, ,

Der Nartey-Abschied und die schwierige Wette auf Talente

Mit Nikolas Nartey hat am Donnerstag ein hoffnungsvolles Talent den 1. FC Köln verlassen. Der Abschied hatte sich in den letzten Wochen angedeutet, da der Däne beim FC nicht mehr das Gefühl hatte, eine echte Chance zu bekommen. In diesem Transfersommer hat man in Köln diverse Talente gehen sehen. Ob sie es anderswo zu einer erfolgreichen Profikarriere schaffen, wird man wohl erst in einigen Jahren wissen. Derweil setzt man beim FC für die Zukunft auf andere Youngster.

Köln – Transfers junger Spieler sind immer auch Wetten. Ein Verein wettet darauf, für eine gewisse Summe ein Talent zu verpflichten, das dann bei seinem neuen Klub durchstartet. Aber auch die Spieler wetten darauf, dass sie es bei ihrem neuen Klub eher schaffen als bei ihrem alten. So geschehen bei Nikolas Nartey. Im Januar 2017 kam der erst 16-jährige Däne nach Köln, weil der FC sicher war, in ihm einen Rohdiamanten gefunden zu haben. Im August 2019 verließ Nartey den FC wieder, weil er sich in Köln nicht wertgeschätzt fühlte und er dieses Gefühl beim VfB Stuttgart vorfindet. Dieser verleiht ihn nun zwar direkt weiter, wohl in die Dritte Liga, doch versprechen sich die Schwaben genauso wie der Spieler perspektivisch einen gelungenen Deal.

Narteys Abschied ist das Ende eines Traums. Was mit großen Vorschusslorbeeren und einer starken Profi-Vorbereitung im Sommer 2017 begann (inklusive seinem viral gegangenen Kabinettstückchen gegen Bologna – siehe Video), schien in einem frühen Durchbruch des Dänen beim FC zu münden. Stattdessen verletzte sich Nartey immer wieder, musste teils monatelang pausieren und wurde so immer wieder zurückgeworfen. Am Geißbockheim nahm man die Verletzungsanfälligkeit mit Sorge zur Kenntnis. Doch als Nartey in der Rückrunde 2019 in der U21 aufdrehte, erhoffte sich der Spieler seine Chance bei den Profis. Sie blieb aus, selbst als der Aufstieg bereits in trockenen Tüchern war.

Das Ausbleiben von Einsätzen in der Zweiten Liga war letztlich auch der Grund für den Spieler und dessen Berater, das Kölner Angebot einer Vertragsverlängerung abzulehnen. Der FC wollte Nartey eigentlich langfristig binden und ihn in die Dritte Liga ausleihen – also genau das, was jetzt der VfB Stuttgart macht -, doch der inzwischen 19-Jährige glaubte nicht mehr an eine ernsthafte Chance in Köln. Dass er in der Sommer-Vorbereitung wegen den geplatzten Vertragsgesprächen noch nicht einmal mehr bei den Profis mittrainieren durfte, machte den Deckel auf die Personalie. Nartey sah sich nach einem anderen Klub um und wurde in Stuttgart fündig.

Özcan und Handwerker zur U21 des DFB

Er ist damit der vierte Spieler von 21 Jahren oder jünger, der den 1. FC Köln in diesem Sommer verlassen hat und eigentlich Hoffnungen auf eine Profi-Karriere beim FC gemacht hatte. Nur sechs Tage vorher hatte sich Salih Özcan Holstein Kiel angeschlossen. Die Geschichte des FC-Eigengewächses ist bekannt, auch dessen Aufs und Abs als noch junger Spieler im FC-Dress. In Kiel will sich der zentrale Mittelfeldspieler nun jene Spielpraxis holen, die ihm in Köln nicht mehr möglich gewesen wäre, die ihm in der Vorsaison allerdings auch verwehrt worden war. Dass sich Kiel darüber hinaus eine Kaufoption gesichert hat, macht eine Rückkehr des Talents zumindest für den Fall unwahrscheinlich, dass Özcan beim KSV durchstartet und jene Entwicklung nimmt, die die Ausleihe bewirken soll. Dass aber nicht nur Kiel eine Menge Potential in dem 21-Jährigen sieht, zeigt seine Nominierung in dieser Woche für die deutsche U21-Nationalmannschaft.

