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„Neues Präsidium kann den Verein in ruhige Gewässer führen“


Nach der 0:4-Niederlage des 1. FC Köln beim FC Bayern München war Geschäftsführer Armin Veh beim Sport1-Doppelpass zu Gast. Neben dem Spiel sprach der 58-Jährige insbesondere über seine Vertragssituation und was aus seiner Sicht passieren muss, damit er seinen Kontrakt über 2020 hinaus verlängert. 

Köln – Verlängert Armin Veh beim 1. FC Köln oder nicht? Wohl keine andere Personalentscheidung wird den FC in den kommenden Wochen so beschäftigen wie die des Geschäftsführer Sport. Veh selbst hat dabei eine klare Empfehlung an das neu gewählte Präsidium um Werner Wolf: „Wenn ich Vereinspräsident wäre, würde ich mit Veh sofort verlängern“, hatte der 58-jährige am Freitag der Augsburger Allgemeinen mit einem Augenzwinkern gesagt und hinzugefügt: „Nein, Spaß beiseite. Werner Wolf wurde ja erst kürzlich zum Präsidenten gewählt, ebenso wie die anderen Personen in der Vereinsführung.“

Um ein mögliches Vertragsangebot wird sich Veh aber wohl keine Sorgen machen müssen. Am Rande des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach vor einer Woche hatte Wolf erklärt, mit Veh verlängern zu wollen. Beim Bezahlsender Sky sagte der Präsident: „Wir wollen verlängern. Armin Veh hat viele Dinge gut gemacht und ich bin ein großer Fan von Kontinuität.“

Es ist schwierig, Werte aufzubauen

Nach der Partie des FC bei Bayern München war Veh nun am Sonntag beim Sport1-Doppelpass zu Gast. Angesprochen auf seine Vertragssituation, wollte Veh sich keine Wasserstandsmeldungen entlocken lassen: „Ich bin nicht hier, um öffentlich wichtige Entscheidungen bekannt zu geben.“ Zeitdruck verspüre der Geschäftsführer bei seiner Entscheidung nicht. „Wir wollen uns erstmal kennenlernen. Mir ist es wichtig zu wissen, mit wem ich zusammenarbeite.“ In einer Hinsicht seien sich das neue Präsidium und Veh aber einig: In Zukunft solle beim Verein Kontinuität herrschen. „Bei sechs Abstiegen ist es schwierig, Werte aufzubauen. Mir ist es wichtig, dass der FC nicht mehr runter geht und Ruhe in den Verein einkehrt. Das muss dauerhaft sein und darf nicht von ein oder zwei Personen abhängen. Wir wollen ein Fundament bauen, das nicht zusammenbricht, wenn jemand seine eigenen Spielchen spielt.“ Ein Seitenhieb zum öffentlich ausgetragenen Machtkampf mit Ex-Präsident Werner Spinner, der in dessen Folge sein Amt im März niedergelegt hatte? Was genau Veh damit meinte, wollte der Geschäftsführer dann nicht mehr beantworten. „Ich lebe im Jetzt, die Vergangenheit lassen wir mal ruhen.“

Lob für Wolf und Wettich, kein Wort zu Müller-Römer

Ob Armin Veh das von ihm angesprochene Fundament noch selbst mit aufbauen wird, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden. Die ersten Kennenlerngespräche mit dem neuen Präsidium haben bereits stattgefunden und verliefen aus Vehs Sicht durchaus positiv. „Die ersten Gespräche haben mir gezeigt, dass sie die Richtigen sind, die den Verein in ruhige Gewässer führen können.“ Dafür bedürfe es laut Veh aber einer Einheit, die den gesamten Verein mit allen Gremien umschließt. „Wir haben einen Gemeinsamen Ausschuss von sieben Leuten, die das Geschehen mitbestimmen. Es muss doch möglich sein, dass diese sieben Leute eine Einheit sind. Denn dann hast du mit dieser Wucht des Vereins viele Möglichkeiten.“ Gleichzeitig kritisierte der Geschäftsführer die hohe Anzahl an Gremien im Verein. „Es sind für mich ingesamt zu viele Gremien. Wir haben den Gemeinsamen Ausschuss, den Mitgliederrat, den Aufsichtsrat, den Beirat und jetzt auch noch ein Kompetenzteam, das ich persönlich nicht bräuchte, weil wir meiner Meinung nach genug sportliche Kompetenz im Verein haben.“

Trotzdem sei es wichtig, auf allen Ebenen geschlossen an einem Strang zu ziehen. Dabei sei auch das innerbetriebliche Klima von enormer Bedeutung. „Als ich kam, gab es kein gutes Verhältnis zwischen dem Vorstand und dem Mitgliederrat. Es ist aber entscheidend, dass man da zusammen kommt. Es ist ein Problem, wenn man immer gegeneinander arbeitet.“ Dabei äußerte sich Veh auch positiv zur Zusammenarbeit mit Carsten Wettich. „Wir haben ein richtig gutes Verhältnis. Er ist zweiter Vorsitzender des Mitgliederrates und wirklich jemand, mit dem man auch gut arbeiten kann.“ Zu Stefan Müller-Römer, der nach Spinners Rücktritt interimsmäßig in der Vorstand gerückt war und mit dem sich Veh bekanntermaßen nicht sonderlich grün ist, verlor der Geschäftsführer kein Wort.

Eine klare Tendenz, ob Armin Veh über den Sommer hinaus beim 1. FC Köln bleiben wird oder nicht, konnte auch sein Auftritt am Sonntag nicht liefern. Allerdings ließ der Geschäftsführer durchblicken, dass nicht nur das Verhältnis zwischen dem neuen Präsidium und ihm den Ausschlag über seine Zukunft geben wird. Vielmehr wird der Geschäftsführer Sport in den kommenden Wochen ganz genau beobachten, ob und wie die offensichtlichen Gräben innerhalb des Vereins zugeschüttet werden, um für die Ruhe zu sorgen, die Veh selbst einfordert.

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