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Doppelter Balance-Akt: Dem Aufbäumen muss Konstanz folgen

Achim Beierlorzers Optimismus war berechtigt: Seine Mannschaft hat auf Schalke die erhoffte Reaktion gezeigt und dem 1. FC Köln einen wichtigen Punkt beschert. Vor allem aber hat sie den Mut des Trainers auf den Rasen übertragen und das Bild eines konkurrenzfähigen Effzeh restauriert. Das war dringend nötig und muss zum Vorbild für die kommenden Wochen werden.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Die Sorgen nach dem 0:4 gegen Hertha BSC waren groß, die Kritik an den FC-Profis hart, aber berechtigt. Der FC hatte sich in einem Zustand des Verfalls präsentiert, Bundesliga-untauglich in der Defensive und ideen- und harmlos in der Offensive. Reihenweise liefen die Spielern ihrer Form und ihren Ansprüchen hinterher, allen voran Jonas Hector, Kapitän und vermeintlicher Leistungsträger.

Dass ausgerechnet Hector am Samstag beim FC Schalke 04 das 1:1 erzielte und damit den FC für seine couragierte Vorstellung belohnte, hat das Potential zu einer Geschichte. Eine Geschichte, die am Ende der Saison erzählt werden könnte, sollte der FC in Folge dieses Punktgewinns bei den Königsblauen zu neuer Stabilität und Sicherheit finden und schließlich den Klassenerhalt schaffen.

Bislang lediglich für das Gröbste rehabilitiert

Das Unentschieden war jedenfalls die Folge eines doppelten Balance-Akts für Achim Beierlorzer. Der FC-Coach traute sich, von seinem bisherigen Personal und System so weit abzurücken, dass die Mannschaft sich sicherer fühlte und trotzdem nichts vollständig Neues auf den Rasen bringen musste. Das 4-2-3-1 war die nötige taktische Feinjustierung, um im Mittelfeld enger und in der Defensive stabiler zu agieren. Personell hätte der Verzicht auf Jhon Cordoba und Anthony Modeste sowie die Integration von Noah Katterbach im Falle einer weiteren Niederlage für neue Konflikte sorgen können und wird auch in Zukunft klug zu moderieren bleiben. Doch Beierlorzers Optimismus zahlte sich aus, die Spieler versprühten jene Lust gerade auch an der Defensivarbeit, die man bis dato nur gegen Dortmund und in weiten Teilen gegen Freiburg und die Bayern gesehen hatte.

Nun gilt es, diese Leistung zu bestätigen und über viele Wochen hinweg halbwegs konstant zu zeigen. Am Samstag war sie einen Punkt wert, in den kommenden Wochen müssen aber Siege her. Die FC-Profis haben sich bislang lediglich für das Gröbste rehabilitiert. Im Abstiegskampf bedarf es mehr als nur einem kurzen Aufbäumen. Nach dem so wichtigen Sieg in Freiburg und der darauf folgenden Länderspielpause hatte man von all dem Positiven aus dem Spiel beim Sport-Club nichts mehr gesehen. Was nach der nun anstehenden zweiten Länderspielpause von dem Achtungserfolg auf Schalke übrig bleiben wird, wird darüber entscheiden, wohin der Weg für den FC führt.

20 Kommentare
  1. Dieter says:

    Das war ein mentales Zeichen, dass nun zu Kontinuität und dem Umbruch zu den jungen Wilden führen muss. Im Risiko den Nachwuchs zu bringen, besteht die Chance zu zeigen, was für tolle Spieler beim FC herangewachsen sind. Weiter so Herr Beierlorzer :-)

