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„Explosion auf der Bank“: Beierlorzer erleichtert und stolz


Nach drei Niederlagen in Folge ohne eigenen Torerfolg hätte der 1. FC Köln beinahe auch das vierte Spiel in Folge verloren und keinen eigenen Treffer erzielt. Erst in der Nachspielzeit der Partie beim FC Schalke 04 gelang Jonas Hector der umjubelte Ausgleich. Trainer Achim Beierlorzer war entsprechend erleichtert nach der Partie. Der FC-Coach war mit der Aufstellung ins Risiko gegangen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Marc L. Merten

Beierlorzer hatte statt eines 4-4-2 ein 4-2-3-1 aufgeboten und die Mannschaft neben drei erwarteten Wechseln auch drei weiteren Positionen verändert. Zudem kam der 18-jährige Noah Katterbach zu seinem Profidebüt beim FC. Viel Mut von Beierlorzer, auf den viel Einsatz der Spieler folgte – und die Belohnung in der Nachspielzeit. Hinterher sprach Beierlorzer ausführlich über…

…das Ergebnis: „Das war für uns ein außergewöhnlich wichtiger und hochverdienter Punkt, weil wir das Spiel extrem kompakt gestaltet haben mit guten Abständen und einem sehr guten Miteinander in der Defensive. Wir hätten in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen, als Ehizibue aus kurzer Distanz an Nübel scheitert. Aber es war wichtig, dass wir den Glauben an die eigene Stärke behalten haben, denn es macht ja etwas mit der Mannschaft, wenn man aus sechs Spielen nur drei Punkte holt. Heute hat die Mannschaft gezeigt, dass sie absolut bereit ist, gemeinsam zu verteidigen. Das Spiel nach vorne können wir noch besser, aber die Spieler haben sich für ihre intensive Arbeit belohnt.“

Großes, großes Lob an Noah

…die Umstellungen (vor dem Spiel bei Sky): „Man muss Vertrauen in seine Startelf hat. Das hatten wir, aber heute brauchen wir die laufstärksten Spieler. Ich rücke von keinem Spieler ab. Wir haben uns heute für andere Spieler entschieden, nicht gegen die, die bisher gespielt haben. Wir bleiben bei unseren Prinzipien, wir wollen weiter aktiv spielen, aber in einem engeren Raum.“

…die personellen Umstellungen (nach dem Spiel): „Das, was wir heute gesehen haben, hat mir schon sehr gut gefallen. Wir hatten mit Simon Terodde einen sehr laufstarken Stürmer, der den Aufbau der Schalker immer wieder gestört hat. Das hat gerade in der ersten Halbzeit super geklappt. Jonas Hector ins Zentrum zu ziehen, hat ebenfalls gut geklappt, weil er sehr druckresistent ist. Außerordentlich gefreut hat es mich für Noah Katterbach, ein U19-Nationalspieler, der gezeigt hat, was in ihm steckt. Die Mannschaft hat ihm bei seinem Debüt sehr geholfen. Deshalb großes, großes Lob an Noah.“

…die Wirkung des späten Ausgleichs: „Das war eine große Erleichterung, weil wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Die Mannschaft hat vieles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Spieler waren füreinander da. Deswegen auch diese Explosion auf der Bank beim Ausgleich: Alle sind komplett mitgegangen. Wir haben vorher über den Reset-Knopf gesprochen, dass man sich wehren und Widerstand gegen die Nackenschläge entwickeln muss. Deshalb bin ich stolz auf meine Mannschaft. Das ist auch wichtig für die kommenden Spiele. Uns helfen nur Erfolge, und ein 1:1 in letzter Minute auf Schalke ist ein Erfolg.“

Diesen Moment hätte ich mal gerne

…die vergebenen Chancen: „Ich wünsche mir, dass wir in einem Spiel in Führung gehen. Wenn wir so eine Kopfballchance haben, aus fünf Metern, mit solch einer Dynamik, dann darf man einem Nübel keine Chance mehr lassen. Dann würden wir hier über ein ganz anderes Spiel sprechen, denn die Mannschaft der Stunde, das hat man hier in der ersten Hälfte gemerkt, bröckelte. Sie haben das Schimpfen angefangen, wussten nicht, wohin sie spielen sollten. Und wenn wir dann in Führung gehen, macht das etwas mit dem Gegner. Diesen Moment hätte ich mal gerne.“

…Joker Anthony Modeste: „Dass der Torhüter diesen letzten Schuss gehalten hat, war eigentlich unglaublich. Ich hätte mich total für Tony gefreut, aber er muss sich da rausarbeiten und seine Selbstverständlichkeit wiederfinden. Was mich sehr gefreut hat, war seine gute Stimmung, die er am Morgen beim Anschwitzen verbreitet hat. Er wusste, er würde nicht spielen. Trotzdem war er nicht schlecht gelaunt, sondern ein Teamplayer.“

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