Für die deutsche U21-Nationalmannschaft wurde auch ein anderer Spieler mit jüngster FC-Vergangenheit nominiert: Tim Handwerker. Der Linksverteidiger wechselte nach einem starken Jahr beim FC Groningen zunächst zurück zum FC, wo ihm aber auch aufgrund des Überangebots im Kader auf der linken Seite keine Chancen eingeräumt wurden. So zog er weiter zum 1. FC Nürnberg, wo er nun beim Zweitligisten und Bundesliga-Absteiger zum Stammpersonal gehört und in den ersten vier Spielen zur ersten Elf gehörte. Die Belohnung: eine Nominierung durch den DFB für die U21 von Europameister-Trainer Stefan Kuntz.

U19- und U21-Talente wandern ab

Ein anderer Youngster verließ den 1. FC Köln schon vor der Saison ablösefrei. Hikmet Ciftci wollte keine weitere Saison in der U21 spielen, weil auf seiner Position im zentralen Mittelfeld bei den FC-Profis ein Überangebot herrscht. Daher schlug er ein Angebot auf eine Vertragsverlängerung aus und wechselte zum FC Erzgebirge Aue. Dort kam er bislang zwar nur zu zwei Kurzeinsätzen, doch Ciftci hätten die FC-Bosse gerne behalten. Der türkische U21-Nationalspieler wurde von den Kölner Verantwortlichen aber als zu verletzungsanfällig eingestuft, weshalb man am Geißbockheim keine Versprechungen in Richtung Profi-Mannschaft abgegeben hatte. Besonders Armin Veh gilt als Ciftci-Fan, der Abgang war letztlich jedoch für alle Seiten folgerichtig.

Anders sah dies bei zwei U19-Talenten aus: Dass Can Bozdogan vom FC Schalke 04 abgeworben wurde, ärgert die Verantwortlichen im Kölner Nachwuchsleistungszentrum noch immer. Zwar erhielt man von den Königsblauen eine Ablösesumme von knapp unter einer halben Million Euro für die U19-Mittelfeldspieler. Doch die Geissböcke hatten dem hochveranlagten Bozgodan, der seit der U8 beim FC spielte, eine Perspektive zu den Profis aufgezeigt, die man gerne mit dem Talent weitergegangen wäre. Doch Bozdogan, ähnlich wie Nartey, sah seine Chancen bei einem anderen Klub größer, um den Sprung zum Profi zu schaffen, und entschied sich für einen Wechsel. Gleiches galt für Dominik Becker, den letztjährigen Innenverteidiger der U19, der sich dem SV Werder Bremen anschloss.

Der nächste Anlauf: FC setzt auf neue Talente

Derweil hofft der 1. FC Köln, in anderen Talenten jene Hoffnungsträger zu finden, die bei den Geissböcken durchstarten. Sebastiaan Bornauw ist mit seinen 20 Jahren zwar schon Erstliga-erfahren und war mit rund sieben Millionen Euro kein Schnäppchen, doch in ihm sehen die Verantwortlichen den künftigen Abwehrchef mit großem Marktwert-Potential. Spieler wie Julian Krahl, Darko Churlinov, Noah Katterbach oder die verliehenen Yann Aurel Bisseck und Tomas Ostrak sollen in einigen Jahren einer neuen Generation an FC-Spielern angehören, die den Weg aus dem eigenen Nachwuchs, über die zweite Mannschaft oder über eine Ausleihe zu den FC-Profis geschafft haben.

Mit ihnen will der FC möglichst auch das Bild wieder gerade rücken, das durch die vergangene Saison merklich gestört wurde. Die Abgänge von Özcan, Nartey und Co. waren auch eine Folge der 2018/19 nicht vorhandenen Durchlässigkeit aus dem Nachwuchsbereich zu den Profis. Allerdings gilt auch hier: Gesichert ist nicht, dass eines der abgewanderten Talente tatsächlich eine erfolgreiche Profi-Karriere auf einem Niveau hinlegen wird, sodass sie dem FC in der Zukunft tatsächlich weitergeholfen hätten. Denn am Ende bleiben Transfers junger Spieler vor allem immer eines: eine Wette, wie sie der FC am gleichen Tag einging, als Nartey den Klub verließ: Philipp Wydra wechselt von Rapid Wien zum FC. Der österreichische U17-Nationalspieler ist 16 Jahre alt. So alt wie Nartey, als er zum FC kam.