  2. NICK says:

    Nochmal – das 0:4 gegen Berlin kommt aufgrund der Unterzahl zu Stande, nicht weil „Der FC sich in einem Zustand des Verfalls präsentiert hätte, Bundesliga-untauglich in der Defensive und ideen- und harmlos in der Offensive.“ Man ist als Aufsteiger eh schon personell unterlegen und dann muss man mit 10 Mann 50 Minuten spielen und kann nicht mehr voll wechseln, weil Drexler nach zwei Minuten runter musste. Hätten wir ne rote Karte gegeb S04 bekommen, hätte es da auch ne Klatsche gegeben. Desegen, das hertha-Spiel nicht zu hoch hängen. Man war redlich bemüht, aber mit 10 Mann ist es halt schwer und Hertha kann noch Killer wie Ibisevic und 10-Sekunden-Sprinter wie Lukebakio einwechseln…

    Das Spiel war doch in den ersten 20-25 Minuten gut, bis hertah das erste mal aufs Tor schoss…Jetzt im Nachgang heißt es immer „Bundesliga-untauglich“ oder ähnliches, es wird aber nie berücksichtigt, dass wir 50 Minuten mit 10 Mann spielen mussten.

    Jetzt kommen die Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Come on Effzeh!

    • Holger says:

      Sorry aber so ganz stimmt das nicht, ja der FC spielte in Unterzahl gegen HBSC.
      Nun das Aber….
      Nach dem frühen Ausfall bringt der Trainer einen Aussenstürmer für einen Aufbauspieler anstatt das er Schaub bringt!
      Nach der roten Karte hätte er einen Stürmer opfern müssen um defensive Stabilität herzustellen!
      Und dann spielt man 55 Minuten in Unterzahl und nutzt noch nicht einmal das Wechsekontingent voll aus um einen frischen Spieler zu bringen, er hat nur zweimal gewechselt.
      Sorry, aber das kontakariert Deine These der Schwächung durch den zu frühen Ausfall von Drexler.
      Diese herbe Niederlage hat zu einem sehr großen Teil der Trainer zu verantworten!
      Umso schöner, dass er daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat und gg. Schalke endlich umgestellt hat!

      • NICK says:

        Also der Wechsel Drexler zu Schindler, war für mich positiongetreu und auch keine Schwächung. Drexler schafft es meiner Ansicht auch nicht in Liga 1…

        Nach der roten Karte geht man erstmal in die Kabine und versucht der Msnnschaft Mut zu machen – „So Jungs, jetzt gehen wir zu zehnt das raus und reissen denen den Arsch auf!“ Da passt dann nicht der nachfolgende Satz „Ach, wir nehmen Modeste/Cordoba vom Feld und sichern erstmal hinten ab, damit die Niederlage nicht zu hoch ausfällt…“

        Beierlorzer wollte mit 10 Mann noch wenigstens nen Punkt holen, dafür muss aber erstmal ein Tor her. Dann hätte er wahrscheinlich auch umgestelkt, aber dann kam Ibisevic dazwischen…nach dem 0:2 kann man dann entweder immer noch versuchen nen Punkt zu holen oder vom Platz gehen und Herths am grünen Tisch nur 0:2 gewinnen lassen. Wirfst Du ihm jetzt vor das er es versucht hat?! Sicher ist es dann anders gekommen, aber das ist das Risiko das man eingehen musste um den Punkt zu holen. Er hat lieber seinen Job riskiert als zu verlieren – Respekt.

        Meine These ist ja auch gar nicht „Alles ist toll!“ Sondern nur „Mit 11 Mann hätten wir nicht so hoch verloren“ und es hätte nicht geheissen „Der FC sich in einem Zustand des Verfalls präsentiert hätte, Bundesliga-untauglich in der Defensive und ideen- und harmlos in der Offensive“

          • NICK says:

            Das muss Dir in der 40.ten Minute nach Videobeweis-Aufregung auch erstmal spontan einfallen…man kann auch erstmal mit 0:1 in die Pause gehen und ÜBERLEGEN und IM TEAM BERATEN was man jetzt versucht. Sie haben sich so entschieden, es hat nicht geklappt. Obs mit noch weniger Offensive zum Ausgleich gekommen wäre kann man durchaus bezweifeln…

    • Gerd Mrosk says:

      Stimmt Nick,unter den Tisch sollte man die guten Phasen des FC nicht gegen Hertha.Allerdings ist es in der Tat zu wenig gewesen,um einen schwachen Gegner zu bestrafen.Das wir danach baden gingen ging auch auf die Kappe des Trainers ,der den Platzverweis lange ignorierte.Die Einstellung auf Schalke war trotzdem eine ziemlich andere und ja,wir hatten die Befürchtung das AB null abweicht vom System.Dies hat er jedoch relativ schnell gemacht.Hector alleine ist auch nur ne arme Sau.Natürlich kann er mehr ,aber wenns nicht passt,dann kommts eben ,das er alles verlangsamt und evtl Bälle verliert oder Fehlp#sse spielt.Ja,Dieter,man kann aus der Not ne Tugend machen,aber das Wichtigste ist a) das der Trainer den Mut hat tatsächlich Nachwuchs zu bringen und b) das sie in einer unterirdisch schlechten Mannschaft nicht verbrannt werden.

  3. Holger says:

    Ja, Konstanz muss nun die erste Pflicht sein und man hat Samstag gesehen wie wichtig eine gute Defensive ist.
    Nun muss darauf aufgebaut werden und der FC sollte diesen Weg mit einer Spitze und einem Aufbauspieler dahinter weitergehen.
    Wobei nach meiner Meinung die Herausnahme von Höger sehr wichtig war, bei aller Liebe aber in seiner aktuellen Form ist er in der 1.Liga überfordert und solange Verstraete nicht fit ist, sollte Hector dort spielen und wenn dieser auch ausfällt dann eher Koziello als Höger.

      • CK says:

        jetzt mal langsam mit den jungen Wilden.

        Ich finde ja auch das der Katterbach gut war in seinem Debüt aber er hatte doch den einen oder anderen Ballverlust, das er von Sane übersprungen wurde laste ich ihm gar nicht an der hätte auch jeden anderen übersprungen.

        Außerdem hat der Kainz den Katterbach defensiv wirklich gut unterstützt das war richtig starkes Team spiel! Ich weiß nicht ob Churlinov dazu auch in der Lage wäre den würde ich dann eher bringen wenn Hector wieder LV spielt und Kainz mal eine Pause braucht.

    • Gerd Mrosk says:

      Wichtig ist doch ,das man sowohl ne Lösung für ein 4-5-1 als auch ein 4-4-2 hätte je nach Gegner und je nach Heim-oder Auswärtsspiel.Flexibilität ging doch bei MA völlig ab,Beierlorzer ist ganz bestimmt der bessere Mann.Richtig Holger,durch Katterbach haben wir jetzt eine Option mehr

  4. Robert Jakhel says:

    Mir zeigt das gegen Schalke deutlich auf, das wir nur mit einem Stürmer spielen sollten und besser mit einem Mann mehr unser Mittelfeld stärken sollten.
    Ach ja und noch was…..Terrode ist momentan der bessere von den dreien vorne. Er läuft doppelt soviel wie Modest und ist gefählicher als beide zusammen. Das wird zu einem Problem werden…….

  5. Karl Heinz Lenz says:

    Dass Katterbach und Churlinov – oder andere junge Wilde – es sind, die in dieser Saison den FC vor dem Abstieg retten, das kann doch niemand glauben. Das lastet diesen Jungs eine Aufgabe auf, die die nicht schultern können. Diese Jungs können in einer gut funktionierenden Mannschaft mit gestandenen Profis mitlaufen und sich an der Seite der älteren Spieler bewähren, aber nicht deren Führungsrolle übernehmen. Unsere älteren Spieler – Bornauw und altersmäßig aufwärts- müssen den Allerwertesten dauerhaft hochkriegen. Dann läuft es auch für die jungen Spieler. Nicht umgekehrt.

  6. Gerd Mrosk says:

    @Nick Das ist gang und gäbe,schock hin oder her.Natürlich ist es ein Unterschied ob ein defensiver oder offensiver vom Platz fliegt,aber es geht drum Ordnung zu finden.Die findet man nicht in bedingungsloser Offensive.Ist vorbei,Schwamm drüber,natürlich lernt auch Beierlorzer noch dazu mit 51

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