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Das Aufsteiger-Duell: Was sich seit letzter Saison verändert hat


In der Aufstiegssaison gab es für den 1. FC Köln gegen den SC Paderborn nichts zu feiern. Sechs Punkte gegen die Geißböcke ebneten den Ostwestfalen am Ende auch den Weg in die Bundesliga. Beim SCP hat sich seither nur wenig verändert und auch eine Spielklasse höher ist der FC nach wie vor der Favorit. 

Köln – Es waren drei Spiele zum Vergessen für den 1. FC Köln. Angefangen bei der bitteren 3:5-Heimpleite mit dem Platzverweis von Jonas Hector, über das ebenfalls mit 3:5 verlorene Testspiel in einer Länderspielepause, bis hin zur versauten Modeste-Rückkehr in der Rückrunde, als der SC Paderborn einen 2:0-Vorsprung der Kölner noch in einen eigenen 3:2-Sieg verwandelte.

Hätten die Geißböcke auch nur eines der beiden Ligaspiele nicht verloren, stünden die Ostwestfalen heute womöglich nicht in der Bundesliga. Doch am Ende gingen bekanntlich beide Mannschaften gemeinsam hoch und treffen somit am Sonntag das dritte Mal in der Bundesliga aufeinander. In den vorherigen zwei Spielen in Deutschlands höchster Spielklasse endeten beide Partien torlos. Insgesamt spricht die Bilanz allerdings für die Paderborner. Insbesondere in den letzten Jahren waren die Rheinländer gegen die Ostwestfalen nicht besonders erfolgreich. Der letzte Sieg resultiert aus dem Jahr 2013. Seither folgten drei Niederlagen und drei Unentschieden.

Wie hat Paderborn Klement und Tekpetey ersetzt?

Beim SC Paderborn hat sich seit dem Aufstieg in die Bundesliga nur wenig verändert. Mit Philipp Klement (VfB Stuttgart) und Bernard Tekpetey (über Schalke 04 zu Fortuna Düsseldorf) mussten die Ostwestfalen zwei Leistungsträger abgeben. Seiner Philosophie entsprechend hat der SCP den Kader mit einigen Spielern aus unteren Ligen verstärkt. So kam Paderborns bislang bester Scorer Streli Mamba (zwei Tore, eine Vorlage) von Energie Cottbus aus der Dritten Liga. Vergleicht man die Aufstellung von Paderborn aus ihrem letzten Bundesligaspiel gegen Mainz 05 mit jener aus dem letzten Duell gegen den FC, finden sich auch nur wenige Veränderungen. Tekpetey wurde durch Caiuly vom MSV Duisburg ersetzt und Gjasula läuft nun für Klement auf. Darüber hinaus scheint sich Luca Kilian (kam von Borussia Dortmund II) in der Innenverteidigung zur Zeit gegen Christian Strohdiek durchgesetzt zu haben. Die Innenverteidigung dürfte dabei in dieser Saison die Achillesferse der Paderborner sein. Mit den erfahrenen Strohdiek und Hünemeier gestartet, standen gegen Mainz Kilian und Sebastian Schonlau in der Startelf. Auf dieses Duo dürfte es auch am Sonntag in Köln hinaus laufen, zumal Hünemeier dem SCP mit einem Bänderriss einige Wochen fehlen wird.

Beim 1. FC Köln hat sich personell im Vergleich zur Vorsaison mehr getan. Zwischenzeitlich standen bereits alle fünf externen Neuzugänge gleichzeitig in der Startelf. Ein Blick auf die Transferausgaben verdeutlicht dabei noch einmal die unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen beide Mannschaften in diese Bundesligasaison gegangen sind. Während der FC als Aufsteiger rund 18 Millionen Euro für Neuzugänge ausgeben hat, verpflichtete der SC Paderborn beinahe ausschließlich ablösefreie Spieler. Einzig für Rifet Kapic überwiesen die Paderborner 100.000 Euro an die Grasshoppers Zürich. Allerdings kam der 24-jährige bislang nur zwei Mal in der Oberliga zum Einsatz. Auch Neuzugang Laurent Jans, seinerseits 55-facher luxemburgischer Nationalspieler, wartet nach wie vor auf sein Bundesliga-Debüt. Doch mit Mohamed Dräger hat der 27-jährige einen harten Konkurrenten auf der Rechtsverteidigerposition. Mit drei Assists ist Dräger bislang der beste Vorlagengeber im Team des SCP.

Beierlorzer weiß, wie man Paderborn schlagen kann

In puncto Bundesligaerfahrung ist der FC der Mannschaft von Steffen Baumgart ebenfalls einiges voraus. Zwar absolvieren die Neuzugänge Skhiri, Ehizibue, Bornauw, Schindler und Verstraete alle erst ihre erste Saison in der Bundesliga, mit erfahrenen Spielern wie Timo Horn, Jonas Hector, Anthony Modeste oder Marco Höger kommt der Kader jedoch auf eine beträchtliche Anzahl an Bundesliga-Partien. Bei den blau-schwarzen bringen die Neuzugänge Jannik Huth (sieben Spiele), Gerrit Holtmann (26), und Marcel Hilßner (ein Spiel für Werder Bremen) die Erfahrung von 33 Bundesligaspielen mit. Addiert man die 61 Bundesligaspiele, die Uwe Hünemeier (37), Christian Strohdiek (22) und Mohamed Dräger (zwei) mitbringen, erreicht der Kader des SCP einen Wert von 94 Pflichtspielen in der höchsten deutschen Spielklasse. Zum Vergleich: Alleine Jonas Hector hat für den 1. FC Köln in der Bundesliga 125 Spiele bestritten.

Anders als beim SC Paderborn hat es beim FC im Vergleich zur Vorsaison auch an der Seitenlinie personelle Veränderungen gegeben. Mit Achim Beierlorzer trifft Steffen Baumgart auf einen Trainer, der ihn in der Vorsaison zumindest einmal beim 2:0-Heimerfolg bezwingen konnte. Der FC-Trainer weiß also zumindest, wie man den SCP am Sonntag möglicherweise bezwingen kann. Und während die Geißböcke in der letzten Saison im 4-1-4-1 und später im 3-5-2-System noch anfällig für das überfallartige Umschaltspiel der Ostwestfalen waren, stehen die Kölner mit zwei Sechsern und einer Viererkette nun stabiler in der Defensive. Trotzdem und der Tatsache, dass die Gäste noch ohne Saisonsieg nach Müngersdorf reisen, ist man vor dem Gegner gewarnt. Einzig beim 1:5 gegen Schalke 04 waren die Paderborner klar unterlegen. Selbst den FC Bayern hatte die Mannschaft am Rande einer Sensation und musste sich am Ende nur knapp mit 2:3 geschlagen geben. Sicher ist unterdessen, dass sich beide Mannschaften eigentlich keine weitere Niederlage erlauben können. Beim FC muss man für einen Sieg aber erstmal eine Reihe von Negativ-Serien brechen. Doch darin haben die Geißböcke in dieser Saison bereits Übung: Auch in Freiburg hatte der FC seit 23 Jahren nicht gewonnen und konnte am dritten Spieltag dort den bislang einzigen Saisonsieg einfahren.

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