* Der GEISSBLOG.KOELN hatte in einer früheren Geschichte über den Özcan-Wechsel berichtet, der Spieler werde nach seiner Leihe zu Kiel wieder zum FC zurückkehren. Das ist nicht korrekt, da Holstein Kiel eine Kaufoption besitzt. Diese Information fehlte in dem vorherigen Bericht.

33 Kommentare
  1. Heinz Bull says:

    mal im Ernst Herr M. Sind wir beim FC in einem Wettbüro? Das Problem ist doch hausgemacht. Die Trainer stehen doch immer unter Druck. Entweder sie müssen den Abstieg verhindern oder aufsteigen.( daher null Risiko mit der Jugend) Leider haben wenige Trainer einen Arsch in der Hose um sich gegen ihren Sportvorstand durchzusetzen. Sollte der FC mit dieser Mannschaft um den Abstieg spielen sehe ich eher schwarz. Sollte es so kommen , werden wir Jahre brauchen um wieder aufzustehen . Warum ? Alle Spieler die jetzt gekommen sind können einem Druck in der Abstiegszone nicht standhalten.Zu unerfahren und zu jung. Hoffe natürlich das ich hier vollkommen daneben liege. Glaube auch das der FC irgendwie in der 1. Liga von Seiten DFB UND DFL nicht gewollt ist. Normalerweise ist es so das die Aussteiger zuerst ein Heimspiel haben. Leider kann man den Spielplan 72 mal ändern um das für die Bayern und Dortmund passt. Hoffentlich schafft es der Trainer den Spielern zu vermitteln gegen Freiburg in Ruhe und mit Kopf ihren Fußball zu spielen.

  2. Jose Mourinho says:

    Die Kaufoption für Özcan kann ich nicht nachvollziehen. Da würde mich ein Statement von AV interessieren, wo genau da der Sinn für den FC liegt. Startet SÖ nun dort durch, zieht Kiel die Option. Passiert das nicht, hat er ein weiteres Jahr Vertrag hier.

  3. Gerd Mrosk says:

    Michstörts einfach das man Veh jetzt dafür an den Karren pisst den Kader auf Teufel komm raus auszudännen Die Fehler sind vorher gemacht worden mit den Jungs Jetzt hat man eben keine Ansprüche mehr,die man stellen kann.Über den Ton wie mit den Jungs gesprochen wird kann man nur spekulieren Vllt wärs besser gewesen bei einigen schon letzten Sommer deutlicher zu werden

  4. Paul says:

    Es ist schade, weil der Junge wirklich Fußball spielen konnte. Andere Vereine hätten da mehr draus gemacht. Ich denke, dass diese Sache dem FC irgendwann einmal leid tun wird.

    Wenn ich höre, das Freiburg ein „Angstgegner“ ist und ein klassischer Legionär wie Thomas Häßler als ehemaliger Spieler von Rom, Turin, Dortmund, Karlsruhe, 60 München und Salzburg Markenbotschafter beim FC werden soll, dann ist es irgendwie immer die gleiche Leier eines Loser-Vereins!

      • NICK says:

        Thomas Hässler…der Thomas Hässler der nie zurück gekommen ist, als der FC ihn gebraucht hätte, der Thomas Hässler, der lieber zum KSC gegangen ist, als zu FC zurück zu kommen, der Thomas Hässler den wir dann als er am Boden lag, wieder aufgenommen und einen Platz als Techniktrainer gegeben haben? – Den doch bitte nicht.

        Holt Littbarski endlich zurück, den kann wenigstens was und war dem Effzeh immer treu.

        • Heinz Bull says:

          Wo lag denn Thomas am Boden ? Wenn Köln ihn damals gewollt hätte wäre er nicht zum KSC gewechselt. Beim FC hatten die doch schiss das es wieder fragen gibt wo denn die Hässler – Millionen geblieben sind. Als Fußballer und Mensch war Thomas immer korrekt. Leider war aber seine Frau auch seine schlechte Beraterin. Was hat denn Litti anders gemacht als Thomas?

