ausgestattet. Aktuell werden auf dieser Position in Europa nach GBK-Informationen insbesondere drei junge Innenverteidiger für eine Ausleihe zu einem Klub wie dem 1. FC Köln gehandelt: Jesus Vallejo (Real Madrid), Maximilian Wöber (FC Sevilla) und Sebastiano Luperto (SSC Neapel).

Vallejo ist in der Bundesliga kein Unbekannter: 2016/17 spielte der 22-Jährige auf Leihbasis für Eintracht Frankfurt, ehe er zu Real zurückkehrte, dort aber aktuell nur noch Innenverteidiger Nummer fünf ist. Zuletzt sagte Vallejo zwar: „Selbstverständlich sehe ich mich in der kommenden Saison bei Real Madrid. Ich will bleiben. Ich bin bei diesem Klub sehr glücklich.“ Allerdings sieht er sich bei den Königlichen großer Konkurrenz gegenüber mit der Innenverteidigung um Sergio Ramos, Raphaël Varane und Nacho Fernández. Dazu kommt die jüngste 50-Millionen-Euro-Neuverpflichtung Éder Militão.

Meré und Schaub kennen Vallejo und Wöber

Prompt wurde Vallejo nun wieder mit der Eintracht in Verbindung gebracht. Doch kein Geheimnis ist, dass Jorge Meré gerade erst mit Vallejo Europameister geworden ist und jahrelang mit dem Linksfuß von Real in den U-Mannschaften Spaniens Seite an Seite gespielt hat. Eine ähnliche Verbindung gibt es übrigens auch zwischen einem anderen FC-Spieler und Maximilian Wöber: Louis Schaub und der österreichische Innenverteidiger entstammen beide der Jugend von Rapid Wien und spielten drei Jahre zusammen in der ersten Mannschaft, ehe Wöber über Ajax Amsterdam zum FC Sevilla und Schaub zum 1. FC Köln wechselte.

Wöber war erst im Januar aus den Niederlanden nach Spanien gewechselt, verletzte sich dort aber während der Rückrunde am Meniskus und musste nun hinnehmen, dass neben den bereits vorhandenen vier Konkurrenten in der Innenverteidigung zwei Neuzugänge nach Sevilla kamen: Frankreichs Supertalent Jules Koundé von Girondins Bordeaux für 25 Millionen Euro und Diego Carlos vom FC Nantes für 15 Millionen Euro. Der 1,88 Meter große Wöber muss unter dem neuen Trainer Julen Lopetegui um seinen Platz bangen und gilt als Ausleihkandidat.

Zambrano kein Kandidat

Das gilt auch für den dritten Innenverteidiger: Sebastiano Luperto ist von dem Trio der deutlich Unerfahrenste, wurde in den letzten Jahren von seinem Klub SSC Neapel stets verliehen, spielte zuletzt zwei Jahre in der Serie B, ehe er erst in der letzten Saison in der Serie A und in der Europa League zum Einsatz kam und auf 15 Einsätze kam. Der 1,91 Meter große Linksfuß soll nun erneut verliehen werden, gilt nur als Innenverteidiger Nummer fünf oder sechs im üppig besetzten SSC-Kader.

Kein Kandidat beim FC ist derweil Carlos Zambrano von Dynamo Kiew. Zwar hatte sich der FC tatsächlich vor einem Jahr bei dem Peruaner und ehemaligen Frankfurter erkundigt. Dieses Interesse galt jedoch nur zu Zweitliga-Zeiten. Als neuen Stammspieler für die Bundesliga suchen Veh und Aehlig offenbar ein anderes Kaliber. Da dieses nicht mehr käuflich sein wird, da dem FC dazu das nötige Kleingeld fehlt, wird es eine kreative Lösung auf Leihbasis benötigen. Die Suche läuft längst. Doch sie wird wohl noch einige Zeit benötigen.

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