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„Strafbares Handspiel“: DFB bestätigt Fehlentscheidung


Der 1. FC Köln hätte am Freitagabend beim 1. FSV Mainz 05 einen Handelfmeter zugesprochen bekommen müssen. Das hat nun auch der Deutsche Fußball-Bund nachträglich bestätigt. Die Geissböcke reagierten mit Achselzucken. An der 1:3-Niederlage werde das nichts mehr ändern, sagte Achim Beierlorzer am Sonntag.

Köln – Der DFB erklärte am Sonntag auf seiner Verbandswebsite: „In dieser Situation handelt es sich um ein strafbares Handspiel. Der Mainzer Abwehrspieler ist zum Ball orientiert und will den Ball abwehren.“ Damit bezog sich der DFB auf das Handspiel von Moussa Niakhaté in der 61. Minute, als dieser eine Flanke von Kingsley Schindler im Strafraum mit seinem ausgestreckten Arm blockte. „Der linke Arm ist beim Schuss vom Körper abgespreizt und vergrößert die Körperfläche. Er geht deutlich in die Flugbahn des Balles und bleibt dort auch in der abgespreizten Haltung.“

Daher hätte Schiedsrichter Frank Willenborg eigentlich nach Begutachtung der Videobilder auf Strafstoß für den FC entscheiden müssen. Warum dies nicht geschah, teilte der DFB nicht mit. Es hieß lediglich: „Der Eingriff des Video-Assistenten mit der Empfehlung eines On-Field-Review war hier korrekt. Dabei hätten wir uns gewünscht, dass der Schiedsrichter seine Entscheidung korrigiert und auf Strafstoß entscheidet“, hieß es und wurde nur durch den Hinweis ausgeführt: „In diesem Zusammenhang muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass nur der Schiedsrichter auf dem Feld eine Entscheidung treffen oder ändern kann.“

Man denkt: Mit dem Videobeweis ist alles super – ist es aber nicht

Dies hatte Willenborg freilich nicht getan. Warum, bleibt insbesondere nach den Ausführungen des DFB weiterhin ein Rätsel. Entsprechend reagierte Achim Beierlorzer am Sonntag. „Davon können wir uns nichts kaufen. Das müssen wir abhaken, auch wenn es manchmal hart ist“, sagte der FC-Coach, der noch einmal seine Frustration über den offensichtlichen Fehler zum Ausdruck brachte. „Früher hat man mit den Fehlentscheidungen leben müssen. Jetzt haben wir den Videobeweis. Jetzt schaut jemand nach. Und wenn dann wieder falsch entschieden wird, fühlt es sich noch schlechter an.“

Generell glaubt Beierlorzer, dass sich in der Beurteilung von Handspielen nur dann etwas ändern werde, sofern die Regel radikal verändert wurde. „Solange man nicht sagt, dass Hand immer Hand ist, egal wie, wird man immer urteilen müssen. Nahdistanz oder nicht, Grätsche oder nicht – wir werden immer Menschen finden, die es anders sehen als man selbst. Damit werden die Diskussionen nie weg bekommen. Wir verschieben sie nur“, sagte der FC-Coach und fügte hinzu: „Man denkt: Jetzt haben wir den Videobeweis. Jetzt ist alles super. Das ist es aber nicht.“ Positiv aus Sicht des 1. FC Köln: Am Dienstagabend im DFB-Pokal beim 1. FC Saarbrücken wird es keinen Videobeweis geben.

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