        • NICK says:

          Also ich habe da keine Insiderinfos, aber als Hässler damals geschieden wurde, hiess es ihm ginge es nicht so gut…er bekam keinen Job und wurde dann mehr oder weniger von C.Daum, in bester Armin Veh-Klüngelmarnier, als Techniktrainer zum FC geholt. Warim es später in der Dschungel und zu Lets Dance etc. ging ist alles Spekulation…

          In meiner Erinnerung existiert jedenfalls keine Aussage von ihm „Ich will unbedingt zurück zum FC“. In meiner Erinnerung gab es jedesmal Bemühungen ihn zurück zu holen, aberxer wechselte lieber zum KS, zum BVB oder zu 1860…fpr mich ist das keind „FC-Legende“ ähnlich wie bei Jürgen Kohler oder Bernd Schuster. Das sind alles Spieler wo man Stolz sein kann das sie mal den Geissbock auf der Brust getragen haben. Legenden? In meinen Augen nicht.

          So und wo wir bei Legenden sind – was ist der Unterschied zu Pierre Littbarski – ca. 250 Spiele und wenn man auf seine professionelle Laufbahn guckt, dann hat er bis auf ein Jahr nur beim FC gespielt und sich in Paris noch finanziell mit zurück gekauft. Das einzige was seinen Legendenstatus ankratzt, ist seine Co-Trainer-Stelle in Levrrkusen…aber den Schumacher haben wir ja auxh zurück geholt, den Litti leider nie, was ich bei dieser echten Legende sehr schade finde…

  5. Karl Heinz Lenz says:

    „Der Ton, wie mit den Jungs gesprochen worden ist“. Ja, den kennen wir nicht. Deshalb sollten wir vorsichtig mit der Vermutung sein, der FC würde seine „Talente“ mutwillig, oder gedanken- und lieblos, vom Acker jagen. Mittlerweile haben die jungen Leute ja alle ihre Berater. Nartey sogar mehrere, wie der Geissblog berichtet. Man muss also damit rechnen, dass auch die „Talente“ ihren eigenen Kopf haben und sehr genau wissen, was sie finanziell und sportlich wollen. Von daher dürfte nicht jeder Wechsel oder jede Ausleihe von „Talenten“ vom FC ausgehen. Die Berater vermarkten ihre Jungs doch deutschlandweit und darüber hinaus.
    Marc Merten weist doch zurecht darauf hin, dass erst die Zukunft zeigt, was der FC an einem weggegangenen „Talenten“ verloren hat. Ich habe das hier schon öfters geschrieben: Fast alle dieser jungen Spieler haben die Entwicklung zu einem soliden oder sogar guten Bundesliga-Spieler nicht geschafft! Das ist einfach Tatsache. Diese Spieler haben es auch in ihren neuen Vereinen nicht zum BL-Profi gebracht, sondern spielten dann bzw. spielen heute in der 2. oder 3. Liga oder in der 4. Liga. Von dieser „Regel“ gibt es meiner Kenntnis nach nur ganz wenige Ausnahmen: Gerhardt, Weiser, Brosinski und Uth. Weiser und Gerhardt gingen aus eigenem Willen zu Klubs, wo sie das mehrfache verdienten als beim FC. Bronsinski und Uth nahmen den harten Weg und tingelten von Klub zu Klub, bis sie endlich nach Jahren den Einstieg in eine BL-Mannschaft schafften. Klünter könnte eine Ausnahme werden . Drücken wir ihm die Daumen, dass er es bei der Hertha auf Dauer schafft!
    Die Bilanz ist also klar: Es kann keine Rede davon sein, dass der FC ein Verein wäre, der systematisch Jungspieler vergrault, die dann anderswo den großen Durchbruch schaffen und zu Stars werden. Das stimmt einfach nicht!
    Interessant wäre es mal, die anderen BL-Klubs anzuschauen, ob es bei denen mit den „Talenten“ anders läuft. Ich habe da keinerlei Überblick. Wer weiß mehr?
    In der Vergangenheit wurden die Juniorenspieler des FC in den Kölner Medien immer als „Juwelen“ und „Rohdiamanten“ bezeichnet, oder besser gesagt hochgejazzt. In letzter Zeit geht es auch ein bisschen weniger und man liest meist nur noch von „Talenten“. Das ist schon realistischer und setzt den Jungs keine unnötigen Flausen in den Kopf. Aber Talent alleine reicht bekanntlich auch nicht. Ich würde deshalb Jungs wie Nartey lieber ganz einfach als Nachwuchsspieler bezeichnen.

      • Karl Heinz Lenz says:

        Ich habe 1 Million im Kopf.
        Der Konflikt zwischen FC und Vater ist mir bekannt. Kann man sich aber vorstellen, dass der FC den Sohn im Rahmen von Sippenhaft rausgeekelt hat? Schwer vorstellbar. Außerdem fiel der Junior doch bei Bayern die Treppe rauf. Nach seinen Jahren bei Bayern bekannte Weiser in einen Interview, er habe bei den Bayer seinen Beruf nicht ernst genommen und sei erst danach wirklich zu Profi geworden.

    • Boom77 says:

      Auch wenn das von den Ansprüchen eine andere Hausnummer ist, sollte man vielleicht mal schauen, was die Bayern in den letzten Jahren für „Talente“ rausgebracht haben. Müller, Alaba… und dann kommt nix, oder? Es gab letztens auch ein gutes Interview auf sportbild.de mit Niklas Dorsch. Der ist von den Bayern zu Heidenheim gewechselt, weil er, nachdem er fast alle U-Mannschaften bei Bayern durchgemacht hat, dort keine „faire Chance“ bei den Profis bekommen habe.

      Wer fällt uns eigentlich bei Dortmund ein, der aus deren eigener Jugen gekommen ist und dauerhauft Bundesliga spielt? Oder bei Gladbach (mir nur der Herrmann)?

      Oder gehen wir ein Regal tiefer… Mainz… welches Talent von denen aus der Jugend spielt bei denen regelmäßig in der Bundesliga? Auch da wird es eng.

      Klar, man muss jetzt auch nicht sagen, nur, weil die anderen das auch nicht besser machen, müssen wir nicht auf unsere Talente schauen. Dem ist nicht so. Uns würde es sehr gut tun, wenn wir wirklich viele Talente hätten, die den Spung ins Profigeschäft bei uns auch schaffen… aber welchem Verein nicht? Und letztlich bestätigt das einfach nur Ihre Aussage…. Es ist halt nicht so einfach, dass in jedem Jahr 2 bis 4 Spieler nach oben zu den Profis kommen, die es auch schaffen.

      Ist auch irgendwo reine Statistik… Gehen wir auch in den U-Mannschaften in jedem Kader von einer Kaderstärke von 25 Spielern aus. Nehmen wir nur die Jahrgänge ab U-17. Das wären drei Jahrgänge (U-17, U-19 und U21). Das macht bei uns allein 75 Spieler. Die anderen Bundesligisten haben ja auch Nachwuchsabteilungen. Gut, nicht jeder hat eine 2. Mannschaft (bei uns die U-21). Der VfB z.B. wollte seine ja mal auflösen. Ich glaube aber, das haben die bis heute noch nicht vollzogen. Aber multiplizieren wir mal die 75 Spieler doch einfach mal mit 18 (den 18 Erstligisten). Dann sind das 1.350 Spieler. Und in den Bundesligakadern ist (bei einer ebenfalls angenommenen durchschnittlichen Kaderstärke von 25 Spielern) nunmal nur Platz für 450 Spieler. Da kann das rein rechnerisch schon gar nicht klappen. Nimmt man die zweite Liga hinzu, dann gäbe es Platz für 900 Spieler. Passt auch irgendwie nicht. Und die Spieler, die in Nachwuchsleistungszentren von Zweit-, Drittligisten oder darunter ausgebildet werden oder aus dem Ausland kommen (also alle dunkelhäutigen Spieler, die Max Moor so toll findet), sind da auch noch gar nicht berücksichtigt.

        • Boom77 says:

          Nein, das hast du falsch verstanden. Max Morr findet nur jeden Spieler toll, den irgendein anderer Verein verpflichtet, sobald dieser Spieler dunkelhäutig ist. Dann kommen von ihm immer zeilenweise Aufzählungen von Spielern wie Wamantinguta, Nakamba, Zakaria… die so toll sind und der Hinweis, dass wir im Vergleich zu anderen immer nur „sone Mist“ verpflichten… Darauf war es bezogen… Mir ist schon klar, dass der Pizarro z.B. nur dann dunkler ist, wenn er direkt aus dem Sommerurlaub kommt ;)

    • Gerd Mrosk says:

      Ist jetzt nicht despektierlich gemeint,aber ich kann mir Veh in so nem Zwiegespräch auch nicht so honor und moderat vorstellen.Mag mich ja da täuschen.Ich schätze ihn da mehr als pragmatisch ein.Wie gesagt,die Fehler ,die uns jetzt mit geringen Ablösen und teilweisen Gehältern ,die ins Kontor schlagen,sind uns jetzt auf die Füsse gefallen.Sind aber früher vor sich her geschoben worden,das darf nicht sein.Es sollte da eine klare Zeitvorgabe,ein klares Raster geben ,wann und wie Nachwuchsspieler verliehen oder verkauft werden.Wenn,was vorkommt,ein Spieler mal durch längere Verletzung fast ne komplette Runde nicht Fuss fassen kann,kann man immer noch individuell entscheiden.Ob ein Spieler wie Nartey jetzt woanders Fuss fasst oder nicht,es darf nicht sein ,das einer,der so lang am und im Profikader war,so wenig Gelegenheit bekommt sich zu zeigen.Es gibt 2 Wettbewerbe grundsätzlich,zig Vorbereitungsspiele und Partien,wo man einfach mal auch solche Leute überraschend einbauen könnte.

  6. Uli E. says:

    Lieber Herr Lenz,
    sachlich und seriös wie immer, Danke für Ihre Kommentare, lese ich immer wieder gerne.
    Ich wohne in der Nähe von Stuttgart und kann nur sagen das meine Freunde fast alle VFB Fans sind und sich auch immer aufregen das alle Talente vergrault werden. Letztes Jahr spielten in unserer Nationalmannschaft glaub 7 Spieler mit VFB Vergangenheit, aber keiner aus der aktuellen Mannschaft.
    Und wenn Jose Mourinho sagt das der Herr Mislintat so einen tollen Job macht, dann müssen wir mal abwarten. Er hat diese Saison 18 oder 19 neue verpflichtet und 18 alte Spieler abgegeben. Zwangsläufig müssen da natürlich neue in der Startelf stehen und allein schon die Summe der Neuverpflichtungen erhöht die Wahrscheinlichkeit das es einer in die Stammelf schafft.

    • Boom77 says:

      Aber mal inhaltlich zu Deinem Kommentar. Mislintat hat sicherlich nicht zu unrecht einen guten Ruf als „Talentefinder“. Aber wie schon jemand anderes hier im Rahmen eines anderen Artikels schrieb (war es Heinz Bull?), kann man Veh und Mislintat nicht vergleichen.

      Mislintat war 13 Jahre als Scout /Chefscout beim BVB und Arsenal tätig. Da war es seine Aufgabe, solche „Talente“ zu finden. Veh hingegen war nicht Scout sondern Trainer. Ist schon ne ganz andere Baustelle, da andere Tätigkeitsbeschreibung. Vehs Aufgabe wäre es, wenn er den Trainer beim BVB zu Zeiten Mislintats gewesen wäre, die von Mislintat gefundenen „Talente“ in die Profimannschaft einzubauen. Kann man also nicht vergleichen. Und da wundert es auch nicht, dass Mislintat in seiner Zeit in der Scoutingabteilung mehr „Talente“ gefunden hat als Veh. Denn Veh hat gar nicht nach „Talenten“ gesucht. Das war nicht seine Aufgabe.

      Vergleichbar sind sie jetzt. Jetzt haben sie eien ähnliche Position (Veh GF Sport und Mislintat Sportdirektor). Also warten wir mal ab, wie sich die Unterschiede ab jetzt darstellen werden. Denn eins ist auch klar. Mislintat ist kein Scout mehr. Vielmehr wird er sich nun als Sportdirektor beim Auffinden junger Talenet nun selbst auf die Scoutingabteilung des VfB verlassen und diese einbinden müssen. Denn als Sportdirektor hat er nun andere Aufgaben und genug anderes zu tun. Die Zusammenstellung eines Profikaders ist eine ganz andere Aufgabe als die eines Scouts. Und mal sehen, wie sich Mislintat dabei schlägt.

      Und auch bei den Talenten wäre es doch mal interessant, die Quote von Mislintat zu sehen. Man nimm immer nur die Sancho´s und Dembele´s und sagt: „Wow! Was der anpackte wurde zu Gold.“ Klar, hat der BVB oft sehr gut eingekauft. Die haben aber auch ganz andere Mittel zur Verfügung. Ich will jetzt nicht sagen, dass ein Armin Veh einen Sancho ebenfalls auf den Schirm gehabt hätte. Aber wenn, hätten wir uns den niemals leisten können. Und es ist einfach zu sagen: „Schau mal, was der BVB wieder tolles gemacht hat. Haben den Dembele aus Rennes geholt. Die machen nen tollen Job!“… Ja, die haben für diesen 19-jährigen Franzosen damals, den bei uns niemand kannte, damals sehr stolze € 15 Mio. hingelegt. Eine Summe, die bei uns damals gar nicht vorstellbar gewesen wäre und auch heute nicht vorstellbar ist. Und da möchte ich mal einige Leute hier lesen (z.B. den José Mourinho), wenn ein Artikel veröffentlich würde, dass der FC für € 15 Mio. einen völlig unbekannten 19-jährigen von einem Verein aus dem Mittelfeld der französischen Liga verpflichtet. Zur Erinnerung: Wir haben gerade mal für alle Neuzänge zusammen eine Summe ausgegeben, die nur etwa € 4 Mio. darüber liegt.

      • Jose Mourinho says:

        Tatsächlich würde ich mich wundern, wenn der FC 15 Millionen für ein Talent zahlt. Aber im Gegenzug erwarte ich auch nicht, dass wir jemanden für über 100 Millionen danach weiterverkaufen. Es gibt gute, talentierte Spieler sicher auch eine Nummer kleiner und freilich muss hier Anspruch und Verein passen. Ich sehe trotz der bislang zwei Niederlagen die Neuzugänge dieses Jahr auch positiv und evtl. kann ja ein Bourni oder Eazy auch mal ein Transferkracher werden. Es ist jedenfalls gut, dass die Neuen maximal 24 Jahre sind und dadurch allein ein Potential haben, welches ein Czichos oder Sobiech schon bei Ihrer (laaangfristigen) Verpflichtung nicht hatten. Es bleibt Fakt, dass die letzten Jahre (und hier meine ich auch, aber ganz sicher nicht nur, die Zeit von Veh) quasi garnix auf dem Gebiet passiert ist. Entweder haben die jungen Spieler – egal ob eigene Jugend oder Transfer – total enttäuscht wie Hauptmann oder JHorn (intern zB auch Bisseck, Hartel und dieser Dribbler da vom Ruthenbeck, den er nicht mehr hergeben wollte) oder aber zumindest nicht den Durchbruch geschafft und sind jetzt woanders Optionen wie z.B. Özcan oder Handwerker. Da sollte einfach mehr drin sein, auch wenn klar sein muss, dass man nicht jedes Jahr einen Treffer erwarten darf.

        • Boom77 says:

          Ich wollte mit der Nennnung deines Pseudonyms eigentlich nur sagen, dass es mit dir in Puncto Veh genauso ist wie bei mir mit Höger… Der Höger kann gegen Freiburg nen Dreierpack schnüren, ich würde immer noch was schlechtes finden… und wenn wir den Easy für € 100 Mio. verkaufen, wird der Grund für seinen Weggang bei dir wieder der sein, dass der Alphaarmin mit ihm vielleicht nicht so dolle umgegangen ist… Jeder braucht sein Feindbild ;)

        • Karl Heinz Lenz says:

          Habe mir vorhin den Donnerstags-Kicker gekauft und natürlich direkt den Artikel zum FC aufgeschlagen. Dort schreibt Stephan von Nocks einen Text nur zu unserem Neuzugang Sebastiaan Bornauw – und nimmt dabei den Jungen völlig auseinander: Risikofaktor, voreilig zum Top-Einkauf erklärt, schwaches Zweikampfverhalten, problematische Spieleröffnung, Das nur zum Thema „Förderung von Nachwuchsspielern“. Bournauw ist 20 Jahre alt und hat bisher ein Spiel in der Bundesliga gemacht. Und schon kriegt er Gegenwind. Nicht vom FC, sondern aus dem Umfeld.

          • Timo says:

            Stephan von Nocks ist aber auch eh ne Wurst… Ich fand Bornauw sogar ziemlich gut. Er ist 20, hat sein erstes Spiel für´n FC gemacht und einige brenzlige Situationen eben nicht überstürzt gelöst, sondern (ok, am eigenen Strafraum…) ein Dribbling mehr gewagt, bis er dann eine Klärungsmöglichkeit gesehen hat… und sein Rammbock gegen Hazard (1. Halbzeit) war der Hammer. Der schmeißt sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe. Ich bin zuversichtlich, was SB angeht..!

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar